Der laut.de-Konzertbefehl: Die Melvins kommen mit zwei Drummern, Lady Sovereign verblüfft selbst Jay-Z, Hot Gossip aus Italien und The Blood Arm aus L.A. reißen nicht weniger als das britische Original The Jakpot. Wers doch lieber nach der guten alten rotzigen Party-Schule mag, geht zu Volbeat. Die 21. Kölner Rocknacht lockt am Samstag zuvor noch mit einem spannenden Line-up.
Konstanz (ebi) - Am Samstagabend wartet im Rahmen der 21. Rocknacht im Kölner Palladium ein wahrlich exquisites Line-up auf. Die Headliner Faithless und Manic Street Preachers sollten hinlänglich bekannt sein - letztere spielen ihren einzigen Deutschland-Gig. Dazu stoßen noch die bezaubernden Damen The Pipettes, die groovige Inidecombo The Sunshine Underground und die belgischen Dance-Rocker Goose.
Das ewige Basser-Problem hin oder her, die Melvins spielen und spielen und spielen ... Kultfigur King Buzzo veröffentlicht so viele Platten wie möglich (was er auf Mike Pattons Label Ipecac auch darf) und bringt das ganze in schöner Regelmäßigkeit nach Europa. Die schrägen Alternative-Urgesteine sind derzeit noch für einige wenige Termine und mit zwei Drummern zu sehen. Support: Big Business und Porn!
1,52 Meter pure Energie: Lady Sovereign schlägt die Brücke zwischen London und Jamaica derart eindrucksvoll, dass selbst Def Jam-Boss Jay-Z nur staunen konnte. Hip Hop, Grime, Jungle, D'n'B, Dancehall oder Garage - die volle Breitseite eben. Oder um es mit Kollegin Fromm zu sagen: "Die verlorene Tochter Missy Elliotts und Eminems - auf Speed gezeugt."
Erstaunlich klingen auch The Blood Arm. Erstaunlich, weil sie zwar aus Los Angeles stammen, aber verdammt nach Schottland klingen, wie selbst Alex Kapranos von Franz Ferdinand zugibt. Viel R'n'R und jede Menge Großmäuligkeit: Die Combo um den egozentrischen Fronter Fregoso weiß, wie es funktioniert.
Ähnliche Gedanken stellen sich bei Hot Gossip ein. Die Italiener tönen so britisch, dass man sich fragt, weshalb eigentlich fast jeder Indie-Hype von der Insel kommen muss. Woanders gehts doch auch. US-Garage, straighter R'n'R und melodiöser New Wave: Wer behauptet, Italiener flippen nur bei Fußball oder Pasta aus, den wird das Trio eines Besseren belehren.
Tatsächlich aus UK kommen The Jakpot. Auch hier darf man sich wundern. Wie bitte? Die haben noch keinen Plattenvertrag? Lange andauern sollte diese Ungerechtigkeit allerdings nicht mehr. Maximo Park oder die Babyshambles baten das Quartett aus Manchester schon in ihr Vorprogramm. Jetzt mal auf Solo-Tour in Deutschland.
Einige Gänge härter und von Modeerscheinungen völlig unbeeindruckt: Volbeat. "Metal that even you're Mom would like", so sehen sich die Dänen jedenfalls. Und ihr wuchtiger Mix aus Metal und 50er/60er-R'n'R treibt im Club tatsächlich den Schweiß aus den Poren. Kein Wunder, hat sich die Combo doch einen erklärten Elvis-Fan ans Mikro gestellt.

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