laut.de-Kritik

Lieblos aneinandergereihte High-End-Pakete.

Review von

Manchmal bedarf es zu Beginn einer neuen Schaffensphase erst einmal eines kleinen Schnupperkurses. Das dachten sich wohl auch die fünf holländischen Symphony-Metallisten von Delain, als sie sich im vergangenen Jahr auf eine Zusammenarbeit mit Napalm Records einließen. Und so wandelt die Band um Ex-Within Temptation-Keyboarder Martijn Westerholt erst einmal auf Compilation-Pfaden. Die entpuppen sich jedoch als steinig und fordernd und lassen die Beteiligten ganz schön ins Stolpern geraten.

Natürlich freut sich der Fan über ein Paket, bestehend aus zwei brandneuen Songs ("Breathe On Me", "Collars And Suits"), drei Coverversionen ("Such A Shame", "Cordell", "Smalltown Boy"), zwei New-Mix-Abenteuern ("Are You Done With Me", "We Are The Others") und einem halben Dutzend Altlasten im Live-Korsett. Doch so richtig zünden will das erste Release unter neuem Label-Banner nicht.

Das liegt aber weder an den qualitativ hochwertigen beiden neuen Songs, die sich ohne Anpassungsschwierigkeiten auch auf der vergangenen "We Are The Others"-Party hätten amüsieren können, noch an den drei Ausflügen in fremde Bandgefilde. Denn mit opulenten Arrangements, solidem Hart-und-weich-Balance-Spiel und dem engelsgleichen Organ von Sängerin Charlotte Wessels spielen die Holländer in gewohnter Manier all ihre Trümpfe aus. Auch die sechs Live-Songs überzeugen mit amtlichem Karacho-Flair und pompöser Inszenierung.

Was allerdings fehlt, kann man allerdings nicht mal eben so aus dem Archiv kramen oder mit Hilfe diverser unkonventioneller Reglerdrehungen aus dem Hut zaubern. Die Rede ist von Leben, von Seele, von einem musikalisch nachvollziehbaren Strang, der auch bei der Produktion einer Compilation auf der To-do-Liste stehen sollte.

Doch weder der Band, noch dem neuen Label schienen Gespräche über die Trackliste und dendaraus resultierenden Faden des Albums wichtig gewesen zu sein. Und so reihen die Verantwortlichen drei verschiedene Schaffenspakete aneinander, die den Eindruck erwecken, als hätte die VÖ-Deadline höchste Priorität genossen. Der eingefleischten Anhängerschaft dürfte das zwar egal sein, schließlich gibt es ja reichlich Neues zu begutachten – für Neueinsteiger hingegen präsentiert sich das Album eher wie ein lieblos zusammengebastelter Gestern-Heute-Morgen-Turm, der zwar nicht umfällt, aber doch bedenklich wackelt.

Trackliste

  1. 1. Breathe On Me
  2. 2. Collars And Suits
  3. 3. Are You Done With Me
  4. 4. Such A Shame
  5. 5. Cordell
  6. 6. Smalltown Boy
  7. 7. We Are The Others
  8. 8. Mother Machine (live)
  9. 9. Get The Devil Out Of Me (live)
  10. 10. Milk & Honey (live)
  11. 11. Invidia (live)
  12. 12. Electricity (live)
  13. 13. Not Enough (live)

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