laut.de-Kritik

Die Musik der Hessen lässt sich kaum kategorisieren.

Review von

"Kaleidoscope" ist das zweite Album von Concept Insomnia und eigentlich bereits zwei Jahre alt. Allerdings kam es damals in Eigenregie auf den Markt, und Mekong Delta-Boss Ralf Hubert war nun der Meinung, die Scheibe sei es wert, offiziell über sein Aarrgh Records-Label zu erscheinen.

Wer bin ich, dass ihm widersprechen würde? Wo der Mann Recht hat, hat er schließlich Recht, denn "Kaleidoscope" hat durchaus eine größere Aufmerksamkeit verdient. Wer in Schubladen denkt und diese für seine Bands benötigt, wird bei den Hessen allerdings eine harte Zeit erleben, denn die Jungs sind eigentlich kaum zu kategorisieren.

Nach einem besinnlichen, vom Klavier getragenen Intro, das schon ganz auf progressive Töne hinweist, fliegt einem der Opener "The Intensive White" nach anderthalb Minuten erst mal heftigst um die Ohren. Da man mit Keyboarder Lukas Hofmeister, Gitarrist David Gahl und Basser Philipp Stroh gleich drei Sänger/Shouter in der Band hat, geht es von Anfang an entsprechend variabel im Sound der Hessen zu.

Vergleichbar fallen mir da eigentlich nur Mercenary und mit Abstrichen noch Communic ein. Allerdings tauchen in den ruhigeren Momenten auch immer wieder Parallelen zu Pain Of Salvation zu ihrer "Remedy Lane"-Phase auf. Dafür sorgt vor allem auch Leadsänger Lukas, mit seiner klaren, warmen Stimme.

Die bringt vor allem das wunderbar melodiöse "Orange Pigment" zum Glänzen. Zahlreiche offene Tönen sorgen in der Halbballade für sehr schöne Klangteppiche. Schade, dass sich gerade unterm Kopfhörer manch kleine Soundlücke offenbart, wenn man einen Akkord einfach mal hätte stehen lassen sollen.

So wie Concept Insomnia auf Varianz und Abwechslung bedacht sind, wundert es nicht wirklich, dass man hin und wieder ein bisschen zu viel des Guten versucht. Manches Arrangement ließe sich stringenter aufbauen, und die Raps in "Shading" sind auch ne Sache für sich. Der Flow ist ja in Ordnung, aber die Varianz der Intonation würde Yo Mama Fromm nicht hinterm Ofen vor locken.

Von dem sehr metalcore-lastigen "Redrum" lass ich mich persönlich dank der sehr kreischigen Vocals auch nur bedingt begeistern, aber ansonsten ist "Kaleidoscope" ein sehr interessantes Konzeptalbum geworden.

Trackliste

  1. 1. The Intensive White
  2. 2. Tatrachromacy
  3. 3. Orange Pigment
  4. 4. E62020
  5. 5. Capuut Mortuum
  6. 6. The Chromatic Circle
  7. 7. Shading
  8. 8. Redrum
  9. 9. From Grey To Black
  10. 10. Kaleidoscope
  11. 11. Drawing The Iron Marble

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