laut.de-Kritik

Ein Trio mit vier Fäusten - charmant, sanft und schön.

Review von

Irgendwo in Köln auf der nicht so gern gemochten anderen Rheinseite gibt es ein von Vorurteilen behangenes Viertel namens Kalk. Hier entsteht ein kleines Label, das mittlerweile nicht nur in der Domstadt Kultstatus besitzt, sondern weltweit seine musikalischen Delikatessen sympathisch und bescheiden an die richtigen Ohren verteilt. Karaoke Kalk ist auch die Heimat von Donna Regina. Ein elektronisches Doppelpack mit neuem Longplayer im Gepäck. "Late" ist mittlerweile das dritte Album von Regina und Günther Janssen auf dem Kölner Label.

Bei Donna Regina ist es egal, wann, wo und wie sie eine Platte herausbringen. Sie wird immer schön anzuhören sein. Zu jeder Jahreszeit, zu jeder Gelegenheit und zu jedem Getränk. Mal im Frühling, verliebt zu französischem Chardonnay ("Aimes-Tu"). Im Sommer, verträumt zu Zitroneneistee ("Passer-By"). Im Herbst, als einsamer Single mit einem schaumig-cremigen Milchkaffee ("Rain") oder im Winter, mit einer harmonischen Affäre und eisgekühlter Apfelschorle ("You Better Believe").

"I'm Not A Girl Anymore" gehört zu meinen Favoriten auf diesem Album. Einfache, sich wiederholende Textzeilen mit steigenden Beats und bewegungslustigen Pop-Sounds. Ohne Zweifel und Selbstmitleid. Absolut hitverdächtig. Das Ehepaar beweist auch immer mehr ihre Qualitäten zu klassischen Singer/Songwriter Melodien. Da darf man mitsummen und mitschwärmen.

Zwischen französischer und englischer Lyrik schweben Donna Regina durch die Gefühlswelt des Lebens. Elektronische Finessen, warm und berührend mit der unvergleichlichen Stimme von Regina Janssen. Ein gelungenes, harmonisches Duo. Die Interpretation von Reginas Songtexten steht mehr und mehr im Vordergrund. Traurig, ängstlich und voller Sehnsucht erscheinen ihre Themen, aber immer mit einer guten Portion Selbstbewusstsein.

Donna Regina beweisen vor allem, dass man jahrelang als Paar ordentlich Musik machen kann, ohne Skandal und kindergartenähnliches Verhalten. Keine Auflösungsgründe. Im Gegenteil, "Late" hört sich nach mehr an. Da sollten sich so einige andere Bands in der schönen Stadt am Rhein mal ein Beispiel dran nehmen. Bitte mehr harmonische Musikerpaare in der Szene!

Bei dieser Veröffentlichung kann man allerdings schon fast von einem Trio reden. Die beiden haben nämlich musikalischen Nachwuchs bekommen. Steffen Irlinger, bekannt als lokaler Radio DJ, kreierte auch schon Sounds und Samples auf den vorherigen Platten "A Quiet Week In The House" und "Northern Classic" und spielt nun auf "Late" eine wichtige Rolle. Alles in allem ein gelungenes Trio mit vier Fäusten. Charmant, sanft und unglaublich schön.

Trackliste

  1. 1. Late
  2. 2. Fountain Of Love
  3. 3. Passer-By
  4. 4. Aimes-Tu
  5. 5. Not A Girl Anymore
  6. 6. Rain
  7. 7. Blue Of The Pool
  8. 8. You Better Believe
  9. 9. Bad Chemistry
  10. 10. Driftwood
  11. 11. Chemistry

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