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BIOGRAFIE

Stevie Wonder

 
 

Vom "Licht der Welt erblicken" kann man bei diesem über jeden Zweifel erhabenen, außergewöhnlichen Musiker und Performer eigentlich nicht sprechen. Der kleine Stevie kommt am 13. Mai 1950 in Saginaw/Michigan auf diesen Planeten. Zu viel Sauerstoff im Brutkasten nahm ihm die Sehkraft auf beiden Augen, ein von Gott gegebenes Geschenk, wie er immer wieder betonte. Denn so habe er seine anderen Sinne, vor allem das Gehör, sensibilisieren können.

Beim Motown-Label mit zwölf Jahren gesignt zu werden, schafft nicht jeder, Stevie schon. Als "Little Stevie Wonder" veröffentlichte er seine ersten Platten, das "Little" fiel später weg, der steigende Erfolg mit seinen Veröffentlichungen blieb. In diesen Greenhornjahren im Business versuchte er, seine Fähigkeiten auszubauen. Besser singen, besser die Tasten des Pianos hämmern, besser Songs schreiben und ab 1967 mischte er zumindest als Co-Writer seiner Singles mit.

21 Jahre alt zu werden ist in den USA wohl für jeden jungen Menschen die erste, na sagen wir zweite Hürde im Leben. Zwar kann man schon seit seinem 16. Lebensjahr Auto fahren, darf sich aber erst jetzt legal besaufen. Andere Zeiten andere Sitten, denn Stevie investierte in sein eigenes Studio, und nahm dort die Scheiben "Where I'm Coming from" und "Music of My Mind", beide markttechnisch nicht die Knaller, auf.

Nicht ganz unbeteiligt an diesen Longplayern waren die Herren Robert Margouleff und Malcolm Cecil. Die drehten zusammen mit ihm an den ersten damals aufkommenden Synthesizern und Modulsystemen rum. 1972 brachte den kommerziellen Erfolg: Das Album "Talking Book" mit den Nummer Eins Hits "Superstition" und "You are the sunshine of my life" erschien. Grammys, Grammys und nochmal Grammys gab’s in den Folgejahren: Bester R'n'B-Künstler, bestes Album, bester Song, bester Sänger und so weiter und so fort. Kommerziell am erfolgreichsten gestalten sich die 80er Jahre. Das inzwischen hardcore-Karaoke-erprobte "I just called to say I love You" erscheint. Ein Song, der im Zeitalter von SMS-Messages und Handymania eine ganz neue Bedeutung gewinnen könnte, wäre er nicht schon jenseits von Gut und Böse.

Mit Bruce Springsteen trällert der sozial und gesellschaftlich engagierte Popstar das Benefizstück "We are the world". In den 90ern schreibt Wonder einige Schmusesongs und Filmsoundtracks. Für sein Lebenswerk wird ihm 1996 der Grammy verliehen, und er werkelt eifrig weiter.

Doch natürlich hadert auch der Erfolgreiche gelegentlich mit seinem Schicksal: "Mein Leben wäre vollständig, wenn ich nur für zehn Minuten meine Kinder sehen könnte", sagt Wonder bei verschiedenen Gelegenheiten. Im Dezember 1999 erklärt er angeblich sogar bei einem Gottesdienst in Detroit, er wolle sich einer neuartigen Operation mit Chipimplantation in einem Spezialinstitut an der John Hopkins Universität in Baltimore unterziehen.

In den Folgejahren hört man wenig von Stevie Wonder, bevor er für den Sommer 2005 mit "A Time to Love" das erste Studioalbum nach über zehn Jahren ankündigt. Die Scheibe leitet eine Art Wonder-Revival ein, das einige Best Ofs zur Folge hat und in einer umjubelten Konzertreise 2008 gipfelt, die ab Frühjahr 2009 auch auf der DVD "Live At Last" zu begutachten ist.

 
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