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Sons And Daughters
This Gift


LAUT.STÄRKE

REVIEW VON

Kaum eine neue Band hat sich in der laufenden Dekade eine dermaßen glaubwürdige Eigenständigkeit erspielt wie die Sons & Daughters aus Glasgow. Nicht von ungefähr zeigen sich die Nachbarn von Franz Ferdinand oder gar der Mozzfather beeindruckt. Nun also das dritte Album "The Gift".

Eben dieses eröffnet das treibende "Gilt Complex" mit dezent verzerrter Gitarre und dem markanten Gesang Adele Bethels. Markant ist überhaupt ein Begriff, dem zentrale Bedeutung zukommt, wenn man versucht, den Sons & Daughters-Sound zu beschreiben. "Klingen wie ..."-Kategorisierungen laufen ins Leere, und genau das macht Spaß.

Dennoch hat sich das Quartett weiter entwickelt seit dem 2005er "Repulsion Box". Positivität scheint Einzug gehalten zu haben, zumindest musikalisch hat sich die Düsternis verzogen, die den Vorgänger noch überschattete. Leichtfüßig verquerer Poprock mit scharfen Kanten gegen die Lieblichkeit trifft auf größtmögliche Intensität. Dringlichkeit besteht immer.

Dass textlich nach wie vor Abgründe ausgelotet werden, deuten Songtitel wie "Gilt Complex" oder "Chains" bereits an: Im Opener geht es um Gier (der Titel ist ein Wortspiel mit "Guilt Complex", Schuldkomplex. "Gilt" steht für "vergoldet"). "Watching the scene after the accident", mit düsteren Andeutungen sparen Sons & Daughters wahrlich nicht.

Doch gerade diese aparte Mischung aus hintergründigen Texten und rumpeligem Sound (manche mögen aus Ermangelung an Griffigkeit den Begriff "Garage" bemühen) mit Blues- und Rock'n'Roll-Einschlägen und fast traditionellen Folkanwandlungen macht aus "The Gift" ein angenehmes Hörvergnügen, dem sich der anspruchsvolle Musikhörer zuwenden sollte.

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