laut.de-Kritik

Wer wollte nicht so cool sein?

Review von

Der Black Rebel Motorcycle Club ist wieder da. Auch wenn der Sound, wie schon beim letzten Album, nicht taufrisch ist - man braucht wieder einige Anläufe, um die Platte zu erfassen. Beim ersten Hördurchgang von Black Rebel-Alben kommt man schnell in Versuchung zu sagen: "Das ist aber nette Hintergrundmusik". Lässt man sich jedoch öfter auf die Stücke ein, erkennt man das ausgereifte Gesamtkunstwerk.

Ich könnte den drei Jungs, wie es viele beim Debüt taten, den Vorwurf machen, sie seien ein Jesus And Mary Chain-Verschnitt. Bei der ersten Single "Stop" kamen gar Oasis-Vergleiche auf. Und doch schafft diese Band einen sehr eigenständigen Sound.

Ein Knaller wie "Whatever Happened To My Rock'n'Roll", der einem sofort "hier kommen wir" ins Gesicht schreit, fehlt aber auf "Take Them On, On Your Own". Die neuen Songs greifen den Faden von eher breitbandigen Stücken wie "Red Eyes And Tears" oder "Spread Your Love" auf.

Was nicht bedeutet, dass "Take Them On..." nicht auch mal aufs Gas tritt. Die Drums treiben "Six Barrel Shotgun" nach vorne, den richtigen Schub bekommt es durch das geniale, powervolle Gitarrenriff. "I'll kill you all with a six barrel shotgun, but I need you so" ist die Ansage zu einem Song, der nach Hochgeschwindigkeits-Roadmovie klingt.

Obwohl das Album sehr gelassen wirkt, fühlt man, dass es die ganze Zeit vorwärts geht. Wie eine lange Reise auf einem einsamen amerikanischen Motorway in sehr trockener Landschaft. Mal auf der Suche nach der Liebe - "I'm in love with someone that I can't see" ("We're All In Love"), mal auf der Flucht vor dem Katergefühl nach Beenden eben dieser großen Liebe, im langsamen, niederdrückenden "Shade Of Blue" - "I don't care if you can take it, i can't take it anymore I'll die" - oder im akustischen "And I'm Aching".

In ihren, simpel-direkten Texten beschäftigen sich die Lederjackenträger jedoch nicht ausschließlich mit der Liebe. In "Generation" fragen sie, ob man nicht genug von eben dieser habe. Auch das "U.S. Government" prangern sie an. Wichtiger ist aber immer die Musik und ihr druckvoller Flow, der den Hörer mit- und einnimmt. Ob die Drei wirklich so viele Drogen konsumieren, wie der Sound ihrer Songs vorgibt, ist bei der zusammen gerissenen Coolness, die sie stetig nach außen tragen, allerdings zu bezweifeln. Ist ja auch völlig egal, so lange sie weiter Musik machen, zu der man sich umgehend schwarze Hosen und Lederjacken kaufen und auf der Stelle genau so cool wie die Band sein möchte.

Trackliste

  1. 1. Stop
  2. 2. Six Barrel Shotgun
  3. 3. We're All In Love
  4. 4. In Like The Rose
  5. 5. Ha Ha High Babe
  6. 6. Generation
  7. 7. Shade Of Blue
  8. 8. U.S. Government
  9. 9. And I'm Aching
  10. 10. Suddenly
  11. 11. Rise Or Fall
  12. 12. Going Under
  13. 13. Heart And Soul

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