laut.de-Kritik

Der The Gaslight Anthem-Sänger feiert Lagerfeuer-Weihnacht.

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Pünktlich zu Beginn der Vorweihnachtszeit sind sie wieder alle am Start: Schokonikoläuse, Adventskalender und Musiker, die die kommerziell verlockendsten Wochen nutzen, um Kasse zu machen. Natürlich ist Mariah Carey dieser Tage wieder an vorderster Front. Aber auch andere Künstler widmen sich mit gefühlvollen Sounds dem Fest der Liebe.

Fans rockigerer Tönen dürfte beim Anblick des diesjährigen Weihnachtsalbum-Reigens vor allem der Name Brian Fallon auffallen. Der The Gaslight Anthem-Frontmann schickt sein neues Soloalbum "Night Divine" ins Rennen. Fallon startet mit dem Gospel-Klassiker "Virgin Mary Had One Son". Das passt soweit ganz gut. Gezupfte Gitarrenklänge paaren sich mit der tiefergelegten Stimme des Sängers. Das kennt man bereits von Fallons letztem Solowerk "Local Honey".

Mit Klavier und noch tieferem Timbre verneigt sich Fallon vor der amerikanischen History-Hymne "Amazing Grace", ehe das vor sich hin plätschernde "Oh Holy Night" die erste Delle verursacht. Glücklicherweise findet der hier stimmlich doch arg an seine Grenzen stoßende Fallon aber schnell wieder zurück in die Spur. Das leidende "Near God By Thee" schält sich atmosphärisch beklemmend aus den Boxen, während sich das von einer akustischen Gitarre und leisen Klavierklängen getragene "Leaning On Everlasting Arms" an klassischen Singer-Songwriter-Traditionen orientiert.

"Das waren die ersten Lieder, die ich je gehört und gelernt habe", betont Brian Fallon. Wer den Sänger und seine Geschichte kennt, der weiß, dass der Glaube und ein nicht gerade geringer spiritueller Anteil schon immer eine große Rolle im Leben des TGA-Frontmanns gespielt haben. Große Überraschungen bleiben auf Albumlänge so auch aus. Fallon adelt weder die üblichen Verdächtigen (mit Ausnahme von "Silent Night"), noch stülpt er die sorgsam ausgewählten Kindheitserinnerungen in ein experimentelles Korsett.

Am Ende präsentiert sich "Night Divine" als ein durchgehend minimalistisch arrangierter Soundtrack für die besinnlichsten Stunden des Jahres. Klammert man die weihnachtlichen Botschaften aus, könnte man auch von einem klassischen Campfire-Album reden, das keinem weh tut.

Trackliste

  1. 1. Virgin Mary Had One Son
  2. 2. Amazing Grace
  3. 3. Oh Holy Night
  4. 4. Nearer My God To Thee
  5. 5. Leaning On The Everlasting Arms
  6. 6. The First Noel
  7. 7. Sweet Hour Of Prayer
  8. 8. Angels We Have Heard On High
  9. 9. Silent Night
  10. 10. The Blessing

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1 Kommentar

  • Vor 9 Monaten

    Klar, das Album ist scheiße. Da braucht man eigentlich gar nicht viel schreiben. Aber ich finde wenn man es rezensiert, dann sollte man sich die Mühe machen, wenigstens die Songtitel korrekt abzubilden. Nearer god by thee ist grammatikalisch Nonsens, nicht der Titel des Liedes seit hunderten Jahren und nicht der Titel des Liedes auf diesem schwülstigen Album. Das vermittelt so ein hingerotzt-Gefühl beim Lesen der Rezension.