laut.de-Kritik

Turnschuhpunk mit Viva-Teenie-Nachgeschmack.

Review von

Es gab Zeiten, da wurden Alkaline Trio in einem Atemzug mit Bands wie Hot Water Music, Saves The Day und anderen genannt und als vielversprechende Post-Punkrock Band gehandelt. Nicht alles währt ewig ...

Jedenfalls schaffen Alkaline Trio es enttäuschender Weise nicht, sich klar von den wie aus dem Boden sprießenden Blink 182-Imitatoren abzuheben. Schade, schien die Band doch mit Songs wie "Radio" oder "Goodbye Forever" ein gewisses Potential vorzulegen. Geblieben ist berechenbarer Turnschuhpunk.

Nicht, dass die drei ihr Handwerk nicht beherrschen würden. "Good Mourning" ist sauber eingespielt, kann ein, zwei schön schmutzige Gitarrenriffs vorweisen, die für diese Sorte Band ach-so-typischen Basslines ... nur die Originalität, die lässt eben zu wünschen übrig.

So hinterlassen prinzipiell ordentliche Songs wie etwa "This Could Be Love" oder "Fatally Yours" diesen Viva-Teenie-Punkrock-Nachgeschmack, der mir nun mal nicht mundet. Wenn es erst mal schwer wird, zwischen Möchtegern-Hardrock-Boybands und "ernstgemeinten" Bands zu unterscheiden, wird es kritisch. Sehr poppig klingen Gesang und Melodieführung, zu poppig.

Abgesehen davon schreddelt sich "Good Mourning" durch seine Spielzeit mit immergleichen Songstrukturen, den selben Drumparts, nur nuancenhaften wechselnden Stimmlagen des Gesangs, und lässt einen nicht ein einziges Mal aufhorchen. Irgendwann verschwimmt alles zu einem unspektakulären Brei. Ist das jetzt das Lied von eben oder schon ... ach so, die Platte ist schon durchgelaufen? - hab ich gar nicht bemerkt.

Oder doch, da ist ja noch das letzte Stück. "Blue in The Face", eine nur mit Akustikgitarre hinterlegte Ballade. Und das können sie dann scheinbar. Vielleicht doch auf das coole Hardcore-Image verzichten? Sich statt dessen ein Beispiel nehmen an Chris Carraba von Further Seems Forever und solo mit Dashboard Confessional gute Balladen schreiben, statt einfallslosem Punkrock (nicht das Further Seems Forever keine gute Musik gemacht hätte)?

So bleibt unter dem Strich leider nicht viel zu sagen über dieses Album. Eigentlich gar nichts, das erwähnenswert scheint. Aber schön, dass wir mal drüber gesprochen haben.

Trackliste

  1. 1. This Could Be Love
  2. 2. We've Had Enough
  3. 3. One Hundred Stories
  4. 4. Continental
  5. 5. All On Black
  6. 6. Emma
  7. 7. Fatally Yours
  8. 8. Every Thug Needs A Lady
  9. 9. Blue Carolina
  10. 10. Donner Party (All Night)
  11. 11. If We Never Go Inside
  12. 12. Blue In The Face

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