Porträt

laut.de-Biographie

Another Sky

Zuerst hört man die Stimme von Catrin Vincent, die einen rätseln lässt, ob nun ein Mann oder eine Frau singt. Es ist eine Stimme, die einen verfolgt und die man wieder hören möchte. Aber nach und nach nimmt man dann auch die Band hinter dieser Stimme war, die für Vincent den perfekten Rahmen bietet, um zu glänzen. Another Sky machen Indie-Rock, der teilweise in Richtung Stadion schielt, das Ruhige und Atmosphärische aber genau so beherrscht, wie das Auftrumpfende.

Another Sky - I Slept On The Floor Aktuelles Album
Another Sky I Slept On The Floor
Wut und Introspektion, perfekt in Musik übersetzt.

Das Quartett gründet sich an der Goldsmith University, jedes Mitglied bringt seine eigenen Einflüsse mit, die dann gemeinsam zu etwas Neuem verwoben werden. Schlagzeuger Max Doohan interessiert sich für elektronische Acts wie Bonobo oder Four Tet, Bassistin Naomi Le Dune ist von Radiohead inspiriert. Die Stadion-Riffs kommen von Gitarrist Jack Gilbert, der Coldplay-Fan ist und Vincent selbst liebt Singer-Songwriterinnen wie Joni Mitchell. Sie entdecken für sich Dunkel-Proben und schreiben ihre frühen Songs nur im Licht der am Proberaumfenster vorbeirauschenden Autos.

Anfangs spielen sie auch ihre Auftritte im Dunkeln, weil es nur um die Musik gehen soll, wie Vincent betont. Auch die Songs sind oft düster und das nicht ohne Grund. Die Sängerin wächst in einer sehr konservativen Region auf, in der es viele rechte Tendenzen gibt. Später ist es ihr ein Anliegen, über das, was in der Welt schlecht läuft, zu singen. Sie kreidet Sexismus und Homophobie an, schreibt mit "Avalanche" einen Song über toxische Männlichkeit. Sie werden für einen Auftritt bei "Later ... With Jools Holland" gebucht und dort von Biffy Clyro entdeckt, die sie als Support für ihre UK-Tour verpflichten.

Nach zwei EPs erscheint im August 2020 das Debüt-Album "I Slept On The Floor", ein aufregendes Werk, vielseitig und kohärent zugleich. Die Stücke erinnern mal an Bombay Bicycle Club, mal an Coldplay, sind dicht instrumentiert und produziert. Das Politische zieht sich durch Vincents Texte und mit ihrer Stimme drückt sie sowohl Wut, als auch Melancholie bestens aus. In "Brave Face" richtet sie sich an Menschen, die in ihrer Beziehung psychischen Missbrauch erleben: "Fuck being patient / Or complacent / Only you can demand all you deserve". Erbauliche und optimistische Klänge beherrscht die Band auch.

 - Aktuelles Interview
Another Sky "Frauen sollten einfach nicht leiden"
Über politische Musik, Sexismus in der Branche und die Renaissance von Mitgefühl.

Über die Rolle von Haltung in der Kunst sagt Vincent: "Mir gefällt die Einstellung nicht, dass Künstler nicht über Politik reden sollten – Politik hat Einfluss auf unser aller Leben. Ich wüsste nicht, warum man nicht Aktivist und Künstler gleichzeitig sein kann. Natürlich kann man Dinge verändern. Die Welt ist, was wir aus ihr machen."

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