laut.de-Kritik

Kritischer Rap mit lässigen Beats und sehr viel Flow.

Review von

Die alternative Hip-Hop-Institution Atmosphere aus Minneapolis erspielte sich über die Jahre mit unermüdlicher Livepräsenz eine wachsende Anhängerschaft, die mit "Fishing Blues" genau das bekommt, was man von Atmosphere kennt: Kritischen Rap mit lässigen Beats und sehr viel Flow. Trotzdem wirken ihre Alben nie aus der Zeit gefallen.

"Like A Fire" überzeugt mit lockeren Backgroundgesängen, eingestreuter Gitarre, coolen Scratches und einem immer noch wütenden Slug am Mikro. In "Ringo" verhandelt er mit der Film- und Popkultur, zeigt sich aber von einer entspannteren Seite. Die Rhymes fließen wie Sahne in die Ohren des Hörers. Musikalisch leben die Songs trotz ihrer kritischen Töne stets von ihrem Spaß und der Leidenschaft an guter Rapmusik.

"Pure Evil" mit I.B.E. erzählt von Polizeigewalt, aber aus der Perspektive eines Cops zu funky Bassklängen und Chören. Die musikalische Ausrichtung ändert sich auch im anschließenden "Perfect" kaum. Atmosphere vertrauen auf ihre bewährten Fähigkeiten. Die eleganten Beats und die dynamische Produktion halten die Platte zusammen. Auch ohne Anbiederungen an den Zeitgeist klingt "Fishing Blues" dadurch fresh und alles andere als obsolet.

In "Next To You" mit deM atlaS gibt es einem souligen Chorus, während "When The Lights Go Out" mit MF Doom und Kool Keith das Licht ausknipst. Letzterer Track avanciert mit abstraktem, mysteriösem Beat zum Höhepunkt des Albums. "No Biggie" glänzt anschließend mit dem immer noch sehr brillanten Drive von Slugs Raps trotz seiner synthetischen Ausrichtung. Kleine Nuancen und Neuerungen halten Atmosphere also stets bereit, um das Klangbild abwechslungsreich zu gestalten trotz aller bewährten und minimalen Mittel.

"Chasing New York" mit seiner herrlichen Pianoline darf Aesop Rock veredeln. "Fishing Blues" mit The Grouch hält deutliche Funkeinflüsse bereit. Die einzelnen Features fügen sich in das lockere Klangbild mit Souveränität ein. Gegen Ende beweist "Still Be Here" mit Streichersamples und Südstaatengitarre Tarantinoqualitäten, und in "A Long Hello" lassen Atmosphere eine sanfte Bluesgitarre aufheulen. Ein entspannter Ausklang eines grundsoliden, dennoch unterhaltsamen Albums.

Trackliste

  1. 1. Like A Fire
  2. 2. Ringo
  3. 3. Besos
  4. 4. Pure Evil
  5. 5. Perfect
  6. 6. Seismic Waves
  7. 7. Next To You
  8. 8. The Shit That We've Been Through
  9. 9. When The Lights Go Out
  10. 10. No Biggie
  11. 11. Everything
  12. 12. Chasing New York
  13. 13. Sugar
  14. 14. Fishing Blues
  15. 15. Won't Look Back
  16. 16. Anybody That I've Known
  17. 17. Still Be Here
  18. 18. A Long Hello

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