laut.de-Kritik

Thema ist klar: Fickiefickie.

Review von

Ja Mädels, genau so muss sich ein Ohrwurm anhören. "Rocksteady" geht gleich furchtbar steil. Off Beat-Riffs, eine famose Beat-Ballerei und feist rollende Dub-Bassläufe schicken das Quartett mal eben geschwind in Richtung Dancehall. Das steht den Heiligen ganz gut zu Gesicht und verleiht ihrem Pop eine erfrischende Klangfarbe.

Leider verstehen es die Damen und ihre Produzenten nicht, die interessanten Steilvorlagen offensiv auszunutzen. Vielmehr herrscht in der Folge - von einigen positiven wie äußerst negativen Ausrutschern abgesehen - gepflegte R'n'B-Pop-Tristesse.

"Chick Fit" schickt schon die ersten drohenden Schlonz-Vorboten in den Gehörgang. "Scar" verbindet den zuvor aufgegriffenen Jamaica-Flair zwar mit akzentuiert eingesetzten Bläsern. Der mehrstimmige Saints-Gesang unterstreicht das nette Sommer-Feeling, mit dem "Not Eazy" ebenfalls im Sonnenlicht glänzt.

Dazwischen schmuggeln sich jedoch Totalausfälle wie das im überproduzierten R'n'B-Klischeesumpf vor sich hin dümpelnde "Too Nasty". Behandeltes Thema, is klarr: Fickiefickie. Wer dachte, es könnte kaum schlimmer kommen, wird mit dem folgenden "In It To Win It" eines Besseren belehrt. Dabei haben es die vier Ladys doch drauf. Jedes Mal, wenn sie aus dem produktions- und gesangstechnischen Larifari ausbrechen, entsteht tatsächlich etwas, woran man Gefallen finden könnte.

Das krachige, mit Big Beats in Szene gesetzte "Flashback" wälzt im All Saints-Kontext fast schon martialisch über den Dancefloor. Wieso dann ausgerechnet der allerschwächste Track "Fundamental" mit einem unsäglichen, im Selbstmitleid ersaufenden Text den krönenden Abschluss bildet, wissen wohl nur All Saints selbst. Wir werfen deshalb im Mittelteil zu den Gospel-Einlagen die Hände in die Luft und sind froh, dass dieser Spuk nach dreieinhalb Minuten Gott sei es gedankt wieder vorbei ist.

Die Engländerinnen haben oft genug bewiesen, dass sie ein ganz spezielles Händchen für penetrant gute Melodien und Hooks haben. Gesanglich ist ihnen ebenfalls kaum etwas vorzuwerfen. Dass sie diese guten Voraussetzungen jedoch nie zur Gänze ausschöpfen, ist immer wieder bedauerlich. Wenn es ihnen einmal gelingen sollte, die klanglichen Klischees und die damit einhergehende Langeweile zu umschiffen - die All Saints wären ein Kandidat für poppige Großtaten.

Trackliste

  1. 1. Rock Steady
  2. 2. Chick Fit
  3. 3. On And On
  4. 4. Scar
  5. 5. Not Eazy
  6. 6. Hell No
  7. 7. One Me And U
  8. 8. headlock
  9. 9. Too Nasty
  10. 10. In It To Win It
  11. 11. Flashback
  12. 12. Fundamental

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