laut.de-Kritik

Fröhliche Popunterhaltung sucht man vergebens.

Review von

Mit beachtlicher Schlagzahl wirft der ehemalige Suede-Frontmann Brett Anderson mittlerweile seine Soloscheiben auf den Markt. Hört man sich die Musik darauf an, kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass der Mann eine ausgeprägte, melancholische Ader hat.

Das ist ja keine neue Information, aber musste man sich auf dem Vorgänger "Wilderness" fast noch Sorgen um seinen mentalen Zustand, so zeigt er sich auf "Slow Attack" zumindest teilweise von einer etwas weniger depressiven Seite. Zumindest mag man dieses Album auch Leuten mit einem Hang zur dunkleren Seite des Lebens zumuten, ohne dass man gleich ein entsprechendes Pharmazeutikum oder die Durchwahl zum nächsten Therapeuten mitliefern müsste.

Fröhliche Popunterhaltung sucht man nach wie vor vergebens, dazu ist Mr. Anderson ein zu tiefgründiger Charakter, der zwar auch die Schönheit eines Sonnenstrahls in einem wolkenverhangenen Himmel erkennt, sich jedoch eher mit dem anhaltenden Regen als mit dem unweigerlich darauf folgenden Sonnenschein befasst. Solange dabei wunderschöne Lieder wie "Frozen Road" oder "Scarecrows And Lilacs" heraus kommen, soll mir das aber nur recht sein.

Ganz so reduziert wie auf dem Vorgänger geht es auf "Slow Attack" nicht mehr zu. Die Songs sind zusammen mit dem Multiinstrumentalisten und Produzenten Leo Abrahams (Brian Eno, David Holmes) entstanden und stehen laut Bretts eigener Aussage unter einem gewissen Einfluss des Schaffens von Mark Hollis (Talk Talk).

Ob Brett die Werke von VAST bekannt sind, wage ich zu bezweifeln. Dennoch erinnert "The Swans" ein wenig an die neueren Veröffentlichungen von Jon Crosby. Einen deutlichen Nick Cave-Einschlag hat hingegen das großartige "Julian's Eyes", das zusammen mit dem abschließenden "Leave Me Sleeping" zu den Highlights auf "Slow Attack" zählt.

Trackliste

  1. 1. Hymn
  2. 2. Wheatfields
  3. 3. The Hunted
  4. 4. Frozen Roads
  5. 5. Summer
  6. 6. Pretty Widows
  7. 7. The Swans
  8. 8. Ashes Of Us
  9. 9. Scarecrows And Lilacs
  10. 10. Julian's Eyes
  11. 11. Leave Me Sleeping

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