laut.de-Kritik

Bewährt deftiger Klang mit neuen Nuancen.

Review von

Alles neu macht der Leif. Der Mann hat es wirklich nicht leicht, wenn es darum geht, Dew-Scented am Leben und voll besetzt zu halten. Die komplette Mannschaft wurde Ende letzten, Anfang dieses Jahres ausgewechselt. Trotzdem klingt "Icarus" ganz klar nach Dew-Scented. Wie stellt man so etwas an?

Die Antwort ist in diesem Fall relativ einfach: Mit Marvin Vriesde steht ein Mann an der Klampfe, der vor allem live, aber auch im Studio immer wieder bei Dew-Scented ausgeholfen hat. Inzwischen ist Marvin nicht nur fest dabei, sondern durfte sich auch gleich nach neuen Kollegen umsehen. Das tat er nicht in Deutschland, sondern in seinem heimatlichem Umfeld, den Niederlanden: Die Rhythmusgruppe und den zweiten Gitarristen staubte er bei I Chaos ab.

Zudem betätigt sich Marvin auf "Icarus" als maßgeblicher Songwriter. Das frische Blut merkt man dem Album deutlich an. Diese Weisheit ließ sich zwar bislang bei jedem Album der Braunschweiger anführen, aber von Routine kann man bei den Herren nun wirklich kaum sprechen. Die neuen Jungs wissen, wie Dew-Scented zu klingen haben, bringen jedoch natürlich einige neue Nuancen mit ein.

So bilden der Opener "Sworn To Obey" und der Rausschmeißer "Perpetuaded" die knallharten Säulen, zwischen denen sich der nicht weniger deftige Rest abspielt. Allerdings fällt auf, dass sich Dew-Scented in der neuen Besetzung in einem rechten straighten Thrash Metal bewegen, auch wenn vor allem die Rhythmussektion gern mit kleinen spieltechnischen Feinheiten glänzt.

Dennoch kommen etliche Trademarks der Band damit abhanden. So sorgt maßgeblich die Stimme von Leif Jensen für den großen Wiedererkennungswert. Um aber auch hier größere Abwechslung reinzubekommen, gibt es mit dem Sacrifice-Fronter Rob Urbinati (bei "Gleaming Like Silver") und Dan Swanö von Nightingale/Bloodbath (bei "Reawakening") zwei Gastshouter zu hören.

"Icarus" ist somit kein schlechtes Album, aber weder für die langjährigen Dew-Scented-Fans noch für den Thrash-Fan im Allgemeinen ein wirklich unerlässlicher Kauf. Dazu mangelt es einfach an zwingenden, im Gedächtnis bleibenden Songs. Wollen wir sehen, wie lange das Line-Up dieses Mal durchhält.

Trackliste

  1. 1. Hubris
  2. 2. Sworn To Obey
  3. 3. Thrown To The Lions
  4. 4. Storm Within
  5. 5. Gleaming Like Silver
  6. 6. By My Own Hand
  7. 7. The Fall Of Man
  8. 8. Reawakening
  9. 9. Destined To Collapse
  10. 10. A Final Procession
  11. 11. Perpetuated

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1 Kommentar

  • Vor 7 Jahren

    Die hatten einige richtig gute Thrash/Death-Metalscheibchen in der alten Besetzung rausgehauen - leider fehlte immer der große Bekanntheitsgrad, obgleich sie die Speerspitze des deutschen Thrash für mich sind.