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In Kooperation mit Tonspion scannen wir euch jede Woche die spannendsten Mp3-Downloads. Alles für lau, alles ziemlich super.
Konstanz (mma) - Die steilsten Gratistracks aus Pop, Rock, Elektro, Hip Hop. Diese Woche unter anderem mit Neuem von Lady Sovereign, einem Prodigy-Lebenszeichen und dem Disco-Killertrack "Blind" im Remix.
Lady Sovereign - I Got You Dancing (aus "Jigsaw", EMI)
Neues Label, neuer Look. Lady Sovereign musste in den letzten zwei Jahren offenbar all das mitmachen, was passiert, wenn man die in einen gesetzten Hoffnungen in kommerzieller Hinsicht nur zufriedenstellend erfüllt, trotz prominenter Unterstützung von Missy Elliott und Jay-Z. Statt bei Universal wird Louise Harman ihr neues Album "Jigsaw" auf ihrem eigenen Label Midget Records veröffentlichen. Mit freundlicher Unterstützung der EMI.
Was bleibt ist ihr loses Mundwerk, das auch das deutlich mehr auf Pop getrimmte "I Got You Dancing" nicht aufhalten kann. Autotune als Zugeständnis an den Zeitgeist darf nicht fehlen, zumal die Chancen für Grime international heute wesentlich schlechter stehen als 2006. Bleibt nur die Flucht nach vorne. Mit der Stichsäge! "Jigsaw" soll im April 2009 erscheinen.
The Prodigy - Invaders Must Die (aus "Invaders Must Die", Cooking Vinyl)
Die Gefahr, dass wegweisende Bands im Laufe der Jahrzehnte zu einer Art musikalischer Zirkusattraktion verkommen, ist groß (Axl Rose wird in den nächsten Monaten einen Lied davon singen können). Breakbeats, Rock, Samples und Electro verbanden The Prodigy schon Anfang der Neunziger Jahre zu einem heißen Cocktail - also im Grunde schon das, was Justice & Co. in den letzten Monaten ihren Erfolg bescherte.
Und heute? Ein zu frühes Urteil wäre ungerecht, doch der verlinkte Titeltrack hämmert jedenfalls brutal und ohne Rücksicht auf Verluste. Demnach keine Kehrtwende, keine Neuausrichtung. Zumindest aber auch keine Langweile. Denn ignorieren kann man das nicht: zu laut - und hoffentlich nicht nur viel Lärm um nichts.
Tonspion-Tracks rotieren auch auf laut.fm/eins, der ersten Adresse für das beste von heute und den Hype von morgen.
Hercules And Love Affair - Blind (Hotline Remix) (aus "Hercules And Love Affair", EMI)
In den Jahrespolls wird "Blind" auf den vordersten Plätzen anzutreffen sein. Eigentlich ist zu diesem Track bereits alles gesagt worden - sogar Grönemeyer scheint er inspiriert zu haben - aber Hotline steuern einen Mix bei, den man haben muss.
Fuzzman - The Wild Gods (aus "Fuzzman 2", Wohnzimmer Records)
Irgendwo in Kärnten auf dem Land hat sich Zamernik niedergelassen. Fern von Jubel, Trubel und Heiterkeit ist er nah bei sich und den richtigen Töne ständig auf der Fährte. Bei "This Atom Heart Of Ours", einem der größten Schätze, den man in Österreichs Musiklandschaft finden kann, war diese Weltflucht schon das A und O.
Nun hat sich der Naked Lunch-Bassmann ein zweites Mal im Alleingang aus dem Staub der sich viel zu schnell drehenden Welt gemacht. Mit Ruhe in der Vielschichtigkeit, dem Kontemplativen in der Euphorie und der Hoffnung im Unglück hatte der Fuzzman erstmals vor drei Jahren aus seinem Songschatz vorgespielt. Immer schön lo-fi und stets tiefschürfend gibt er auch auf "Fuzzman 2" einen Puls vor und wieder, der rauscht, schwankt, schwebt und lebt. Mit Leib und Seele haucht Zermanik seiner Musik den Atem ein, mit dem Naked Lunch auch so berühren. Fernab von all dem täglichen Wirbel.
My Brightest Diamond - Tainted Love (aus "Guilty By Association", Enduro Plus)
Die Liste der Versionen von "Tainted Love" ist lang: Soft Cell haben vielleicht die gültige Version abgeliefert, die allerspätestens seit Rihannas "S.O.S." keiner mehr hören kann. Jetzt haben My Brightest Diamond den Song für die peinlichste Coverversionen-Sammlung "Guilt By Association" neu eingespielt.
School Of Seven Bells - Connjur (aus "Alpinisms", Ghostly International)
Alejandra und Claudia Deheza, eineiige Zwillinge, sind dafür verantwortlich, dass ihre "Alpinisms" eine ätherische und geheimnisvolle Atmosphäre bekommen. Ihre Stimmen doppeln sich, winden sich umeinander, summen mal im Duett, schwingen sich mal dissonant in höchste Höhen hinauf. Das ist so verführerisch wie herausfordernd und gewinnt durch Benjamin Curtis (Ex-Secret Machines) drohend dröhnende Produktion an Intensität.
Curtis fügt den Songs Schicht um Schicht hinzu, bis er nicht mehr über die selbst gesetzte Mauer hinwegsehen kann. Dafür machen es sich dort auf der Kante die beiden Schwestern bequem und fügen dem pfeifenden schlingernden Grollen vom Fuß der Mauer ihre Verzierungen hinzu bis alles glänzt und schwingt und vortrefflich tönt.

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