laut.de-Kritik

So zuckrig, dass man sich die Zähne selbst ziehen will.

Review von

Mit ihrem Debüt "Absolute Design" waren Engel vor drei Jahren sowas wie der Geheimtipp neben Soilwork, In Flames und Konsorten. Zwar war die zweite Scheibe relativ schnell fertig. Dank diverser Businessprobleme dauerte es trotzdem bis heute, bis "Threnody" das Licht der Welt erblickt.

Waren die Ähnlichkeiten zu den genannten Bands auf dem Debüt bereits nicht von der Hand zu weisen, so treten sie auf "Threnody" noch deutlicher zutage. Allerdings muss man mit Schrecken feststellen, dass nicht etwa Sonic Syndicate damit angefangen haben, ihre Melodien dermaßen zuckersüß zu poppen, dass man sich die Zähne schon selbst ziehen will. Den Anfang haben anscheinend Engel gemacht.

Ob es daran lag, dass Basser Michael Håkansson sich schon nach den ersten paar Touren wieder verabschiedet hat, kann ich nicht sagen. Zu verdenken wäre es dem Mann nicht, denn bereits der Opener "Six Feet Deep" legt nach einer eigentlich richtig fetten Strophe einen Chorus hin, über den sich auch ein Justin Bieber freuen würde.

Im folgenden "Sense The Fire" war ich mir zunächst noch nicht einmal sicher, ob hier tatsächlich ein Mann singt und die Stimme zu Mangan Klavborn gehört. Zusammen mit dem Steckdosen-Drumsound ergibt das eine ziemlich bittere Mischung, wenn man nicht gerade mit dem Kaj-al in der Hand vor dem Spiegel sitzt. Der hüftlahme Uffta-Schlager "Feed The Weak" oder das schwülstige "Every Sin (Leaves A Mark)" toppen dies allerdings noch.

Bis dahin will man die Jungs eigentlich mit einem Punkt nach Hause schicken. Zum Glück gibt es aber ein paar Songs, die wirklich Potenzial besitzen. So klingen "For Those Who Will Resist" oder das düstere "Heartsick" wenigstens nach gut gemachten Soilwork, und das finale "Perfect Isis" erweckt den Anschein, als habe der gute Niclas die letzten Jahre intensiv End Of Green gehört.

Mit dem Titeltrack erinnern sie sich tatsächlich daran, dass sie mal Metal gespielt haben, was das Steuer aber nicht mehr herum reißt. Wenn diese Songs wirklich schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben, muss man von neuem Material wohl nicht mehr viel erwarten. Naja, was solls? Wer die letzte Sonic Syndicate gut fand, wird auch auf dieses Zeug hier stehen.

Trackliste

  1. 1. Six Feet Deep
  2. 2. Sense The Fire
  3. 3. For Those Who Will
  4. 4. Feed The Weak
  5. 5. To The End
  6. 6. Every Sin (Leaves A Mark)
  7. 7. Down
  8. 8. Heartsick
  9. 9. Threnody
  10. 10. Burn
  11. 11. Perfect Isis

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