laut.de-Kritik

Slipknotsche Ziehkinder oder eigenständiger 'Boozecore'?

Review von

M. Shawn Crahan, seines Zeichens der Clown bei Slipknot, muss sich also vor lauter Begeisterung die Hose festhalten, weil Dirtfedd so geil sind. Entsprechend hat der gute Clown das Debüt von Dirtfedd nicht nur produziert, sondern die Band auch auf seinem eigenen Label unter Vertrag genommen.

Ähnlich wie die Begeisterung von Chad Kroeger über Theory Of A Deadman wohl weitgehend daher kommt, dass die Theoretiker einen weitgehend ähnlichen Ansatz haben wie Nickelback selbst, sind auch Dirtfedd nicht wirklich weit vom Sound der Maskenfuzzis aus Iowa entfernt. Zwar geht man nicht ganz so psychotisch zu Werke, doch Aggression und der Hang zur Provokation sind bei Dirtfedd genauso ausgeprägt vorhanden.

Dazu scheint der gewisse Sinn für feinsinnige Ästhetik durch: Dirtfedd bezeichnen ihren Sound als Boozecore. Warum auch nicht, wenn man lyrisch schon Schlagworte wie "Drink! Fight! Fuck! Salute!" durch die Speaker schickt.

Ins selbe Horn stößt der Rausschmeißer "Wasted". Es muss sich ja schließlich nicht jede Band mit der emotionalen Zerrissenheit der heutigen Jugend beschäftigen. Allerdings geht es nicht nur um Party, Saufen und Vögeln, denn mit dem Titeltrack oder auch "War Criminal" zeigt man sich durchaus von einer sozialkritischen Seite.

In Hinsicht auf Power, Härte und Attitüde sind speziell die ersten Tracks nicht zu weit weg von Slipknot. Manchmal nervt leider der hohe Cleangesang von Fronter Dustin etwas. Die erste außergewöhnliche Nummer "Cold Ficks & Hot Lix" kommt in bester Crowbar oder Down-Manier mit reichlich Doom, Hammondorgel und Southern Rock.

Dennoch geben Gitarren, fette Grooves und vor allem der variable Gesang von Fronter Dustin immer den Ton an. Gerade ein Song wie "A Shotgun Romance", der weitgehend auf dem Klavier basiert und dennoch kaum weiter von einer Ballade entfernt sein könnte, ist schon bärenstark. Aber auch das restliche Material des Albums ist mehr als hörenswert. Dirtfedd setzen sowohl straightes Geknüppel als auch auf melodische Parts und Gesangsspuren. Wer mit einer Band wie Five Finger Death Punch was anfangen kann, sollte mal ein Ohr riskieren.

Trackliste

  1. 1. Salute
  2. 2. Trained To Kill
  3. 3. ... Said The Spider To The Fly
  4. 4. Hot Lix
  5. 5. American Nightmare
  6. 6. Tonight
  7. 7. Here I Am
  8. 8. Shotgun Romance
  9. 9. Ares
  10. 10. War Criminal
  11. 11. Wasted!!!

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