laut.de-Kritik

Launiger Two Tone-Ska aus München.

Review von

Fünf Jahre lang war es still um die Ska-Combo Bluekilla aus München, die nun auch schon ähnlich lange dabei ist wie die Kollegen von Skaos oder der Busters. Anders als die Genannten ließen sich die Liebhaber von Bluebeat und Tequila (mittlerweile vorzugsweise Bier!) mit ihren Alben aber immer etwas länger Zeit, so dass "Back To Skatalonia" erst Longplayer Nummer Fünf darstellt. Nun sind die Männer um Frontmann Amedeo zwar alle stolze Familienväter, auf der faulen Haut lag der Karo-Neuner all die Jahre jedoch nicht.

Vielmehr reisten Bluekilla 2003 mit ihrem Tourtross drei Wochen quer durch Australien und zeigten den Aussies bei der Gelegenheit, wie sich ein bayerischer Rudeboy im Nachtleben benimmt. Glaubt man einem abgedruckten Fanbericht im Booklet, wollten die unsere Jungs daraufhin gar nicht mehr gehen lassen, was schlimm gewesen wäre, allein da uns mit "Back To Skatalonia" sonst ein ordentliches Ska-Werk durch die Lappen gegangen wäre.

Skatalonia steht sinnbildlich für alle Orte, an denen Bluekilla seit Mitte der 80er Ska-Parties ablieferten, vor allem natürlich besagte Australien-Tour sowie die erfolgreiche '97er Reise durchs kriegsgeschüttelte Ex-Jugoslawien. Wie einst auf dem genialen Debüt "The New Ska Age" bietet der neue Bluekilla-Longplayer ein launiges Stück Two Tone-Ska, der sich ab und an Beats aus artverwandten Genres wie Reggae und Ragga leiht.
Gewohnt routiniert sorgt Bluekilla-Anführer Amedeo aka Dr. Deadlock dabei mit seiner charakteristischen Stimme beinahe im Alleingang für den Drive der Band, und macht dadurch auch schwächere Nummern wie "Don't Stop" oder "Top City Man" schnell vergessen.

Mit einem "Madness"-Cover ehren sie einmal mehr die unvergessliche, leider aber nicht mehr berufstätige Bluebeat-Ikone Prince Buster. Ausgezeichnet reißt Amedeo im Uptempo-Stück "Skatalonia" seine Mitstreiter mit und schnabuliert in der Macho-Ragga-Nummer "Der Beste" sogar mal wieder auf deutsch. Weitere Anspieltipps sind "De Black Petty Booshwah" und das augenzwinkernde "Don't Copy My Music", das aktuelle, musikindustrielle Missstände anspricht und Lösungen anbietet: "Burn the rich musicians, burn the dead musicians, burn the bad musicians, but don't copy my music, 'cause we need the money". Recht hat er.

Trackliste

  1. 1. It's Grouse (Intro)
  2. 2. Skatalonia
  3. 3. Aussie Talk
  4. 4. The Beat Generation
  5. 5. De Black Petty Booshwah
  6. 6. Don't Stop
  7. 7. Misiriou
  8. 8. Top City Man
  9. 9. Der Beste
  10. 10. Skanimali
  11. 11. Don't Copy My Music
  12. 12. The Guguletu Seven
  13. 13. Madness
  14. 14. Do The Skabo!
  15. 15. Back To Skatalonia

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