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In Kooperation mit Tonspion scannen wir euch jede Woche die spannendsten Mp3-Downloads. Alles für lau, alles ziemlich super.
Konstanz (mma) - Die steilsten Gratistracks aus Pop, Rock, Elektro, Hip Hop. Diese Woche unter anderem mit Jay-Z featuring Santogold und einem Beitarg zum Notorious B.I.G.-Film.
Girls In Hawaii - Bored (aus "Plan Your Escape", Naïve)
Eine der Bands, von denen man sich wünschen würde, dass sie regelmäßig etwas mehr aus sich herausgehen würde. Andererseits, ihr melancholischer Shoegazer-Rock hat gerade aufgrund seiner Schüchternheit den gewissen Charme.
So ist "Plan Your Escape" ein Album, was nicht nach dem ersten Durchhören unbedingt sofort zugänglich ist. Live hat die Band nicht ganz so viel Zeit auf den Punkt zu kommen. Dass ihr aber genau das gelingt, davon kann man sich vor Ort überzeugen - denn Girls in Hawaii sind gerade auf auf Tour.
Tonspion-Tracks rotieren auch auf laut.fm/eins, der ersten Adresse für das beste von heute und den Hype von morgen.
Senor Coconut - Around The World (aus "Around The World", Pias)
Seit 2000 treibt Schmidt als Senor Coconut seine Späße. Zuerst mussten Kraftwerk dran glauben und offenbaren, dass selbst die "Mensch-Maschine" einen Samba-Hüftschwung drauf hat. Weitere Coverversionen der Kategorie "verboten" folgten: "Smoke On The Water" von Deep Purple wurde von Schmidt ebenso zum Lateinamerika-Kracher umgearbeitet wie die größten Hits des Yellow Magic Orchestra.
Mit dem dieses Jahr erschienen Album "Around The World" dehnt Schmidt das Konzept hinter Senor Coconut weiter aus: Daft Punk, Trio, Eurythmics, Richard Sanderson. Coconut geht da hin, wo es weh tut, ein eingefrorenes Lächeln unterm Menjou-Bärtchen inklusive. Während wir noch über "Around The World" lachen hat sich Schmidts Fokus wieder verlagert: Anfang 2009 erscheint mit "Liedgut" wieder ein Album seines ehemals bekannteren Alter Egos Atom TM.
A Life, A Song, A Cigarette - Babyface (aus "Black Air", Siluh Records)
Ein Sextett aus Wien, das auf seinem Zweitwerk weite Gefühlswelten vertont. Americana meets Alternative und spielt dem zeitgenössischen Indierock das Lied vom Blues. Ein Album, das - produziert von Ken Stringfellow (R.E.M., The Posies, u.a.) - Zeit braucht, aber viel Gutes und Tiefes zu bieten hat.
Circlesquare - Dancers (Edit) (aus "Songs About Dancing And Drugs", !K7)
Die Versuche, den Singer-/Songwriter auch in der elektronischen Musik einzuführen, haben in letzter Zeit zu einigen beeindruckenden Alben geführt. Von Apparat bis Raz Ohara, um nur zwei zu nennen, reicht die Liste derer, die den Song mit dem Track vermählen und Vocals für essentiell erachten. Jeremy Shaw treibt das Spiel allerdings noch ein bisschen weiter.
Hier wird der Break zum Stilmittel erklärt, doch verspricht er nicht die Erlösung wie auf dem Dancefloor. Shaw nutzt den Break, um den Abgrund noch weiter aufklaffen zu lassen, in den einen seine düsteren Songs eh schon ziehen. Die "Songs about Dancing and Drugs" sind opulent und haben sich doch allem Überflüssigen entledigt.
Jay-Z - Brooklyn Go Hard (feat. Santogold) (aus dem Soundtrack "Notorious", Warner Music)
Ironie des Schicksals: Nach ihrem Tod sind beide Rapper noch erfolgreicher und jeder irgendwann, irgendwo, in egal welchem Zustand aufgenommene Ton der beiden wird auf CD gepresst und unter die Leute gebracht. Jetzt will sich Hollywood sein Stückchen vom posthumen Kuchen abschneiden und hat Biggie Smalls Leben für die Leinwand adaptiert. Kinostart von "Notorious" ist Ende März, in den USA läuft der Film bereits im Januar an.
Für den Soundtrack sorgt zum Großteil die Hauptperson selbst, von "Hypnotize" bis "Party & Bullshit" reicht die Tracklist, ergänzt durch einige bisher unveröffentlichte Demoaufnahmen. Außerdem ist Biggies Witwe Faith Evans mit zwei Tracks vertreten, während sein alter Weggefährte Jay-Z gemeinsam mit Santogold Biggies Herkunft "Brooklyn" feiert, wie unschwer im verlinkten MP3 zu hören ist. Produziert hat übrigens Kanye West, obwohl der Song ganz ohne Autotune auskommt.
Transmission - Elephant (aus "Sublimity", Malicious Damage)
Die Mitglieder dieser Band haben es faustdick hinter den Ohren: Killing Joke, The Verve, Gorillaz und The Good, The Bad & The Queen sind einst ihre Spielplätze gewesen. Nun erscheint ihr zweites Album namens "Sublimity", begleitet von einem Spacemonster und Freetrack in einem.
Frida Hyvönen - Birds (aus "Silence Is Wild", Cargo Records)
"Silence is easy" sangen Starsailor einmal. Simpel gestrickt ist das zweite Album der schwedischen Sängerin nicht gerade. Aber dafür um so schöner. Mit viel Tragik in der Stimme singt sie sich von der einen zur anderen Ballade. Aber dieser ganze tief greifende Weltschmerz, dieser hinreißende Kitsch, wird wieder immer konterkariert: von den aufwendig arrangierten Songs, sie sich vor einem offenbaren, als wollten sie einen umarmenen. Frida Hyvönen ist ein komplexes Werk gelungen - in sich ruhende melancholische Popmusik.
Ben Kweller - Hurtin' You (aus "Changing Horses", ATO Records)
"Changing Horses", so der programmatische Titel seines vierten Studiowerkes, hat Kweller im Gegensatz zum selbstbetitelten Vorgängeralbum von 2006 mit einer Band und nicht im Alleingang eingespielt. Und das hat nicht mehr viel mit dem zu tun, was bei diesem Herren aus Texas einst noch nach Lemonheads, Weezer oder zu Radish-Zeiten gar noch nach Nirvana klang.
Das ewig jugendlich dreinschauende Pausbäckchengesicht mit Goldlockenschopf klingt älter und zurückgelehnter denn je. Das Ergebnis ist in sich ruhender Countryfolk zwischen Garth Brooks und Conor Oberst. Was ja nicht zwangsläufig schlecht sein muss, aber auch nicht wirklich vom Hocker reißen will. Aber mal schauen, wie das live kommt.
Broadcast 2000 - Get Up And Go (James Yuill Remix) (aus "Building Blocks", Grönland Records)
Mit behutsamer Fragiltät, technisch verspielt, immer leicht melancholisch, präsentiert sich der Londoner auf seinem Debüt, dem Mini-Album "Building Blocks". Unterstützt wird der Mulitinstrumentalist von drei weiteren Bandmitgliedern - er allein ist jedoch der Mastermind hinter der Musik. Dabei spannt er den Bogen vom Folk zum elektronischen Pop - im Ergebnis eine schwer zu klassifizierende Symbiose mit sentimentalem Tiefgang und experimenteller Note.
Die Single "Run" wurde kürzlich von einem renommierten Computer-Hersteller für eine Werbekampagne auserkoren. Der hier verlinkte Remix von James Yuill ist sehr gelungen, denn er verleiht dem Track noch eine neue Dimension, indem er gar ein bisschen mit dem Dancfloor flirtet.
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