laut.de-Kritik

My Bloody Valentine in Dub.

Review von

Der Breitengrad ist alles andere als südlich. Dennoch scheint von der dänischen Hauptstadt ein seltsam südländisches Flair auszugehen. Das äußerst sich immer wieder in dubbigen Produktionen, die dort ihren Ursprung finden. Trentemöller oder das Techno-Label Echocord sind an dieser Wahrnehmung nicht ganz unschuldig. Jüngstes Beispiel für die Dub-Vorliebe, die man in Kopenhagen gerne pflegt, ist Thomas Bred, der jetzt unter dem Alias Antifilm sein erstes Album veröffentlicht.

"IO" sind die insgesamt elf Stücke kurz und knapp betitelt. Das Album kann man mit gutem Gewissen als einen Glücksfall bezeichnen, schließlich macht Bred seit zehn Jahren Musik. Diese kam bis zum jetzigen Zeitpunkt jedoch eher bei einem kleinen Hörerkreis an. So verteilte er selbstgebrannte CDs im Freundeskreis, wohl in der Annahme, dass sie ohnehin keine Anhängerschaft finden würde.

Erst als eine CD zufällig den Weg zum dänischen Radio fand und sich dort über acht Wochen in den Indie-Charts hielt, änderte sich die Nachfrage. Aus gutem Grund, denn "IO" ist so etwas wie die Heimstudio-Version der Raveonettes. Hallbelegte Sounds von Gitarre und Klavier bilden das Fundament, auf dem Antifilm seine melodisch-melancholischen Stücke aufbaut.

Eine Ausnahme zu diesem Soundkonzept bildet der Opener "What's With All The Stars", der mit seinem beschwingten Krautrock-Groove viel eher an Vorbilder wie My Bloody Valentine oder Fujiya & Miyagi erinnert. In der Folge jedoch hält in die Stücke von Antifilm eine sanfte Dunkelheit Einzug, die den Höreindruck des Albums prägt.

Warum sich der Däne ausgerechnet das Pseudonym Antifilm für seine Releases ausgesucht hat, bleibt ein Rätsel, schließlich ist eine filmische Komponente der Tracks nicht von der Hand zu weisen. Genau in dieser träumerischen Komponente liegt sogar eine der Qualitäten von "IO". Was das in zehn Jahren mit reichlich Stücken angefüllte Archiv des Dänen zukünftig noch für Überraschungen bereit hält, findet hoffentlich ebenfalls den Weg hin zu einer Veröffentlichung.

Trackliste

  1. 1. What's With All The Stars
  2. 2. Drainage
  3. 3. Heavy Petting
  4. 4. Mado
  5. 5. Faster
  6. 6. Rondo
  7. 7. Ovenfra
  8. 8. Fumarie
  9. 9. I0
  10. 10. When The World Is A Better Place
  11. 11. Here Comes The Son

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