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Home » News + Stories » Special (08. Januar 2008)

LESER-CHARTS 2007
Massive Heuschreckenplage auf laut.de
Wahlroboter, IP-Mogeleien oder bloß blinde Gefolgsamkeit der Fans: Wie genau es passieren konnte, dass Gangsterrap-Bulle Massiv sich in den meisten Kategorien durchsetzt, bleibt den Nachforschungen der Chartsarchivare überlassen. Wir jedenfalls haben herzlich gelacht.
Massiv vs. laut.de statt Blut gegen Blut.
laut.de, wir Opfer! massiv.to und Ghettokollegen, ihr Derbsten! Ihr, liebe Massiv-Fans, habt nicht nur den geistesseichten Plunder aus Pirmasens brav geschluckt, als Sony BMG ihn euch vorgesetzt hat. Nein, ihr habt ganz nebenbei tatsächlich das Prinzip Internetdemokratie verstanden. Ein grammatikalischer Hürdenlauf auf massiv.to rief am 19. Dezember dazu auf, in sämtlichen möglichen Kategorien für den Blutsbruder zu voten. Und so geschah es dann auch.

Der Sieg in den Kategorien "Bestes Album", "Bester Song" und "Bester Künstler" geht dank loyaler Copy&Paste-Arbeit der Fanseiten-Leserschaft an Massiv. Props dafür: Wir haben uns wirklich kurz verwundert die Augen gerieben. Vielen Dank somit für den (scheinbar) größten Dissens zwischen Autoren- und Leserschaft aller Zeiten. Auf "Wählt Massiv!"-Flyer in Berlin-Weddings Fitnessstudios sind wir übrigens entgegen anders lautender Gerüchte nicht persönlich gestoßen.

Neue Vertriebswege für Pop
Geschmunzelt haben wir auch einen Augenblick lang über Retiree Eko Fresh. "Ekaveli" auf dem Siegertreppchen und die weiteren Bestnoten in den Wahlfächern Song und Artist sind wohl vor allem als nostalgisches Goodbye an den Abtretenden zu verstehen. Mit den weiteren Plätzen werden wir in der Redaktion dann allerdings wieder Freunde. Radioheads vermeintlicher Coup d'Plattenindustrie, ihren siebten Streich über die eigene Webseite und zum frei wählbaren Abgabepreis anzubieten, war zwar letztendlich doch mehr Aufreger als tatsächliche Umwälzung.

Welche Band, die nicht schon wie etwa auch Nine Inch Nails in den Neunzigern das große Geld in Majorland abgegriffen hat, kann sich einen solchen Vertriebsweg ohne Bankrottdrohung derzeit schon leisten? Dennoch verdienen Yorke und Co. allein für den verursachten Wirbel zweifellos den Sieg in der Bandkonkurrenz - genauso wie die Drei im Plattenranking.


Tradition und Postmoderne in der Leserschaft
Radioheads Thom Yorke live.
Auf den Folgeplätzen in Album- wie Songcharts landet mit Maximo Park und Babyshambles, ebenfalls sehr kongruent mit unserem Vote, die Retro-Rockisten-Fraktion. Dazwischen mischen sich mit Die Ärzte, Foo Fighters und den Beatsteaks alteingesessene Publikumslieblinge. Traditionalismus in der laut.de-Leserschaft? Keineswegs, blicken wir auf die Titel "Frau bzw. Mann des Jahres 2007".

Direkt hinter Amy Winehouse erobert dort Lily Allens Freundin Kate Nash mit charming London-Akzent einen Sonnenplatz. Und bei den Jungs teilen sich Hip Hop-Renovateur Kanye West und System Of A Downs Solist Serj Tankian, der im Oktober "Elect The Dead" forderte, die Silbermedaille. Das kann sich sehen lassen, stärkt unser Vertrauen in euren Wohlgeschmack und schmiert uns lecker Honig ums Maul. Wir geloben artig: Auch 2008 bleibt laut.de dran am Multiplex Popkultur, an Euren Favs und den kommenden Geheimtipps.

Mehr zu euren Newcomern, DVDs, Videos oder Live-Acts des Jahres sowie zu eurem Buh bzw. Jippie 2007 lest ihr demnächst.

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