laut.de-Kritik

Windeln wechseln verweichlicht? Von wegen!

Review von

Im Leben von Alex Clare ist in den vergangenen zweieinhalb Jahren viel passiert. Neben dem plötzlichen Dasein als internationaler Pop-Star, der mit seinem Debütalbum ("The Lateness Of The Hour")sowohl im Soul- als auch im Dubstep-Lager für reichlich Aufsehen sorgte, ehelichte der Brite seine Lebensgefährtin und wechselt seit nunmehr knapp einem Jahr die Windeln seiner ersten Tochter. Über einen Mangel an Input kann sich der gelernte Koch nun wirklich nicht beschweren.

Tut er auch nicht, ganz im Gegenteil. Alex Clare freut sich über all die neuen Lebenseindrücke. Da er ein Mensch ist, der seine Gedanken und Gefühle gerne mit anderen teilt, breitet er seine Erfahrungen und Erlebnisse der letzten Jahre fein säuberlich auf seinem neuen Album "Three Hearts" aus. Natürlich steht die Liebe dabei im Vordergrund:

"Ich wollte mit diesem Album meine Dankbarkeit als Vater zum Ausdruck bringen. Ich bin unheimlich stolz, Ehemann und Vater zu sein", sagt Alex Clare. So geht es statt um Orientierungslosigkeit und Gedankenreste von der letzten Party um berührende Treueschwüre ("Never Let You Go") das liebevolle Miteinander dreier Herzen unter einem Dach ("Three Hearts") und um tiefste Zweisamkeitsgefühle ("So Deep").

Passend zum veränderten Inhaltskonzept setzt Alex Clare auch musikalisch neue Ausrufezeichen. Zwar steht der Soul abermals über allem, doch steht ihn im Gegensatz zum Debütalbum diesmal ein organisches Live-Ensemble zur Seite. Einzig die erste Single "War Rages On" begleiten hibbelige Electro-Beats und futuristische Effekt-Schwaden ins Ziel. Ansonsten bestimmen Gitarren, Drums und Piano-Klänge das Geschehen.

So glänzt beispielsweise der chillige Titeltrack mit angehauchtem Keith Richards-Flair, während "Just A Man" mit gezupften Singer/Songwriter-Einwürfen daherkommt. Fast schon rockig geht es auf dem zackigen "Unconditional" zu. Großartiger Song.

Doch nicht nur der verstärkte Einsatz von Gitarren, sondern vor allem das sich immer wieder in den Vordergrund drängende Schlagzeugspiel sorgt für permanente Energieschübe, die mit Clares ausdrucksstarker Stimme verschmelzen und ähnlich gestrickten Konkurrenz-Produktionen die Grenzen aufzeigen ("Never Let You Go", "Heavy Hands").

Während sich andere Soul-Künstler primär mit Balladen um die Gunst der Hörerschaft bemühen, hinterlässt Alex Clare auf seinem zweiten Album vor allem im Up- und Midtempo-Bereich die größten Spuren. Zwar lassen Candlelight-Nummern à la "Not In Vain", "Sparks" oder "So Deep" auch die Herzen von Freunden melancholischer Soul-meets-R'n'B-Streicheleinheiten höher schlagen, doch den Titel des bis dato wohl beeindruckendsten Soul-Albums des Jahres verdient sich "Three Hearts" in erster Linie auf Grund seiner zahllosen Energiemomente. Da soll nochmal einer behaupten, dass das Papasein verweichlicht. Alex Clare beweist das Gegenteil.

Trackliste

  1. 1. Never Let You Go
  2. 2. Three Hearts
  3. 3. Take You Back
  4. 4. Heavy Hands
  5. 5. Just A Man
  6. 6. The Story
  7. 7. Not In Vain
  8. 8. Sparks
  9. 9. War Rages On
  10. 10. Unconditional
  11. 11. So Deep
  12. 12. Holding On
  13. 13. Addicted To Love

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