laut.de-Kritik

Zwischen aufgerauhtem Indie-Pop und Elektrospaß.

Review von

"Da ist uns die russische Seele unserer Sängerin erst bewusst geworden", erzählt Ralf Merten über die Geschichte von "Tides Of Memories". Der Song ist in der Nacht zur letzten Sonnenfinsternis entstanden und Natascha gab in den Aufnahmepausen immer wieder armenische Volkslieder zum Besten. "Tides Of Memories" ist der Opener von "Good Life" – mittlerweile haben alle bei Elektrostar die Spezifik ihrer Sängerin kapiert.

Natascha sang beim Debutalbum "The Future Was Yesterday" von Elektrostar noch nicht. Doch erst ihre ungeschliffene Stimme mit dem immer leicht durchschimmernden Ostblockenglisch machen die neuen Elektro-Pop-Tracks so richtig aus. Sie strukturiert die Stücke und trägt das Album mit ihren rauhen Vocals - so, dass man irgendwie ständig "Indie" sagen will.

"Proxima", der Schlusstrack spielt mit Filmmusik-Schnippseln. Der Rest der elf Stücke will sich nicht so recht zwischen aufgerauhtem Indie-Pop und Elektrospaß entscheiden. Beim Opener geht es etwas düsterer zu, ehe der Gesang mit Dynamik und Power die Richtung bestimmt. "Love Song" und "Together Alone" sind ruhige schöne, teilweise klassisch instrumentalisierte Balladen. Bei "Licence To Party" und "Ticket To Ride" springen die Synthie-Samples dann, dass es eine wahre Freude ist.

Russenschick und russische Vorkriegs-Avantgarde ist nicht nur im Cover die Grundlogik bei Elektrostar. Mal dark, mal jazzy – die Reibeisenstimme von Natascha Grin bewegt sich sicher zwischen ruhigen traurigen Stücken und unbeschwertem Elektroglamour. Der Video-Clip zum Vorgängeralbum "The Future Was Yesterday" lief auf MTV-Russia – mal sehen, wohin es "Good Life" dann erst schafft.

Trackliste

  1. 1. Tides Of Memories
  2. 2. Love Song
  3. 3. Human Complication
  4. 4. Stars And Straps
  5. 5. Good Life
  6. 6. Together Alone
  7. 7. Licence To Party
  8. 8. Ticket To Ride
  9. 9. Last Broken Heart
  10. 10. San Jose
  11. 11. Proxima

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