laut.de-Kritik

Wie der Phoenix aus der Asche - nur mit weniger Feuer.

Review von

Dead By Sunrise wird um einen Vergleich mit Linkin Park nicht herum kommen. Zu groß ist deren Einfluss, zu zahlreich deren Fans. Auch die Plattenfirma spielt fleißig mit. Im Fernsehen geht es sogar noch flacher: Dead By Sunrise wird schlichtweg nur vorgestellt als "neue Band vom Sänger von Linkin Park". Mehr braucht man anscheinend nicht zu wissen.

Doch so einfach ist das nicht. Aber wenn man eben schon einmal beim Vergleich ist, dann fällt auf, dass Chesters zweite Band trotz seines Geschreis ruhiger daherkommt, poppiger und sanfter.

Mike Shinoda war nicht mit dabei – und damit fehlt auch der Hip-Hop-Einfluss. Elektronischer soll es im Gegenzug sein. Ryan Shuck und Amir Derakh (Orgy, Julien-K) kennen sich mit dem Sound aus der Steckdose ganz gut aus. Von diesem Elektromix ist allerdings nicht wirklich etwas zu hören.

Mit "Fire" legt die Band einen gelungenen Einstieg hin und kommt vom LP-Image weg. Bei der Singleauskopplung "Crawl Back In" verhält es sich ähnlich. Man setzt auf Gitarre, Schlagzeug, Bass – und den gelungenen Mix aus Geschrei und Gesang. Richtig gelesen: Chester versucht sich in Gesang und das mit Bravour. Einen Beweis liefert unter anderem "Let Down". Hitverdächtiger hingegen kommt "Inside Of Me" daher, das sich auch als Single gut machen würde.

Mit "Give Me Your Name" ist auch ein musikalischer Heiratsantrag an Chesters neue Flamme dabei. Man liebt es eben heldenhaft und ein wenig übertrieben pathetisch. Dazu hat sicherlich auch Erfolgsproduzent Howard Benson (u.a. My Chemical Romance, Daughtry, Good Charlotte) seinen Beitrag geleistet. Jedoch ist der Song genau wie "In The Darkness" allzu glatt arrangiert. Höchstes Lob hingegen erhalten das metallig anmutende "Condemned" sowie "My Suffering".

Chester Bennington scheint die Hit-Produktion genauso im Blut zu liegen wie seine Gabe, sich selbst zu zerstören. Obwohl er mit Dead By Sunrise wenigstens seinen Stimmbändern ab und zu eine Verschnaufpause zusteht. Wie der Phoenix aus der Asche – "Out Of Ashes" – so möchte Dead By Sunrise nach eigenen Angaben sein. Doch so neu ist das, was die Combo da abliefert, wiederum nicht. Und das hat jetzt nichts mit Linkin Park zu tun.

Trackliste

  1. 1. Fire
  2. 2. Crawl Back In
  3. 3. Too Late
  4. 4. Inside Of Me
  5. 5. Let Down
  6. 6. Give Me Your Name
  7. 7. My Suffering
  8. 8. Condemned
  9. 9. Into You
  10. 10. End Of The World
  11. 11. Walking In Circles
  12. 12. In The Darkness

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39 Kommentare

  • Vor 11 Jahren

    @laut.de (« Man setzt auf Gitarre, Schlagzeug, Bass – und den gelungenen Mix aus Geschrei und Gesang. Richtig gelesen: Chester versucht sich in Gesang und dass mit Bravour.
    Zitat («

    War das bei Linkin Park denn anders? Ich meine mit dem Gesang.

  • Vor 11 Jahren

    Chester arbeitete seit seinem 15. Lebensjahr an "Walking in Circles" und nicht an "My Suffering"!
    Alles in Allem ein wirklich gelungenes Album und die Band hat auch auf jeden Fall Livequalitäten, wovon ich mich schon in Hamburg überzeugen konnte!

  • Vor 11 Jahren

    Nein, Chester hat natürlich nicht nur geschrien - seltsame Behauptung der Rezensentin.

    Irgendwie erfährt man auch fast garnichts dazu, wie das Album denn nun ist?! Die ganze Rezension besteht doch zu 80% aus LP-DBS Vergleichen. Ich hätte mir da viel mehr Details gewünscht! Und wie kommen die Punkte zusammen?

  • Vor 11 Jahren

    äääääääähm mike hat sich nicht in den hintergrund drücken lassen da seid ihr wohl etwas falsch informiert...trotzdem er nich mehr so mit rap zu hören ist hat er genauso großen einfluss auf das, was passiert, was alle lp-members immer wieder ausdrücklich betont haben...sie haben ihren sound verändert, als team, es ist doch quatsch jetzt chester dafür verantwortlich zu machen das mike nich so doll gerappt hat, obwohl dieser an den songs wie sie sind genauso mitgeschriebn hat...

    aber gut: meiner meinung nach haben lp das einzig richtige gemacht, nämlich aufgehört das zu machen was alle nur erwartet haben, sondern wirklich zu machen was sie gerade machen wollten. ich finde musiker erbärmlich die für keine veränderungen offen sind. es ist meiner ansicht nach nicht falsch sich zu verändern, und wenn das jetzt einige als hingabe an den kommerz sehn dann bitte! hätte lp weiter nu metal zeug machn solln nur für eben jene leute, machn solln was die leute hören wollen? DAS wäre für mich ein verrat an die ideale gewesn

  • Vor 10 Jahren

    Es gab Auseinandersetzungen zwischen Mike und Chester. No roads left zB ist ja auch "nur" ein Bonustrack, Mike hat sich einfach im Hintergrund gehalten, das ist zu hören, ich sage nicht, dass er weniger gemacht hat oder so, aber einfach in der Präsentation der Musik ist er gewaltig nach hinten gerutscht. Find ich schade, weil er ein wirklich tallentiertes Bürschchen ist ;)

    Und naja, über die Veränderung der Musik lässt sich halt streiten.. Ich find den Wandel super und für mich steckt in der Musik wirklich viel drin.. Also, die Veränderung war nichts Schlechtes, LP sind für mich immernoch die Größten! Ob dieses vlt doch auch ein bisschen darauf hinaus lief, das zu erfüllen, was die breitere Masse anspricht kann ich nicht genau beurteilen, Musik ist nicht zuletzt deren Job, welcher meist vor dem Hobby steht.. Aber trotzdem sind LP sehr intensive Musiker und ich schätze sie und ihr Können extrem hoch!

  • Vor 2 Jahren

    Dieser Kommentar wurde wegen eines Verstoßes gegen die Hausordnung durch einen laut.de-Moderator entfernt.