laut.de-Kritik

Absolute Finsternis, Lärm und Tracks mit Überlänge.

Review von

Wenn sich Cough und Windhand zusammen schließen, um ein Split-Album aufzunehmen, bekommt der geneigte Doom und Sludge Metal-Hörer schon mal feuchte Augen. Vor Freude natürlich.

Cough, die als eine Art Electirc Wizard-Kopie anfingen, haben ihren eigenen Stil gefunden und gehören mittlerweile zu den ganz Großen, wenn es um menschenverachtend langsamen Metal geht. Windhand sind da schon eine Nummer humaner, können mit ihren Bassläufen aber auch das ein oder andere Trommelfell in einem lauten Knall zerbersten lassen. Easy Listening kann man hier nicht erwarten. Also warten bis die Nachbarn das Haus verlassen, alle Regler auf elf drehen und los gehts!

Mit "Athame" zelebrieren Cough extrem schwermütigen Doom-Metal. Die Gitarren sind so tief gestimmt, die Saiten hängen wahrscheinlich noch mehr rum als der Stoner-Head der sich die Platte auf seinem Sofa presst. Die Feedback-Wände die auf einen einschlagen, könnten Häuser einreißen und die gequälten Growls sprengen einem die Schädeldecke. Das Schlagzeug treibt voran, während der Rest sich in seiner eigenen Rückkopplung suhlt.

So muss das schließlich sein. Mit 18 Minuten Spieldauer bietet die Nummer auch genug Zeit, dass der Drummer zwischendrin für ein paar Minuten die Sticks niederlegt und sich einen dübelt oder ein Hühnchen opfert. Zum Höhepunkt des Songs werden sie immer langsamer und spielen sich und den Hörer in Trance. Ob die Jungs vor den Aufnahmen diverse illegale oder mindestens verschreibungspflichtige Substanzen konsumieren, ließ sich der Pressemitteilung nicht entnehmen. Es klingt jedoch so.

Störgeräusche brettern einem entgegen: Windhand sind mit dem Song "Amaranth" an der Reihe. Das ist Sabbath-Anbetung auf höchstem Niveau. Alles ein bisschen schneller als bei Cough, aber nicht weniger intensiv. Auf Growls und Geschrei wird hier verzichtet, jedoch liegt soviel Hall auf der Stimme, dass einem erst einmal bewusst werden muss, dass hier eine Frau am Werke ist. Die Riffs sitzen und brennen sich einem ins Hirn. Windhand setzen mehr auf eine psychedelische Stimmung, anstatt dass sie einem das Genick brechen wollen.

Der zweite Track von Windhand ist "Shepherd’s Crook". Das Tempo verringert sich weiter. Sehr langsam zieht sich die Schlinge zu. Der Gesang wirkt etwas wärmer und freundlicher, auch lässt sich eine Art Refrain ausmachen. Die Instrumente scheppern vor sich hin und lassen hier und da ein verzerrtes Gitarrensolo durch. Natürlich auch das in Zeitlupe.

Trackliste

  1. 1. Athame
  2. 2. Amaranth
  3. 3. Shepherd's Crook

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