laut.de-Kritik

Härte und Melodie, Spannung und Entspannung.

Review von

Gemäß dem Titel "Internal Revolution" scheinen sich auch Diecast Gedanken gemacht zu haben, in welche Richtung eine mögliche Verwandlung gehen soll. Wie der Kopf auf dem aktuellen Cover, so blickt auch die Band einerseits in die eigene Vergangenheit und deren musikalische Ausprägung, um zur selben Zeit einer Zukunft entgegen zu sehen, die neue Elemente in ihrem Stil zulässt.

Verwirrung ist jedoch gar nicht nötig, denn das, was Diecast auf dem aktuellen Silberling machen, funktioniert ganz gut. Auf dem Nachfolger von "Tearing Down Your Blue Skies" bauen sie die meiste Zeit druckvolle Gitarrenwände und Sounds auf, die sich immer wieder in gefühlvollen Melodien der Marke Göteborg auflösen, nur um sich an anderer Stelle noch weiter und härter zu entwickeln. Das kann manchmal berechenbar sein, an anderer Stelle gehen sie jedoch unerwartete Wege. Ist der Opener und Titeltrack noch eine Metalcore-Keule, wie man sie kennt und schon oft gehört hat, also mit knackigen Riffs und melodischem Refrain, bei dem Paul Stoddards Singstimme zur Geltung kommt, schlägt das beinahe schon rockige und zugleich sanfte "Hourglass" aus der Art.

Danach stellt "Fractured" wieder einen deftigeren Sound in den Vordergrund, wobei sich Gesang- und Schreiparts die Klinke in die Hand geben. Eine härtere Gangart schlägt "Weakness" an, das uns die Riffs nur so um die Ohren knallt, während "S.O.S." eher auf melancholische Ruhe setzt. Über der neuen Rhythmusfraktion, bestehend aus Dennis Pavia an den Fellen und Brad Horion am Bass, hat Fronter Paul seine klare Gesangsstimme ausgebaut, die hier zur vollen Entfaltung gelangt. Eine Überraschung gibts zu Ende hin mit "The Coldest Rain", eine mit Streichern und Klavier unterlegte Ballade, die nach der ersten Hälfte noch ordentlich aufdreht.

Wie so viele Metalcorebands beherrschen auch Diecast das Spiel aus Härte und Melodie, Spannung und Entspannung. Trotzdem versuchen sie immer wieder ein bisschen aus dem Genre auszubrechen, was "Internal Revolution" verdammt gut tut. Denn gerade dann wirds richtig interessant. Während ich den meisten Metalcore-Veröffentlichungen aufgrund der beinahe unüberschaubaren Menge an Bands, die auch kaum Abwechslung aufbieten, meist von Grund auf skeptisch gegenüber stehe, kann ich hier bedenkenlos zum Zuschlagen auffordern.

Trackliste

  1. 1. Internal Revolution
  2. 2. Never Forget
  3. 3. Hourglass
  4. 4. Fractured
  5. 5. Weakness
  6. 6. Fade Away
  7. 7. Out Of Reach
  8. 8. S. O. S.
  9. 9. Nothing I Could Say
  10. 10. Definition Of A Hero
  11. 11. The Coldest Rain

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