laut.de-Kritik

Endlich blitzen wieder alte Alanis-Songwriting-Stärken auf.

Review von

Spätestens seit Dogma wissen wir: Alanis Morissette ist Gott. Wie es sich für gestandene Gottheiten gehört, muss in wohldosierten Abständen immer mal wieder ein Gottesbeweis her. Der erste lautete auf den Namen "Jagged Little Pill", der zweite "Supposed Former Infatuation Junkie", war ein famoses Scheißalbum und ließ mich fast vom Glauben abfallen. Wie sie versucht hat, ihre verquere Lyrik in ein noch verschrobeneres Klangkostüm zu quetschen, war nicht sonderlich prickelnd. Nun "Under Rug Swept". Wie bei den beiden Vorgängern ist der sonderbare Titel aus einer Songzeile entliehen. Abgesehen davon hat die hübsche Kanadierin einige Neuerungen vorzuweisen. Die komplette Band wurde kurzerhand in die Wüste geschickt und auch den Produzenten hat sie sich gespart, denn das macht sie jetzt selbst.

Inspiriert von so viel Neuem, scheint Alanis beim Songwriting wieder in die Spur zurück gefunden zu haben. In der Tat überraschen die sägenden Gitarren, die "21 Things I Want In A Lover" einleiten, und geben den Glauben zurück, dass Morissette immer noch Songs schreiben kann, die vorne und hinten ein Ende haben, sich zwischendrin aber nicht in psychotherapeutischem Singsang verfangen. Die behandelten Themen kommen - wie gehabt - immer wieder auf die Essenzen Männlein - Weiblein zurück und gefallen durchaus, auch wenn man die Art und Weise, wie Alanis das verpackt, nicht mögen muss. Fünfunddrölfzig Silben in einer Zeile braucht kein Mensch. Aber Mensch braucht Morissette und erfreut sich an manch gelungenem Liedgut. "Hands Clean", die erste Single, gehört nicht dazu. Allzu platt und lahm blubbert und schrammelt es da aus den Boxen und auch balladeske Sachen vom Schlage "Flinch" sind austauschbar.

Ein ums andere mal scheint der übermächtige "Jagged Little Pill"-Schatten drohend am Horizont zu erscheinen. Jener verhunzte ja den Vorgänger, aber diesmal bekommt Alanis Morissette gerade noch die Kurve. Der Opener, "Narcissus" und das schmachtende "Utopia" sind sicherlich eine der stärksten Songs, die sie bislang geschrieben hat.

"Under Rug Swept" rettet sich über die drei Punkte hinweg, bleibt den Gottesbeweis aber schuldig. Sie kann das besser, Dogma hat es gezeigt.

Trackliste

  1. 1. 21 Things I Want In A Lover
  2. 2. Narcissus
  3. 3. Hands Clean
  4. 4. Flinch
  5. 5. So Unsexy
  6. 6. Precious Illusions
  7. 7. That Particular Time
  8. 8. A Man
  9. 9. You Owe Me Nothing
  10. 10. Surrendering
  11. 11. Utopia

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2 Kommentare

  • Vor 12 Jahren

    Das Album ist so gut, von mir kriegt es die Top Bewertung. Allein die Lieder Surrendering, Precious Illusions und Utopia sind so gut, um das Album an die Spitze zu katapultieren. Und was schreibt da der Autor von ihre Silbenwahl? Meiner Meinung nach sind ihre Lyrics so gut zusammengeschustert, dass man gar nicht anders kann, als sie auswendig zu lernen.
    Ich liebe Alanis´ Musikstil. Er ist so schön verspielt und wunderbar harmonisch. Auf diesem Album kommt er m.M.n. am besten zur Geltung. Deswegen mag ich es auch am liebsten von ihren Alben.

  • Vor 10 Jahren

    Under Rug Swept kriegt 3/5

    und

    Supposed Former Infatuation Junkie ist natürlich kein Scheißalbum, hätte ne Review verdient, allerdings besser nicht von Alex.