laut.de-Kritik

Der Planet EL*KE dreht sich um Befindlichkeiten.

Review von

High Noon in Berlin. EL*KE sitzen in den Startlöchern und singen uns was vom "Wilden Westen". Das Debüt eines Dreiergespanns, das von der Provinz bis in die Berliner WG zusammengehalten hat. Und "Wilder Westen" hat es in sich. Daran ließ schon die vorab veröffentlichte Single "Adrenalin" keinen Zweifel.

Die Richtung der Band gibt der Titeltrack und Opener vor: "Lass uns die Wilden Besten sein". Eine durchaus realistische Zielsetzung. Während bei Jungs wie Madsen das Organ noch etwas substanzlos plärrt, versteht es Sänger und Gitarrist Peter Bolmer zu schreien. Und das klingt gar nicht mal schlecht. Zumal die Musik eher den rockigeren, rauen Seiten zugeneigt ist.

Das zweite Lied, "Adrenalin" rockt dann ebenfalls ohne Umwege nach vorne. Ein sicherer Tipp für den ein oder anderen Indierock-DJ. Die zweite Single folgt sofort. Als wollten EL*KE keine Zeit vergeuden, um zu beweisen, dass sie auch ruhigere Klänge spielen können. Und so steigen die drei Jungs aufs "Dach". Das soll dann keine Protesthaltung untermauern, sondern die eher intimeren Momente für die Unendlichkeit festhalten. Recht gelungen. Allerdings können spätestens hier die Hoffnungen auf ein politisches Statement oder Hinweise auf Missstände begraben werden. Der Planet EL*KE dreht sich um Befindlichkeiten und vor allem um "Wir".

Ganz ruhig werden die Jungs in "Bring mich ans Meer", aber so ganz leise fehlt ein wenig der Schwung. Der Refrain verebbt denn auch etwas. Im Zusammenhang mit "Scheißkerl" reicht der sehnsuchtsdurchtränkte Song aber als Motivationsgrund den falschen Typen einfach in den Wind zu schießen.

Für die Zeit nach dem Durchbruch haben die drei Wahlberliner "Elke Sein" schon im Anschlag. Eine Stadionhymne, weniger für die geleckten und WM-tauglichen Arenen hierzulande, sondern eher ein Fall für die kantigeren Sportstätten. Und im Refrain bitte alle Hände hoch, Feuerzeuge an und mitsingen: "Niemals Niemals so wie Elke sein!". Darüber wird der Indie-Sheriff aber noch hinwegsehen können.

Bevor EL*KE mit "Frei" in den Sonnenuntergang reiten und das Album im Gegensatz zum Beginn sehr ruhig ausklingt, rotzen sie einem mit "Verboten Scheißegal" ein punkiges Selbstbildnis vor die Füße. Der Soundtrack zum Alltag des kleinen Anarchisten. Für "richtigen" Punk fehlt hier ein wenig die Kompromisslosigkeit oder Ernsthaftigkeit, bzw. eben auch die politischen Aussagen, aber für eine unterhaltsame Rebellion genügt es.

Ein Punkt lässt den Rezensenten jedoch nicht in Ruhe. Die Stimme von Peter Bolmer erinnert verdammt an Falco, wenn auch ohne Wiener Schmäh. Das wird doch nicht etwa wirklich Falco sein? (nein. Falco lebt mit Elvis in einer WG bei Wanne-Eickel. Anm. der Red.)

Trackliste

  1. 1. Wilder Westen
  2. 2. Adrenalin (180 Im Stehen)
  3. 3. Dach
  4. 4. Schutzenengel
  5. 5. Komm Baby
  6. 6. Elke Sein
  7. 7. Ich Male Es Dir Auf
  8. 8. Bring Mich Ans Meer
  9. 9. Scheißkerl
  10. 10. Was Machen Wir Bloß
  11. 11. Verboten Scheißegal!
  12. 12. Träume
  13. 13. Frei

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