laut.de-Kritik

Doktorspielchen zwischen Electro, Acid und Techno.

Review von

Jedes Jahr - genauso so verlässlich wie der Weihnachtsmann - kommt Dr. Lektroluv. Zwar trägt er keinen großen Sack auf dem Rücken. Dennoch bringt er etwas mit. 2006 ist es seine inzwischen siebte und daher passenderweise "Dr. Lektroluv Presents Lektroluv 007" betitelte Mix-Compilation. In bester Agentenmanier gibt er sich hier ganz weltmännisch: Electro, Minimal, House, Acid oder Techno - keine Frage Dr. Lektroluv macht bei jedem Beat eine gute Figur.

Seine Vorliebe für 80er inspirierte Techno- und Electro-Tracks bescherte dem Doktor in der Vergangenheit nicht nur in seiner Heimat Belgien zahlreiche Fans. Gigs führen ihn regelmäßig durch eine Vielzahl europäischer Länder. So auch im Moment - natürlich mit den Platten der aktuellen Compilation im DJ-Koffer. Und die hält mit ihrem Groove nicht lange hinter dem Berg, sondern beginnt gleich mit einem Highlight.

Bozzwell eröffnen mit dem spacigen Tech-House-Track "Ghouls". Kinder der 90er müssen da sicherlich gleich an das "gruselige" Nintendo-Game "Ghosts 'n' Ghouls", das einen mitunter der Verzweiflung nahe bringen konnte. Derlei liegt Dr. Lektroluv dankenswerterweise fern. Er gestaltet die ersten Tracks seines Mix locker aber dennoch bestimmt. Erst mit Armandos Acid-Klassiker "Land Of Confusion", der hier im Remix erklingt, zieht er die Zügel straffer an.

Mit dem alten Nitzer Ebb-Song "Warsaw Ghetto" schlagen in der Folge die belgischen Wurzeln von Stefaan Vandenberghe, wie Dr. Lektroluv bürgerlich heißt, voll durch. Der altgediente DJ verfällt allerdings nur kurz in einen nostalgischen Film. Mit "German Bodymachine" aus dem Studio von DJ Hell und Anthony Rother sind wir wieder in der Jetztzeit angekommen. Nach den pfundigen Beats des Duos fallen die letzten Tracks der Compilation wieder etwas sanfter aus.

Mit Arpanet alias Gerald Donald setzt schließlich ein alter Bekannter den Schlusspunkt unter "Dr. Lektroluv Presents Lektroluv 007". Besser bekannt ist Donald unter den beiden Alias Heinrich Müller und Japanese Telecom. Dr. Lektroluv bleibt zu bescheinigen, dass er dieses Mal auf ein allzu offensives Retroflair bei der Trackauswahl verzichtet hat, was dem Mix sehr gut zu Gesicht steht. Auf die achte Ausgabe darf man sich also genauso freuen, wie auf die noch ausstehenden Tourdates des Belgiers.

Trackliste

  1. 1. Bozzwell - Ghouls
  2. 2. Reverso 68 - Tokyo Disko Part 2
  3. 3. The Subs - The Origin
  4. 4. Nemesis - L'asteroide (Baldelli & Dionigi Mechanic Rmx)
  5. 5. Armando - Land Of Confusion (Remix)
  6. 6. Siskid - Hummer
  7. 7. Detroit Grand Pubahs - Riot 66 (B.Nasty & G.Tresher Rmx)
  8. 8. Danton Eeprom - Berlin 2 Bounce
  9. 9. Nitzer Ebb - Warsaw Ghetto
  10. 10. Hell & Anthony Rother - German Body Machine
  11. 11. Superlux - Alison Kirk (Perspects Remix)
  12. 12. Kaos - Panopeeps
  13. 13. Michoacan - Basshead
  14. 14. Maral Salmassi - Forever
  15. 15. Arpanet - Illuminated Displays

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