laut.de-Kritik

Die Ungarn geben ordentlich aufs Fressbrett.

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Schon komisch: Immer wenn man denkt, dass man eigentlich schon alles zum Thema Metalcore gesagt hat und dass einen da nichts mehr überraschen kann, sieht man sich getäuscht. Zwar verzapfen Bridge To Solace auch nichts weltbewegendes Neues, aber "Where Nightmares And Dreams Unite" ist einfach 'ne geile Scheibe.

Ich will nicht leugnen, dass es für mich durchaus eine Rolle spielt, es hier mit einer Band zu tun zu haben, die aus Ungarn kommt. Nicht, dass ich mich mit der ungarischen Szene sonderlich auskennen würde, aber die Jungs von Bridge To Solace spielen ja wohl locker in der selben Liga mit angesagten Bands der Sorte Unearth oder As I Lay Dying. Was das Quintett hier in Sachen technischem Spielvermögen, Songwriting und Power an den Tag legt, hat absolut internationales Format.

Vor allem in Sachen Power gibt es von Bridge To Solace mehr als nur ordentlich aufs Fressbrett. Kam es auf dem Debüt "Of Bitterness And Hope" noch vereinzelt vor, dass Shouter Zoli gelegentlich auf klare Gesangslinien zurück griff, so sucht man diese auf "WNADU" vergeblich. Stattdessen fühlt man sich nicht selten an Dark Tranquillity erinnert, was aber beim Gesang allein noch nicht aufhört.

Auch was die beiden Gitarristen hier auf CD gebannt haben, klingt kräftig nach dem, was in und um Gothenburg normalerweise in Sachen melodischem Death Metal auf der Tageskarte steht. Es scheint mir beinahe schon so, als hätten die Ungarn das Salz in ihrer Suppe drin, das auf der letzten Dark Tranquillity-Scheibe an den entsprechenden Stellen gefehlt hat. Hört euch nur einen Kracher wie "A Culture Of Denial" an

Klar, Bridge To Solace gehen die Sache noch mit einem guten Schuss Hardcore an, der bei den Schweden fehlt. Doch die Verbindung ist nicht nur absolut flüssig, sondern vor allem auch jederzeit nachvollziehbar. Da sich die Songs die meiste Zeit im Uptempo-Bereich bewegen, fallen ein paar gemäßigtere Elemente wie zu Beginn des Titeltracks oder im Mittelteil von "All Hope Abandoned" gleich doppelt ins Gewicht.

Man sollte kaum glauben, dass diese Band tatsächlich einen fast astreinen Hardcore-Background hat. Allerdings dürfte es kaum eine Metalband geben, die in einen Song wie "Escapist" derartige Mitgröhlparts einbaut. Ungewöhnlich, aber durchaus interessant.

Trackliste

  1. 1. Sundeath
  2. 2. The Dead And The Unknown
  3. 3. Through The Eyes Of The Dead
  4. 4. Ruins
  5. 5. The Martyr's Path
  6. 6. A Culture Of Denial
  7. 7. Where Nightmares And Dreams Unite
  8. 8. All Hopes Abandoned
  9. 9. Escapist

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