laut.de-Kritik

Wo einfach draufsteht, ist Langeweile drin.

Review von

Eight Legs verdanken ihre Karriere der letzten Sommerkollektion von "Dior Homme". Zu deren Laufstegdarbietung steuerte der Vierer den Soundtrack bei und reiht sich damit in die Liste von Bands wie The Rakes, Phoenix oder These New Puritans ein, denen "Dior"-Chefdesigner Hedi Slimane den Job bereits anvertraute. Und in musikalischer Hinsicht haben die Briten ebenfalls nichts Neues zu bieten.

Dabei geht "Searching For A Simple Life", das Debütalbum der vier Herren aus einem Kaff in Großbritannien, relativ vielversprechend los. Track Nummer eins "Wear That Shirt" ist rotzfrecher Punk, passend hinterlegt mit Fan-Gegröle aus dem heimischen Fußballstadion. Nur hat da jemand zu lange die Ramones gehört. Zumindest erinnert die Akkordfolge sehr an "Blitzkrieg Bop".

Und der Rest des Albums?. Ab dem zweiten Titel wird klar: Das ist recht massenkompatibler Indierock, der den wir von unzähligen anderen Landesgenossen kennen. Frei nach dem Motto: So klappts vielleicht auch mal mit dem Wembley-Stadion. Leider ist diese Art von Musik für die viele Hörer jenseits der Pubertät inzwischen vollkommen vorhersehbar - sprich langweilig - geworden.

So suchen die sehr jungen Herren nach dem "Simple Life" und begeben sich dabei auf das Niveau zweier aus dem Reality-TV bekannter blondierter Millionen-Erbinnen. "Pass me the bucket please I need to get something out of me. [...] I'm feeling sick of too much liquor." Aha, jedes Missverständnis ausgeschlossen.

Gut, die Jungs sind noch Teenager. In diesem Lebensabschnitt teilt man der Welt eben gerne Einzelheiten aus seinen Samstag-abendlichen Alkohol-Exzessen mit. Aber was wird Mama dazu sagen? Oder noch wichtiger: Ist es den Bürschchen vielleicht schon bald peinlich, was sie da von sich gegeben haben?

Vernachlässigt man den textlichen Part des Albums, hat Art Brut-Produzent John Fortis ordentliche Arbeit abgeliefert. Man fragt sich aber: War er es, der Sänger Sam Jolly den Rat gab, mal ein bisschen mehr den Eddie Argos raushängen zu lassen? Oder warum versucht Jolly verbissen, den berüchtigten Cockney-Akzent und Sprechgesang des Kollegen zu imitieren?

Kurz und gut: "Searching For A Simple Life" kann man hören. Vielleicht auch zwei oder dreimal hören. Dann ist aber Schluss. Der Tiefgang fehlt schlicht und ergreifend. Zum Nachdenken regt bei diesem Album nur eines an: Warum hat das auf dem Cover abgebildete Skelett eigentlich sechs Beine?

Trackliste

  1. 1. Wear That Shirt
  2. 2. Vicious
  3. 3. Freaking Out The Neighbours
  4. 4. Eight Legs
  5. 5. Searching For The Simple Life
  6. 6. Pass The Bucket
  7. 7. Tell Me What Went Wrong
  8. 8. Spilt Milk
  9. 9. Blood.Sweat.Tears.
  10. 10. Can't Slow Down
  11. 11. These Grey Days

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Der Heimatort der Eight Legs ist Stratford-Upon-Avon, ein Kaff in Großbritannien. Damit erfüllen sie eigentlich schon die wichtigste Vorraussetzung, …

3 Kommentare

  • Vor 11 Jahren

    zusammen mit den armen eight legs vielleicht?

  • Vor 11 Jahren

    Das haben die sich wahrscheinlich auch gedacht.
    Aber ich sehs als peinlichen fehler.

  • Vor 11 Jahren

    Selten ein so hingerotztes dämliches Review gelesen...

    Im Übrigen war der Beitrag der Jungs für die Herbst/Winterkollektion 06/07 und nicht für eine Sommerkollektion. SS 07 waren The Littl'ans (We Look Good Together) und HW 07/08 waren These New Puritans (Navigate, Navigate)

    Ob einen die Texte ansprechen oder nicht ist jedem seine Sache. Das Album glänzt aber mit einem extrem wichtigen Element und das ist Atmosphäre bzw. Stimmung. Etwas, was vielen anderen Bands der neuen England-Indie-Welle fehlt.

    Einfache, eingängige Texte sind mir jedenfalls lieber, als irgendwelche pseudo-tiefgründigen Möchtegerntexte..... Eine weitere Lächerlichkeit ist die Unterstellung, der Sänger würde irgendeinen Akzent immitieren... wtf? lulz?! Sicherlich ist der Autor englischer Muttersprachler und kann das natürlich beurteilen.... alles klar... aber erstmal einfach etwas behaupten. Großartig

    Das einzige was ich wirklich negativ empfinde ist die Länge, die mit 29 Minuten verdammt kurz ist und das es im Grunde nur 4 neue Stücke gibt. Als Fan hatte man den Rest einfach schon ewig vorher rauf und runter gehört.

    Aber seis drum. Ein tolles melancholisches Album, auch wenn man z.B. Climb The Walls, oder Nihilistic Youth schon noch hätte mit draufpacken können.