laut.de-Kritik

Eine Prise Gregorianik, etwas Carl Orff und halbwegs saftige Elektronik-Beats.

Review von

Projekte wie E Nomine gedeihen prächtig auf dem Boden popkultureller Vielfalt. Ist der Samen erst einmal eingepflanzt, erfordern sie nur eine geringe Pflege und bringen dem begeisterten Hobbygärtner am Ende einen vielleicht unerwartet üppigen Ertrag. E Nomine, du Marihuana unter allen Pflanzen des so poppig bunt blühenden Musikgartens, ist man schon versucht auszurufen. Aber halt! War da nicht noch was? Ach so, die Sache mit dem Rausch. Ja, richtig. Marihuana gedeiht nicht nur schnell, es turnt auch noch, was man von E Nomine leider überhaupt nicht behaupten kann.

Was macht E Nomine nun so erschreckend ernüchternd? Sind es die jeden Song wie ein engmaschiges Spinnennetz durchziehenden düster-sakralen Choräle, die mir eiskalte Schauer den Rücken hinunter jagen? Oder sind es eher die billigen Maschinen gleich vor sich hin stampfenden Beats, die das Fundament von "Finsternis" bilden? Vielleicht liegt es auch an den obszönen und oftmals brutalen Texten, die von Tod, Grausamkeit und Sex erzählen und sich wie ein dunkler Schatten über meine unschuldige Seele legen? Oder doch eher an der berechnenden Gemeinheit und Hinterlist, die aus den Synchronstimmen von Robert De Niro oder Anthony Hopkins spricht? Nein, ich glaube diese Fragerei führt hier zu nichts.

E Nomine ist so erschreckend ernüchternd, weil "Finsternis" eine so erschreckend langweilige CD ist. Lieblos wurden hier eine Prise Gregorianik, ein Löffelchen Carl Orff und eine halbe Packung saftige Elektronik-Beats zusammen gemischt. Unter Zugabe von reichlich schmalzigen Lyrics und bekannten Synchronsprechern wurde der Eintopf schnell mal hoch gekocht. Bleibt zu hoffen, dass diese halb garen Früchte bald auf dem Kompost der Popgeschichte vor sich hin faulen. Dann ist alles wieder gut, bis ... ja, bis wieder einmal ein Samen im fruchtbaren Boden popkultureller Vielfalt aufgeht.

Trackliste

  1. 1. Am Anfang war die Finsternis
  2. 2. Mitternacht
  3. 3. Die Wandlung
  4. 4. Wolfen (Das Tier in mir)
  5. 5. Reise nach Transsilvanien
  6. 6. Dracul's Bluthochzeit
  7. 7. Die Offenbarung
  8. 8. Séance
  9. 9. Die Bedrohung
  10. 10. Das Böse
  11. 11. Die Suche
  12. 12. Die schwarzen Reiter
  13. 13. Die Verlautbarung
  14. 14. Zorn - Die 12 verbotenen Töne
  15. 15. Hexenein X Eins
  16. 16. Hexenjagd
  17. 17. Das Unheil
  18. 18. Der Exorzist
  19. 19. Der Tod
  20. 20. Herr der Schatten
  21. 21. Der Ahnungsschauer
  22. 22. Angst
  23. 23. Der Schrei
  24. 24. Exitus
  25. 25. Das Schweigen
  26. 26. Die Nachtwache
  27. 27. Die Stimme
  28. 28. Aus dem Jenseits

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3 Kommentare

  • Vor 11 Jahren

    Hat sich der Autor dieser "Kritik" die CD eigtl überhaupt mal angehört?......

  • Vor 11 Jahren

    @laut.de (« <h3>E Nomine - Finsternis</h3>E Nomine ist so erschreckend ernüchternd, weil "Finsternis" eine so erschreckend langweilige CD ist. Lieblos wurden hier eine Prise Gregorianik, ein Löffelchen Carl Orff und eine halbe Packung saftige Elektronik-Beats zusammen gemischt. Unter Zugabe von reichlich schmalzigen Lyrics und bekannten Synchronsprechern wurde der Eintopf schnell mal hochgekocht. »):

    warum? dieser absatz fasst dieses proekt doch wunderbar zusammen.

  • Vor 11 Jahren

    E Nomine hat durchaua Potenzial. Gar nicht so kommerzialistisch wie hier dargestellt wird