"More Than A Feeling" lässt sich in dreierlei Sorten Zitrone hören, je nach Stimmung: Bitter Lemon, Zitronenlimo und Heiße Zitrone. Für die Sorte Bitter Lemon haben Die Goldenen Zitronen Härte und bittere Ironie in ihre Rezeptur gemischt. Damit ist nicht Verbitterung im Sinne von Zynismus gemeint.

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  • Vor 5 Tagen

    einmal mehr gilt für sie: man möchte das so gern mögen!

    aber leicht ist das nicht. die texte für sich genommen funktionieren durchaus in ihrer knallhart servieren, leidenschaftlichen direktheit.

    die soundscapes gehen für sich genommen auch teilweise klar.

    aber beides zusammen klingt einmal mehr unnötig anstrengend, bar jeder songwriterischen inspiration, bar jeder zündenden melodie aber als bewusst unkommerzielles arrangement dann ach wieder nicht radikal genug.

    mit anderen worten: sie verpassen es regelmäßig - und auch hier - die interessanten gedanken und botschaften auch musikalisch ansprechend rüber zu bringen. schon allein dieses agit-diskurs-gekeife der vocals senkt die erträglichkeitsdauer beträchtlich.

    fazit: guter kern im fiesen mantel!

    • Vor 5 Tagen

      Der fiese Mantel gehört dazu. Unbequemes in Bequemlichkeiten wäre eben nicht Die Goldenen Zitronen. Punk, Metal, Elektro usw. hört sich idR ähnlich albern an wie Rohrspatzen, wenn es denn überhaupt politisch sein will. Und keine Musikrichtung verstört heute noch irgendjemanden. Es kann für mich überhaupt keine andere klangliche Verpackung für diese speziellen Inhalte geben als die, welche die Zitronen für sie ausgesucht haben.

    • Vor 5 Tagen

      Wie jetzt? Die machen kein Trap?

    • Vor 5 Tagen

      Dann hast du die neue Xiu Xiu noch nicht gehört.

    • Vor 4 Tagen

      Dieser Kommentar wurde vor 4 Tagen durch den Autor entfernt.

    • Vor 4 Tagen

      aus meiner sicht, lieber ragism, verläuft die trennlinie nicht etwa zwischen bequem/unbequem, sondern zwischen inspiriert und gekünstelt.

      ich habe aber auch eh ne deutsche diskurs-fzzi-allergie, gebe ich zu.

      die zitronen mag ich als typen und inhaltlich schon sehr. aber musikalisch? ich gebe mal zwei gegenbeispiele:

      zum einen die tollen klez.e, die subversive texte sinnlich rüberbringen, ohne so vorlesungshaft daher zu kommen.

      zum anderen: wenn schon schroff, dann bitte konsequent und heftig wie etwa der späte scott walker. im vergleich zu dessen verstörendem avantgarde-ansatz, klingt das hier doch so dröge wie ne k-gruppenbesprechng der örtlichen kommnen-wg.

    • Vor 4 Tagen

      Kann ich absolut nicht nachvollziehen. Gerade musikalisch ist die aktuelle Platte enorm gewachsen. Allerdings würde ich bei den Zitronen auch etwas weniger von Songs im klassischen Sinne, sondern eher von Performances sprechen. Wie die Rezension schon andeutet, haben die Zitronen etwas Theatralisches. Da wäre die totale Kakophonie genauso unpassend wie eingängige Populärmusik.

    • Vor 4 Tagen

      guter gesichtspunk(t).

    • Vor 4 Tagen

      Dieser Kommentar wurde vor 4 Tagen durch den Autor entfernt.

    • Vor 4 Tagen

      "agit-diskurs-gekeife":
      Diskurs ganz viel, ja.
      Agitation i.S. von Ton, Steine, Scherben sehe ich hier nicht,
      auch Die Sterne trotz Überschneidung in der Besetzung klingen mir weit weg.
      Wenn Agitation = Imperative enthält. // klez.e muss ich mal nachholen. // Vorlesung sinnlicher zu vertonen, ja, das fehlt hier zwar ; dafür ist die Platte sehr aktuell, wenn auch vielleicht nicht jahrelang ausgereift. // @Ragism, ja, das mit dem Theater war mir wichtig anzudeuten. // Entwicklung: finde ich schon. Nicht immer kamen sie hier auf Laut gut weg.
      Dafür, dass wir eine sehr verworrene Gemengelage haben, sind sie für mich die erste Stimme, die Argumentationsfehler auf allen politischen Seiten aufdeckt
      (und evtl ist das auch eine der Aufgaben von Künstlern die mit der deutschen Sprache ihr Geld verdienen, auf semantische Verschiebungen hinzuweisen und Wörter mal zu definieren / das Wort "BRD" ist zB nicht dasselbe wie 1988, und wenn doch, dann kann man wieder den Vorwurf erheben, "Wessis" hätten "Ossis" unterpflügt, aber das Wort zu definieren ist noch nicht agitatorisch, mehr wachrüttelnd, den Geist anregend - oder?).

    • Vor 3 Tagen

      Danke, HiPhil! Du hast meine Verwirrung beim Vorwurf der Agitation gut entwirrt. Im Gegensatz zu den meisten Punkbands machen die Zitronen keine Forderungen, keine Parolen. Sie sind eher scharfe Beobachter, denen man sich kaum entziehen kann.