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Wie sich aus dem Albumtitel "The Devil And God Are Raging Inside Me" unschwer folgern lässt, befindet sich hier jemand im Zwiespalt. Ein innerer Kampf zwischen Gut und Böse sozusagen. Hinsichtlich des Sounds schwanken Brand New eher zwischen rockigen Balladen und experimentierfreudigem Emocore.
Ein gehauchtes "Was loosing all my friends, was loosing them to drinking and to driving..." leitet den Opener "Sowing Season" ein. Anfangs nur von Gitarren begleitet, setzen die Begleitinstrumente explosionsartig ein, und Sänger Jesse Lacey schreit sich mehrfach ein beherztes Yeah von der Seele. Dieses musikalische Schnittmuster wiederholt sich in den für das Gerne eher ruhigen Songs öfters. Frei nach dem Motto, die nette Schale bricht auf, und das wahre Gesicht zeigt sich.
TRACKLISTE
Gerade der Beginn der Stücke ist meist besinnlich gehalten. Eine schöne Ausnahme bildet da "Not The Sun". Hier wird von Anfang bis Ende gut und ehrlich und mit sich ins Hirn fräsenden Passagen gerockt - einer der stärksten Songs der Platte.Das Ende des irdischen Lebens - und die daran anschließende Frage, ob dann wirklich Schluss ist - bildet den thematischen Schwerpunkt des Albums. In "Jesus" spricht Jesse Lacey Gottes Sohn auch direkt an. "Well Jesus Christ, I'm not scared to die, I'm a little bit scared of what comes after". Sich selbst attestiert er einen Hang zum Dunkeln, wenn er singt: "My bright is too slight to hold back all my dark" und erinnert Jesus daran: "We all got wood and nails".Auf den Sound des Album trifft die Tendenz zur Dunkelheit weniger zu. Man könnte die Platte auch der kleinen Schwester schenken (siehe Cover). Sie sollte keinen Schaden nehmen, könnte aber tatsächlich mal in Schwarz um die Ecke kommen. Tracks wie "Millstone" und "The Archers Bows Have Broken" könnten eben genauso gut auf einem Good Charlotte-Album zu finden sein. Klar, man hat die Kollegen oder auch die Jungs von Blink 182 vor Jahren gern supported. Aber jetzt will man mehr zeigen als perfekt gemasterte Melodien. Was die Scheibe vom Mittelmaß abhebt, ist besonders Stimme von Sänger Jesse Lacey.Von Sprechgesang über gehauchte Melodien, einem Wehklagen à la Bright Eyes bis zum straighten Rocker lässt er alle Facetten anklingen. Manchmal meint man auch, ein wenig Nu Metal-Geröhre herauszuhören. Seine Vocals bilden den Kitt für ein Album voll kleiner Experimente. In "Degausser" wird er etwa von einem Kinderchor begleitet.Brand New schaffen es, sich von ihrer Teenierock-Vergangenheit zu verabschieden. Trotzdem bleibt sich die Combo treu: So hört man das emo-obligatorische psychedelische Kratzen der Instrumente neben klassischen Riffs. "The Devil And God Are Raging Inside Me" geht definitiv als Weiterentwicklung durch. Nicht zuletzt deshalb, weil es die Amerikaner schaffen, düstere Themen zu transportieren, ohne die positiven Emotionen zu vergessen.MEHR INFO
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