laut.de-Kritik

Die Siegener halten locker das Niveau des Vorgängers.

Review von

Nachdem die letzten Alben "Agitation" und "Dependent Domination" schon ungewohnt schnell hintereinander erschienen und sich zwischen den beiden Scheiben eine deutliche Steigerung ausmachen ließ, durfte man auf "Diabolic" mächtig gespannt sein. Darf man nun etwa dem Quantensprung beiwohnen?

So weit geht es nicht, aber zumindest das hohe Niveau des Vorgängers haben die Siegener locker gehalten. Vor allem Shouter Frank gefällt mir mit seinen rauen und wütenden Vocals ausgespochen gut, passt der Stil doch gleichemaßen gut zu den gewohnt groovigen Parts und zu den vermehrt an alte Bay Area-Urgesteine angelehnte Riffs. Ganz in dieser Tradition bleibt Klargesang auch außen vor.

Dank der druckvollen Produktion von Martin Buchwalter (Perzonal War, Destruction) kommt die exquisite Gitarrenarbeit von Frank und seinem Kollegen perfekt zur Geltung. Bei ihren Soli sparen die Jungs auch nicht an Melodien. Hört euch nur den Doppellauf in "Save Your Legend" an! Dass die Drums nicht unbedingt sehr organisch klingen, mag den einen oder anderen stören. Dem klaren Klangbild kommt es jedenfalls entgegen. Eine Band wie Accuser dürfte mit relativ kleinem Budget arbeiten.

Umso erfreulicher, dass sie beim Songwriting keine Abstriche machen und technische Spielfertigkeiten gekonnt in eingängige Songs packen. Da dürfen es auch gerne einmal akustische Gitarren wie im Opener "Apcalyptic Deay" sein. Das eigentlich Augenmerk liegt dennoch auf den derbst brachialen Riffs, von denen es nicht zu wenig gibt.

Wurden Accuser dank ihrer Grooves immer gerne mit den moderneren Bands der Thrash-Bewegung verglichen, so müssen diesmal auch Parallelen zu Exodus, alten Metallica und Megadeth gezogen werden. Nicht nur das feine "Dethroned" setzt nämlich auf ein erstklassiges Bay Area-Riffing.

Mit dem fast zehnminütigen "World Wird Violence" machen sie zum Abschluss klar, dass nicht nur Machine Head mit überlangen Songs erstklassige Thrash-Epen schreiben können. Es wird höchste Zeit, dass die Jungs mal wieder anständig auf Tour kommen.

Trackliste

  1. 1. Apocalyptic Decay
  2. 2. Diabolic
  3. 3. Cannibal Insanity
  4. 4. Deification
  5. 5. Dethroned
  6. 6. Beyond The Blackness
  7. 7. Save Your Legend
  8. 8. Immortal Aggression
  9. 9. Remains Of Hate
  10. 10. World Wide Violence

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