laut.de-Kritik

Mitunter erinnert Frontfrau Alex an Dolores O'Riordan.

Review von

Insgesamt sind vier Jahre vergangen, seit sich Alev mit ihrem letzten Album "We Live In Paradise" als nationaler Geheimtipp in Sachen Alternative Rock präsentiert haben. Seitdem ist ihnen ihre Sängerin Alev Lenz abhanden gekommen, was die Münchner Band mit Alexandra Janzen aber problemlos kompensieren konnten. Nachdem die Frau auf der EP "Alev" 2006 schon mal vorgestellt wurde, folgt nun das gleichnamige Album.

Man muss Alev zugestehen, dass sie mit Alex einen ganz guten Fang gemacht haben. Dennoch wird es wohl einige geben, die ihrer Vorgängerin hinterher trauern. Wie dem auch sei, die neue Frontdame gibt mit dem Opener "Where Are You" gleich mal einen guten Einstand hin. Zu Riffs mit einem gewissen Nu Metal-Einschlag, lässt sie ihre Stimme immer wieder leicht überschlagen, was etwas an Dolores O'Riordan von The Cranberries erinnert. Genau wie die leider etwas von der Bildfläche verschwundene Sängerin setzt Alex weitgehend auf sanfte, fragile Töne wie in "Crawling Under", "My Cover" oder auch "On My Own".

Zwar überwiegen die ruhigen Töne in der ersten Hälfte des Album noch, doch Tracks wie das auf sehr tief gestimmten Gitarren aufgebaute "My Cover" oder das radiotaugliche "Unique" deuten schon mal an, dass auch ein wenig mehr gerockt werden darf. "Devotion" setzt eingangs auch noch auf ruhige Klänge, darf aber auch schon mal ein wenig mehr Power andeuten und vor allem wagt Alex gesanglich ein wenig mehr. Warum ihre Stimme in recht hart abgehenden "Institutionalized" verzerrt wird, ist mir noch ganz klar, denn der Song würde durchaus auch ohne diesen Effekt funktionieren.

Ein ebenfalls hartes Brett fahren sie zuvor schon mit "Disconnected", das auf einmal mit rasender Doublebass ankommt. So ganz schlüssig klingt der Song aber nicht, was leider auch auf "Stained Lies" zutrifft. Alex hält sich stimmlich zu sehr zurück und die Nummer will einfach nicht richtig in Fahrt kommen. Dafür haben sie mit "At The Right Time" einen wirklich starken Song in der Hinterhand, der durch die männlichen Backing Vocals einen ganz eigenen Charme bekommt. Zum Abschluss gibt es noch eine industrial-lastige Version von "Cause And Effect", die durchaus neben dem Original bestehen kann, aber natürlich in eine ganz andere Richtung geht.

Gegenüber dem Debüt fehlt es "Alev" ein wenig an einer konstanten Richtung und Alex scheint ihre Stimme noch nicht ganz gefunden zu haben. Mit etwas mehr Mut und dem ein oder anderen Rocksong mehr sind das nächste Mal auch wieder vier Punkte drin.

Trackliste

  1. 1. Where Are You
  2. 2. Crawling Under
  3. 3. My Cover
  4. 4. Unique
  5. 5. Stained Lies
  6. 6. On My Own
  7. 7. Devotion
  8. 8. Disconnected
  9. 9. Institutionalized
  10. 10. At The Right Time
  11. 11. Cause And Effect (Remix 2007)
  12. 12. At The Right Time (Video)

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