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Home » News + Stories » Special (20. November 2009)

2000-2009
Die Lieblingsalben der Stars
Fragen Sie jemanden, der etwas von der Sache versteht. Nichts leichter als das: 23 Künstler von A (Anti-Pop Consortium) über B (Bela) und C (Curse) bis Z (Zoot Woman) präsentieren ihre eigenen Charts der Nullerjahre.
Die versammelte laut.de-Redakteursschar machte sich in den vergangenen Wochen über die musikalischen Highlights des ersten Jahrzehnts eines brandneuen Jahrtausends Gedanken. Wir schlugen uns zunächst die Köpfe ein und präsentierten dann unsere Lieblingsalben, handverlesene Video-Bonbons und Tracks, die sich in unsere Gedächtnisse gefressen haben. Die Listen wurden diskutiert, gelobt, geschmäht und - ganz richtig - für völlig subjektiv befunden.

Höchste Zeit also, dass wir Menschen fragen, die wirklich etwas von der Sache verstehen. 23 Künstler kamen unserer Aufforderung nach und erstellten ihre ganz persönlichen Charts des Jahrzehnts.

Shaggy, der seine Teilnahme versprochen hatte, musste zwar ausfallen. Wenigstens hatte er eine gute Ausrede parat: An dem Wochenende, an dem er uns eigentlich seine Liste erstellen wollte, ließ er sich - stilecht - von zwei Groupies das Hotelzimmer ausrauben.

Auch Console-Hero Martin Gretschmann, dessen illegaler Johnny Cash-Remix "I See A Dark(er)ness" 2004 zum laut.de-Song des Jahres gewählt wurde, ließ sich entschuldigen: "Mir fallen da jetzt keine zehn Platten ein, dazu müsste ich eine ganze Weile forschen. Bei den Alltime-Faves könnte ich sofort zehn Platten aufschreiben (einmal Autechre, einmal Portishead, einmal Sonic Youth und sieben Mal Leonard Cohen), aber das sind alles Platten, die vor 2000 raus kamen."

Max Herre störten unsere Vorgaben nicht, er schickte uns einfach trotzdem seine Alltime-Faves. Auch nicht weiter schlimm, immerhin lag seine Aufstellung rechtzeitig vor. Die Top 10 von Dakar & Grinser-Hälfte Christian Kreuz erreichte die Redaktion exakt zwei Tage vor der Fertigstellung des Features (und ca. vier Monate nach der ursprünglichen Anfrage).

Die Favoriten der Stars: so unterschiedlich, wie die Befragten selbst. Den Heidelberger Irie Révoltés gelang das Kunststück, eine vielköpfige Combo auf ein gemeinsames Lieblingsalbum einzuschwören. Andere - wie Bela B - wollten sich nicht auf eine Reihenfolge festlegen. Während vor allem internationale Bands schnörkellose Auflistungen einreichten, erklärten andere ausschweifend ihre Wahl. Ein Curse ist und bleibt eben einfach ein Mann der vielen Worte.

Vom Anti-Pop Consortium bis zu Zoot Woman legt ein breites Künstlerspektrum die eigenen Vorlieben offen. Mit DJ Strobocop kommt der Betreiber des feinen Kölner Labels Karaoke Kalk zu Wort. Rootdowns Hausproduzent Teka vertritt das reglerschiebende Gewerbe.

Außerdem dabei: Asteroids Galaxy Tour, The Bishops, Florence And The Machine, Maxim, Maximo Park, Moneybrother, Perrecy, Frank Popp, Razorlight, Robots In Disguise, Tele, Tomte, White Lies und wir beginnen Jetzt, nämlich mit ...


Virginia Jetzt!:

Virginia Jetzt!
Virginia Jetzt!-Gitarrist und Songwriter Thomas Dörschel.

Randy Newman - The Randy Newman Songbook Vol. 1

Eigentlich ein kleiner Schwindel, dieses Album überhaupt in die Liste aufzunehmen, beinhaltet es doch Stücke, die allesamt nur Neueinspielungen sind. Aber Randy Newman gehört nun einmal unzweifelhaft zu meinen absoluten musikalischen Helden, der unglücklicherweise zwischen 2000 bis 2009 nur ein reguläres Studioalbum veröffentlichte, das leider nicht gerade sein bestes ist.

Ben Folds - Rockin' The Suburbs

Das erste Solo-Album von Ben Folds ist - und das hört man in jedem Ton - ein Befreiungsschlag von seiner ehemaligen Band und eine Sammlung der wundervollsten Piano-Pop Songs der letzten zehn Jahre.

Ed Harcourt - Strangers

Mit "Strangers" wollte Ed Harcourt vom vielgerühmten Geheimtipp zum kredibilen Popstar avancieren. Geschafft hat er es nicht, aber die Platte ist eines der großartigsten Singer/Songwriter-Alben, die ich kenne.

Wilco - Yankee Hotel Foxtrot
Niels Frevert - Du Kannst Mich An Der Ecke Rauslassen
Joanna Newsom - Ys
Elliott Smith - Figure 8
Modest Mouse - Good News For People Who Love Bad News
Cat Power - The Greatest
Rufus Wainwright - Want One

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Max Herre:

Max Herre
Max Herre: Nach Alltime-Faves hatten wir zwar nicht gefragt, aber gut ... danke, trotzdem!

A Tribe Called Quest - The Low End Theory (1991)
Nas - Illmatic (1994)
Tracy Chapman - Crossroads (1989)
The Roots - Things Fall Apart (1999)
Bob Dylan - Time Out Of Mind (1997)
Neil Young - Freedom (1989)
James Taylor - Hourglass (1997)
Lauryn Hill - The Misseduction (1998)
Gang Starr - Step In The Arena (1991)
Lou Reed - New York (1989)

[Mehr lesen über Max Herre ...]


Perrecy:

Perrecy
Perrecy: The one and only Morrissey-Ukulelen-Impersonator from Ingolstadt.

Morrissey - You Are The Quarry (Entschuldigung, ich kann nicht anders)
Der alte Meister meldete sich zurück. Kraftvoll, treffend böse, melodisch. Sicher die beeindruckenste Rückkehr der letzten Jahre.

Morelenbaum2/Sakamoto - A Day In New York
Weil ich so zu einer Bossa Nova-Platte kam. Der Beweis, dass man gute Musiker auch in ungewohnter Umgebung jederzeit heraushören kann.

Radiohead - In Rainbows
Weil es so günstig war.

Slut - Die Dreigroschenoper
Weil die meisten nur die kastrierte Version haben.

El Vez - Boxing With God
Weil "Graciasland" aufgrund des Alters nicht nominiert werden darf.

Johnny Cash - American IV: The Man Comes Around
Weil gegen ihn alle anderen Chorknaben sind.

Nine Horses - Snow Borne Sorrow
Weil es kaum einer kennt.

Tomte - Hinter All Diesen Fenstern
Weil Thees einen bei mir gut hat.

Farin Urlaub - Endlich Urlaub
Weil auch Antialkoholiker gute Musik machen können.

Modest Mouse - We Were Dead Before the Ship Even Sank
Weil Gerechtigkeit sein muss.

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Irie Révoltés:

Irie Révoltés
Irie Révoltés: Die Lieblingsplatten der einzelnen Mitglieder.

Neg Marrons - Le Bilan (2000) - Mal Élevé
Reflection Eternal: Train of Thought (2000) - Silence
Ska-P - Lagrimas Y Gozos (2008) - i.doT
Torch - Blauer Samt (2000) - Toby!
Immortal Technique - Revolutionary Vol.1 - ConRiot
Q-Tip - The Renaissance (2008) - Flex
Black Eyed Peas - The E.N.D. (2009) - Carlito
Mos Def - Black On Both Sides (2002) - Mickez
Gentleman - Journey To Jah (2002) - Combac

Lieblingsplatte der kompletten Band:
Keny Arkana - Entre Ciment Et Belle Etoile (2008)

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Tele:

Tele
Tele, vertreten durch Sänger Francesco Wilking.

Die Zweitausender, die Nullerjahre, wir stecken ja noch mittendrin, aber ich versuche, vorausschauend zurückzublicken. Eine schwer und schön verwirrte Dekade, die Achtziger des letzten Jahrhunderts haben unerwarteterweise zig neonfarbene Raumschiffe im Jetzt vertäut.

In den USA hat die schwarze Musik die weiße überholt, und als hätte er damit seine Mission erfüllt, ist Michael (so darf ich ihn doch nennen) tot. Alle wollen leichte hüpfende Musik, keinen 11/8-taktigen Krach mehr, die lauten, todessüchtigen steigen in die Gamesbranche ein. Weltmusik ist zum Glück kein Schimpfwort mehr und Bamako (Mali) wird Welthauptstadt.

Gillian Welch - Time (The Revelator)
Common - Like Water For Chocolate
Bright Eyes - I'm Wide Awake It's Morning
D'Angelo - Voodoo
Boubakar Traore - Sa Golo
Feist - Let It Die
Marcio Faraco - Interior
Phoenix - United
Habib Koite - Afriki
Vampire Weekend - Vampire Weekend

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