laut.de-Kritik

Anneke van Giersbergen sorgt für Gänsehaut-Momente.

Review von

Die erste Hälfte ist geschafft. Mit "Addicted" liegt das zweite von insgesamt vier Alben vor, die Devin Townsend unter dem Banner 'Devin Townsend Project' veröffentlichen wird. Teil drei soll bereits Anfang nächsten Jahres folgen und den Härtegrad nochmal deutlich nach oben schrauben.

Naja, lassen wir uns überraschen. Mussten wir mit "Addicted" ja auch tun, denn viele alte Fans halten "Ki" nach wie vor für ein recht schwaches, fast schon enttäuschendes Album. Und das nicht nur wegen der fehlenden Härte, sondern auch wegen der mitunter belanglosen Musik.

Folglich durfte man "Addicted" ein wenig skeptischer gegenüber treten. Leider erweist sich das auch dieses Mal erneut als notwendig.

Dabei gerät der Einstieg mit dem Titeltrack gar nicht mal so schlecht. Das Riff ist ordentlich, Devin röhrt ein kurzes 'Oh Yeah', und nachdem auch Anneke van Giersbergen (Aqua De Annique/Ex-The Gathering) kurz trällern darf, entwickelt sich der Song zu einer wirklich wütenden Midtempo-Nummer.

Auch das beinahe nahtlos anschließende "Universe In A Ball" zeigt Devin teilweise von einer exaltierten Seite und arbeitet mit ein paar harten Gitarren. Letztendlich sprechen aber die Triphop-artigen Drums und die zahlreich verwendete Elektronik eine andere Sprache.

"Addicted" soll das Rockalbum sein - und das ist es auch. Die Songs besitzen zwar oftmals einen gesunden Einschlag in Richtung Metal, die Produktion ist aber aalglatt, die Drums zu klinisch und auf Bässe würde zugunsten von zahlreichen Keyboards und elektronischen Spielereien fast verzichtet.

Devin wäre natürlich nicht Devin, wenn er mit diesen Elementen nicht auch ein paar großartige Melodien zaubern würde und mit der bereits erwähnten Anneke steht ihm eine exzellente Sängerin zur Seite, die ebenfalls für ein paar Gänsehaut-Augenblicke (allen voran in "Numbered") sorgt.

Doch die wirklich tiefgehenden, emotional bewegenden Momente sind auch auf "Addicted" relativ rar gesät. Zwar lassen sich hin und wieder durchaus Parallelen zu "Oceanmachine" ausmachen, doch "Addicted" zieht im direkten Vergleich dazu den Kürzeren.

Damit ist auch "Addicted" kein wirklich schlechtes Album. Im Vergleich zur bisherigen Schaffensphase von Mr. Townsend bleibt es aber nur eine Randnotiz und vom Meilenstein weit entfernt.

Trackliste

  1. 1. Addicted!
  2. 2. Universe In A Ball!
  3. 3. Bend It Like Bender!
  4. 4. Supercrush!
  5. 5. Hyperdrive!
  6. 6. Resolve!
  7. 7. Ih-Ah!
  8. 8. The Way Home!
  9. 9. Numbered!
  10. 10. Awake!!

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32 Kommentare

  • Vor 9 Jahren

    @laut.de (« Naja, lassen wir uns überraschen. Mussten wir mit "Addicted" ja auch tun, denn viele alte Fans halten "Ki" nach wie vor für ein recht schwaches, fast schon enttäuschendes Album. Und das nicht nur wegen der fehlenden Härte, sondern auch wegen der mitunter belanglosen Musik. »):

    Ich bin auch enttäuscht... nein nicht von der Review... ich dachte bloß Edele wäre was Musik angeht bisschen geschmackssicherer... Aber okay, nach dem Ki-Review hätte mich was anderes auch gewundert.. :)

    Also ich bin seit Accelerated Evolution nun dabei - weiß nicht, ob ich damit zu den "neuen" oder "alten" Fans gehöre. Jedenfalls hat dieses Album sehr viele helle Momente wo ich einfach vor mich hingrinsen muss und das find ich geil.

    Was das dtp angeht so hängt das einfach sehr stark damit zusammen welche musikalischen Vorlieben man selbst hat. Sofern man neben Metal mit recht poppigen/eingängigen Rythmen nichts anfangen kann, ergeht es einem wie mit Ki, wenn man mit einem recht minimalistischen Sound nichts anfangen kann.

    P.S.: Edele komm doch mal aus deiner Metal-Ecke raus und laß dich doch mal drauf ein, dann rockt dat Ding schon.. trau dich!

  • Vor 9 Jahren

    Hab mich ja schon im Band Thread unbeliebt gemacht. Aber ich finde das Album größtenteils furchtbar langweilig. Ich hab kein Problem mit den eingängigen Melodien vielmehr mit deren Umsetzung. Gerade die Produktiopn strahlt absolut kein leben aus.

    Und auf stumpfes, so in der Art von Prong abgekupfertes Riffing kann ich auch verzichten. 2/5 Punkte für einige ganz passable Ohrwürmer.

  • Vor 9 Jahren

    Zitat (« Doch die wirklich tiefgehenden, emotional bewegenden Momente sind auch auf "Addicted" relativ rar gesät. Zwar lassen sich hin und wieder durchaus Parallelen zu "Oceanmachine" ausmachen, doch "Addicted" zieht im direkten Vergleich dazu den Kürzeren. »):

    Das ist die Crux. Mit der Ehrlichkeit und der Emotionalität hat dieses aalglatte Machwerk wenig zu tun. Da kann einer noch so oft sagen "ja, das wollte er ja so, er wollte ja ne Popplatte machen". Meiner Ansicht nach ist die Mittelmäßigkeit von Addicted nicht berechnet, sondern das Resultat von Unvermögen. Schließlich hat der Mann in seiner Karriere schon mehrmals mit Pop kokettiert, und da sah das Ergebnis ungleich überzeugender aus.

    Es scheint, der gute Mann hat seinen kreativen Zenit nun endgültig überschritten. Mal sehen, was Deconstruction bringt. Hoffentlich das progressive, unberechenbare Element von früher.

  • Vor 9 Jahren

    @Catch Thirtythree (« Tja, von dir Flachpfeife hab ich jedenfalls noch nichts Gehaltvolles vernommen. »):

    wenn du dich auf dem level unterhalten willst empfehle ich dir lautuser und die threads zu den reviews von deutschrap-alben, du vollgeschissene menschenhaut.

    :eek:

    so. haben wir die kinderkacke jetzt hinter uns? nix gegen ne nette stichelei, aber ich bitte dich...

    zum punkt: ich hatte angenommen das wir uns hier über ein album unterhalten. eins. nicht townsends gesammtwerk. obwohl da in letzter zeit auch verstärkt die "poppigkeit" durchscheint. ziltoid war auch schon in der richtung, und das meine ich als kompliment.

    und natürlich hast du noch nix gehaltvolles von mir gehört. ganz einfach weil ich deine meinung nicht teile. du kommst mir vor wie der polizist deiner eigenen version von "trveness". da muss jeder andere zwangsläufig ein idiot sein. kann ich gut verstehen.

  • Vor 9 Jahren

    @Splatterzivi («
    Gegen z.B. "Terria" ist "Crack The Skye" absolutes Easy Listening :D »):

    Whuat??

  • Vor 8 Jahren

    Das Problem bei Devin liegt m.E. mehr als eindeutig in seiner persönlichen Entwicklung, welche sich zwangsläufig auf seine Musik niederschlägt...sorry, aber für mich ist das so.
    Dieser einst so geniale Freak hätte niemals, und ich wiederhole das gerne, niemals den Joint beiseite legen und stattdessen den Friede-Freude-Familien-Weg einschlagen sollen. Man merkt nur allzu deutlich wie die Richtung auf Synchestra gefährlich kippt.
    Ziltoid war vielleicht noch ein Glückstreffer, aber mehr auch nicht, doch alles was nun folgt wird -mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit- kein Meilenstein mehr werden.
    Auch wenn ich mit dieser Meinung allein dastehe, Devin ist und wird nie wieder ein Künstler sein, er bleibt von nun an "nur noch" ein Musiker von Vielen. Traurig aber wahr!