laut.de-Kritik

Der Slipknot-Frontmann schöpft aus dem Vollen.

Review von

Corey Taylor, seines Zeichens Frontmann der gerne Gift und Galle spuckenden Gummimaskenhorde Slipknot, zeigte schon lange vor dem Erfolg von "Iowa" und Co., dass sein Musikerherz nicht nur für Brutalo-Metal, sondern auch für erdige Rockmusik schlägt (Stone Sour).

Mit der Erfüllung seines Traums von der Veröffentlichung eines lupenreinen Soloalbums geht der Sänger, Gitarrist, Songwriter und Autor nun noch einen Schritt weiter und präsentiert seiner Gefolgschaft einen kunterbunten Rundumschlag seiner musikalischen Sozialisation. Angefangen von pompös inszeniertem Radiorock über eingängige Hairmetal-Sounds bis hin zu wuchtigem Crossover und pogofähigem Straßenköterpunk lässt Corey keine Wünsche offen.

Mit seiner Band, die aus Mitgliedern von Stone Sour, Walls Of Jericho und Prong besteht, begibt sich der Musiker auf einen wilden Zeitreisetrip, bei dem vor allem eins im Vordergrund steht: der Spaß an der Sache. Selbst in den ruhigsten, von Pianoklängen und akustischen Gitarren flankierten Momenten ("Silverfish", "Home"), begleitet das Album eine unbändige positive Grundstimmung.

Befreit von allen Zwängen fällt Corey mit der Tür ins Haus. Auf dem Highway ist die Hölle los ("HWY 666"). Die Jungs von Mötley Crüe stehen am Straßenrand und winken mit halbvollen Whiskeyflaschen ("Samantha's Gone"). Und irgendwo am Horizont rappen sich die Herren Tech N9ne und Kid Bookie die Seele aus dem Leib ("CMFT Must Be Stopped").

Mit seiner markanten Stimme, die es mit nahezu jeder etablierten Rockröhre dieser Welt aufnehmen kann, tanzt der Maskenmann mit dem Rockerherz problemlos auf verschiedensten Hochzeiten. Wenn nach einer guten Dreiviertelstunde alle Rockschubladen wieder geschlossen sind und der zweiminütige Punkrockexzess "European Tour Bus Bathroom Song" den letzten Partygast zurück gen Heimat kickt, bleibt vielleicht kein Song wirklich haften, der die Rockwelt verändern oder in ihren Grundfesten erschüttern wird. Aber man wurde als Freund von facettenreichen Rock- und Alternative-Sounds durchgehend gut bis sehr gut unterhalten.

Trackliste

  1. 1. HWY 666
  2. 2. Black Eyes Blue
  3. 3. Samantha's Gone
  4. 4. Meine Lux
  5. 5. Halfway Down
  6. 6. Silverfish
  7. 7. Kansas
  8. 8. Culture Head
  9. 9. Everybody Dies On My Birthday
  10. 10. The Maria Fire
  11. 11. Home
  12. 12. CMFT Must Be Stopped
  13. 13. European Tour Bus Bathroom Song

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7 Kommentare

  • Vor einem Monat

    ich finds ganz ok. solange er sowas nicht als "slipknot" macht, kann ich es mir durchaus geben. erinnert mich n bisschen an hochphase des crossover, wo immer groteskere sachen gekreuzt wurden

  • Vor einem Monat

    der letzte Absatz bringt es gut auf den Punkt. Kein großer Wurf aber wohl als Sammelsurium der letzten Jahre gemeint schon ganz nett. Der vorletzte Song mit den Rappern ist so total 2000er-Style. Gefühlt 20 oder 30 Jahre zu spät. Wichtiger ist dass Slipknot schneller nachlegen als gewohnt.

  • Vor einem Monat

    Ich kenn nur das absolut unhörbar grauenvolle CMFT must be stopped. Wer solche Probleme hat auch nur im Ansatz on beat zu rappen sollte es eher ganz sein lassen. Aber man hat ja bei Stone Sour auch schon öfters gesehen das Corey Taylor als Songwriter irgendwo zwischen komplett unfähig und unterer Durchschnitt rumdümpelt.