laut.de-Kritik

Phil Lynott würde Beifall klatschen.

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Dutzende Coverversionen, zahlreiche Kniefälle auf den größten Bühnen dieser Welt und ein Rock-Radio-Airplay-Abo bis in alle Ewigkeit: Dem viel zu früh verstorbenen Thin Lizzy-Frontmann Phil Lynott wurde in den vergangenen fast dreißig Jahren schon reichlich posthume Ehre zuteil.

Doch die wohl stilvollste Verneigung fand vor einigen Monaten im Studio des Produzenten Kevin Shirley in Los Angeles statt. Dort versammelten sich die TL-Mitglieder Scott Gorham, Damon Johnson, Marco Mendoza und Ricky Warwick sowie Neuzugang Jimmy DeGrasso, um sich vom TL-Backkatalog zu verabschieden und erstmals neues Material einzuspielen.

Aus Respekt vor dem 1986 verstorbenen Ur-Sänger Phil Lynott hingen die Verantwortlichen ihren legendären Bandnamen an den Nagel und nannten sich kurzerhand in Black Star Riders um: "Ein Thin Lizzy-Album ohne Phyl Lynott aufzunehmen wäre pietätlos und beschämend. Deshalb gründeten wir die Black Star Riders", so Sänger Ricky Warwick. Hut ab!

Alteingesessene TL-Fans, die zwar artig Applaus klatschten, aber denen insgeheim die Muffe ging, dass der neue Name auch gleichbedeutend mit einer neuen musikalischen Ausrichtung verbunden sein könnte, dürfen jedoch beruhigt aufatmen. Denn mit "All Hell Breaks Loose" gehts ohne Umwege zurück ins Jahr 1976, als ein Album namens "Jailbreak" heranwachsenden Rock'n'Roll-Kids wie James Hetfied, John Francis Bongiovi jr. und Eric Singer die Gehörgänge durchspülte.

Beim Titeltrack wird noch ein wenig an den Schrauben justiert, ehe das folgende "Bound For Glory" den alten Vintagemotor erstmals so richtig auf Hochtouren fahren lässt. Während sich die bandtypischen doppelläufigen Gitarren zunehmend ins Rampenlicht drängen, gibt Sänger Ricky Warwick an vorderster Front den Ton an.

Viele Insider hatten im Vorfeld Bedenken, ob der Nordire den jahrelang live antrainierten Phyl Lynott-Kern auch im Studio abrufen kann. Und wie er das kann! Mit authentischem Timbre präsentiert sich der Frontmann als perfekter Baustein innerhalb eines Gebildes, das sich wie eine Klette an die Fersen der ruhmreichsten Bandphase heftet.

Das folgende "Kingdom Of The Lost" lässt das irische Pubherz wild pochen, während die Verantwortlichen mit "Bloodshot" und "Kissin' The Ground" die Hardrock-Schwerter schwingen und dabei jedem neuen Szenekollektiv zeigen, wie die Quelle der Branche am ergiebigsten sprudelt.

Auch auf der zweiten Hälfte des Albums quetschen die Black Star Riders die vor vierzig Jahren selbst geerntete Soundfrucht bis auf den letzten Tropfen aus, ohne dabei einen Vitaminschock zu erleiden. Die oftmals abgedämpften Rhythmusspiele finden immer wieder neue Schlupflöcher, während Ricky Warwick nachhaltige Harmonien nur so aus dem Ärmel schüttelt.

Ob im Highway-Kopfnicker-Modus ("Bound For Glory", "Bloodshot", "Kissin' The Ground"), auf der Überholspur ("Valley Of The Stones") oder vom Blues geschwängert ("The Blues Ain't So Bad"): Die Black Star Riders bieten in jedem Gang ein perfektes Fahrgefühl.

Trackliste

  1. 1. All Hell Breaks Losse
  2. 2. Bound For Glory
  3. 3. Kingdom Of The Lost
  4. 4. Bloodshot
  5. 5. Kissin' The Ground
  6. 6. Hey Judas
  7. 7. Hoodoo Voodoo
  8. 8. Valley Of The Stones
  9. 9. Someday Salvation
  10. 10. Before The War
  11. 11. Blues Ain't So Bad

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