laut.de-Kritik

Der Rock-Minimalismus stößt an seine Grenzen.

Review von

Mit ihrem Zweitwerk "The Physical World" knüpften Death From Above nach ihrer 2011 erfolgten Reunion zwar an ihren früheren Erfolg an. Musikalisch traten die Kanadier mit gewohnten Disco-Rock-Sounds jedoch allmählich auf der Stelle.

Daher sammelte die Band, die wieder ohne die Jahreszahl im Namen auskommt, im letzten Jahr auf einer Farm in der Nähe von Toronto neue Ideen für "Outrage! Is Now". Mit Hilfe von QOTSA-Produzent Eric Valentine nahmen sie die Platte anschließend in Los Angeles auf. Allerdings entkommt das Duo nur zum Teil der kreativen Sackgasse.

Der Beginn dieses Albums überzeugt aber zunächst einmal. "Nomad" zielt mit schmissigen Riffs à la Wolfmother und dem catchigen Refrain direkt auf die Tanzfläche. Im Gegensatz zum Opener betont "Freeze Me" mit seinen markanten Pianoläufen und dem emotionalen Gesang von Sebastien Grainger die poppigen Qualitäten von Death From Above. "Caught Up" weckt mit seinem rauen Charme angenehme Erinnerungen an das Debüt "You're A Woman, I'm A Machine" von 2004. An Abwechslung mangelt es der Scheibe anfänglich nicht.

Darüber hinaus haben die Torontoer mit ihrer ersten Platte zwischen groovigen Bassläufen und wilden Punk-Ausbrüchen die hedonistische Indie-Attitüde nach dem Millennium so präzise eingefangen wie kaum eine andere Band in dieser Zeit. Jedes weitere Album dieses Duos muss sich mit diesem rockigen Ungestüm messen lassen.

So stehen die beiden Musiker vor der schwierigen Aufgabe, die treue Fanbase zu bedienen, um nicht die ursprünglichen Werte zu verraten. Gleichzeitig müssen sie sich in eine zeitgemäßere Richtung weiterentwickeln, um noch nach über einer Dekade relevant und wichtig zu bleiben. Die folgenden Stücke offenbaren, dass die minimalistische Herangehensweise von Death From Above da mittlerweile an ihre Grenzen stößt.

Von der einstigen Kreativität und Energie von Songs wie "Romantic Rights" und "Sexy Results" bleibt ohnehin wenig übrig. Etwas Originelles bietet die oberflächliche Melodieführung des Titeltracks nämlich nicht. Wenn in dem eintönig vor sich hinstampfenden Klangbild von "Moonlight" kaum etwas Spannendes passiert, hat man den Tiefpunkt auf dieser Scheibe endgültig erreicht.

Letztendlich hinterlässt dieses Album wie schon der Vorgänger einen zwiespältigen Eindruck. Zum einen birgt es gute Momente, zum anderen viel Mittelmaß. Auf "Statues" dringt die Band mit der leicht verfremdeten Stimme von Sebastien Grainger gelungen in psychedelische Sphären vor und beschreitet mit diesen Klängen etwas unkonventionellere Pfade.

"NVR 4EVR" besticht wiederum mit einer überaus knackigen Hook und besitzt durchaus Hitpotenzial. "Holy Books" verzettelt sich zum Schluss dennoch zu sehr in unnötige instrumentale Spielereien und klingt deswegen alles andere als zwingend.

Death From Above finden auf "Outrage! Is Now" nicht immer eine ausgewogene Balance zwischen altbewährten Tönen und frischen Nuancen. Trotzdem hat es die Band keinesfalls verlernt, packende Indie-Rock-Songs zu schreiben. Die Leidenschaft früherer Tage erreicht das Duo dagegen selten. Deswegen sollten die beiden Kanadier die eigenständigen Ansätze künftig noch um Einiges konkreter ausformulieren und sich von äußeren Zwängen freispielen.

Trackliste

  1. 1. Nomad
  2. 2. Freeze Me
  3. 3. Caught Up
  4. 4. Outrage! Is Now
  5. 5. Never Swim Alone
  6. 6. Moonlight
  7. 7. Statues
  8. 8. All I C Is U & Me
  9. 9. NVR 4EVR
  10. 10. Holy Books

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