laut.de-Kritik

Atemberaubende Riffs, ohrenbetäubender Gesang.

Review von

Vier Jahre sind ins Land gezogen, in denen es - von den Best-Of-Neuaufnahmen "Root Of All Evil" mal abgesehen - kein neues Material von Arch Enemy zu hören gab. Höchste Zeit, dass die Amott-Brüder mal wieder die Ärmel lupfen, um zu sehen, was da an Riffs rausfällt.

Das ist einmal mehr einfach nur atemberaubend, was Michael und Christofer auf der Scheibe an Riffs, Soli und Leads abbrennen. Dabei toben sie sich in alle Richtungen so richtig aus, was "Khaos Legions" als eines der abwechslungsreicheren und interessanteren Alben von Arch Enemy etabliert. Dazu gehören sowohl Ausflüge nach oben, als auch nach unten.

Geht es bei "Under Black Flags We March" noch richtig schleppend zu, so drehen die Jungs bei Songs wie "Cult Of Chaos" oder vor allem "Vengeance Is Mine" auch mal wieder richtig am Gashahn.

Ein anderes Bild liefert die Performance von Angela Gossow. Die sträubt sich nach wie vor, ihre Stimmlage innerhalb der einzelnen Songs zumindest um gewisse Nuancen zu variieren und schreibrüllt die Scheibe quasi in einer Tonlage durch. Auch mit ihren Texte greift die Dame mehr und mehr auf die gleichen Phrasen und Schlagwörter zurück, was auf Dauer etwas enervierend ist.

Allein bei "Through The Eyes Of A Raven" habe ich den Eindruck, dass entweder Ex-Mercenary-Sänger Mikkael Sandagger oder ein anderer Eunuchen-König im Hintergrund ein paar hohe Screams ablässt, was durchaus seinen Reiz hat. Und auch das finale "Secrets" hat sowohl textlich, als auch von der Intonation und Phrasierung her seinen Reiz.

Über die Gitarrenarbeit der Amott-Brüder noch viel zu schwärmen, erübrigt sich eigentlich. Dass die beiden in Sachen melodischer Death Metal an der absoluten Obergrenze arbeiten, dürfte mittlerweile jedem Fan harter Musik bekannt sein. Erwähnenswert sind hingegen die kleinen, instrumentalen Zwischenspiele und auch die Ausflüge in ungewohnt simple Gefilde.

Da sticht natürlich vor allem "No Gods, No Masters" heraus, an dem sich die Geister mit Sicherheit spalten werden. Gerade wenn Drummer Daniel in den Strophen in den Offbeat wechselt, ist das schon beinahe was zum mitschunkeln. Könnte auf der anderen Seite (des Atlantiks) aber auch schon wieder Radiopotential haben.

Doch auch "Bloodstained Cross" schlägt bereits ungewöhnlich ruhige Töne an, wie auch "Through The Eyes Of A Raven" immer wieder mit erstaunlich simplen, als auch fast schon an US-Death Metal erinnernden Arrangements überrascht.

In musikalischer Hinsicht gibt es an "Khaos Legions" kaum etwas auszusetzen, denn auch mit simplen
Sachen machen die Amotts und ihre Kollegen eine recht gute Figur. Um so bedauerlicher, dass Frl. Gossow mit ihrer Leistung nicht gleichzieht.

Trackliste

  1. 1. Khaos Overture (Instrumental)
  2. 2. Yesterday Is Dead And Gone
  3. 3. Bloodstained Cross
  4. 4. Under Black Flags We March
  5. 5. No Gods, No Masters
  6. 6. City Of The Dead
  7. 7. Through The Eyes Of A Raven
  8. 8. Cruelty Without Beauty
  9. 9. We Are A Godless Entity (Instrumental)
  10. 10. Cult Of Chaos
  11. 11. Thorns In My Flesh
  12. 12. Turn To Dust (Instrumental)
  13. 13. Vengeance Is Mine
  14. 14. Secrets

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7 Kommentare

  • Vor 10 Jahren

    Atemberaubende Riffs ... stimmt, klingt trotzdem altbacken, weil nur aus der Amott-Konserverdose. Die Riffs waren doch alle schon von ihnen auf früheren Alben zu hören. Was sich auch nicht ändert ist Fr. Monotonus Gossow, die alles ruiniert.

  • Vor 10 Jahren

    Mein Vorredner hat schon schon recht. Einige Rhythmus oder Soloriffs hauen mich um. Aber alles andere hat man irgendwo schon von der Band gehört. Der Gesang stört mich nicht. Mir ist das Instrumentale wichtiger. Diese Hymnen nerven. Und wenn der Refrain ein drittes Mal wiederholt wird kommt das schon ziemlich gewöhnlich rüber. Weniger Melodie. Mehr Groove bitte. Dieses und Rise Of The Tyrants gehen bei mir nur als durchschnittlich durch.

  • Vor 10 Jahren

    @JaDeVin: Bis auf den Gesang geb' ich dir vollkommen Recht.

    Das ganze klingt schon sehr nach strikter Fortführung des letzten Albums. Einige Parts klingen wie "schon mal gehört". 3-4 Tracks klingen eher nach B-Seite.

    Von dem Album werden es nur 2-3 längerfristig in Live-Playlists schaffen.