laut.de-Kritik

Zurück zu reduzierten Lagerfeuersounds.

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"Ehrlichkeit ist das Herzstück dieses Schreibprozesses, das Herzstück des Aufnahmeprozesses und das Herzstück dieser Sammlung von Songs", sagt Chris Carrabba alias Dashboard Confessional. Auf seinem elften Studioalbum "All The Truth That I Can Tell" öffnet der mittlerweile auf die Fünfzig zugehende einstige Millennium-Poster-Star sein Herz und seine Seele.

Noch vor der Pandemie entstanden, spiegeln die neuen Songs tiefgehende Momente und Erfahrungen im Leben von Chris Carrabba. So handelt beispielsweise das zerbrechliche "Me And Mine" von familiärem Zusammenhalt, während das sich dynamisch steigernde und gegen Ende fast schon hymnische "Here's To Moving On" einfach nur das Leben, den Augenblick und das Weitermachen feiert. Der schmachtende Opener "Burning Heart" präsentiert sich als lagerfeuerfestes Beziehungsdrama. Im finalen, höchst sentimentalen, Titeltrack geht es um persönliche Reue.

Chris Carrabba unterlegt seine offen nach außen getragenen Gedanken und Gefühle lediglich mit dem Klang einer zumeist zart gezupften Akustikgitarre. Ganz selten, wie beispielsweise im Song "The Better Of Me", gesellen sich neben Carrabbas brüchiger Stimme und der erwähnten Gitarrenklänge noch andere Instrumente dazu. Hier treibt dann plötzlich ein rockiges Schlagzeug alle Emotionen hinaus auf die Tanzfläche. Dort kann man sich dann wahlweise in einem Shirt von Bryan Adams oder The Gaslight Anthem austoben.

Manchmal weht auch ein Hauch von musikalischer Protesthaltung durchs Zimmer. Dann orientiert sich Dashford Confessional mit aufgeheizter Stimmung am Schaffen der Herren Joe Strummer, TV Smith, Billy Bragg und Frank Turner ("Southbound And Sinking"). Chris Carrabba gibt sich viel Mühe, schüttelt einige schöne Melodien aus dem Ärmel und wirft so ziemlich alles in die Waagschale, was man braucht, um Freunde der atmosphärischen Singer/Songwriter-Liedkunst schon beim ersten Durchlauf des Albums um den Finger zu wickeln.

Nach dem rockigen, mit leichten Pop- und Electro-Vibes garnierten Comeback im Jahr 2018 ("Crooked Shadows"), kehrt Carrabba auf "All The Truth That I Can Tell" wieder zu seinen musikalischen Wurzeln zurück. Diese heben die Branche zwar nicht aus den Angeln und zeigen der Genre-Welt keine neuen Wege auf. Aber im Zuge eines lauen Lagerfeuerabends oder zum mentalen Runterkommen nach einem stressigen Arbeitstag präsentiert sich das Album als eine gute Wahl.

Trackliste

  1. 1. Burning Heart
  2. 2. Everyone Else Is Just Noise
  3. 3. Here's To Moving On
  4. 4. The Better Of Me
  5. 5. Southbound And Sinking
  6. 6. Sleep In
  7. 7. Me And Mine
  8. 8. Sunshine State
  9. 9. Pain Free In Three Chords
  10. 10. Young
  11. 11. All The Truth That I Can Tell

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