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Laith Al-Deen
Für Alle


LAUT.STÄRKE

REVIEW VON

Die deutsche Sprache ärgert Laith Al-Deen. "Ein Künstler wie Seal kann es sich erlauben, in seinen Texten missverständlich, ja unverständlich zu sein und sie in seinen Booklets nicht abzudrucken, während im Deutschen der Hörer ständig auf Stimmigkeit und Brüche des Textes achtet." Trotzdem gelingt Laith mit eben dieser Sprache auf "Für Alle" ein offenes Bekenntnis zum Mainstream.

"Ich bin Musiker, ich möchte mit meiner Musik viele Menschen erreichen", gibt der Karlsruher offen zu. Pop statt Soul? Soll uns Recht sein. Al-Deen hat sich auf seinem dritten Album weiterentwickelt. Beschränkte sich das Textrepertoire des Songwriter-Teams seit seinem ersten Hit "Bilder Von Dir" auf Liebe, Liebe und ... Liebe, so schleicht sich auf "Für Alle" eine unerwartete Vielfalt ein. "Viel Davon" zeigt eine melancholische Sichtweise auf die herrlich unbeschwerte Kindheit, "1000 Tage" befasst sich mit Misshandlung, und in "Kann Es Sein" prangert er, getragen von einer netten Country-Untermalung, eine Welt an, in der "Lügner zu Legenden" werden.

Der Titelsong "Für Alle" driftet in Richtung Techno, während "Worauf Wartest Du" eine spanische Gitarre einfließen lässt. "Höher", mit dem er die Grand Prix-Qualifikation im März bestreiten wird, kann eine Sabrina Setlur locker aus dem Rennen schlagen, wenn die Performance live ebenso gut rüberkommt. Einen Höhepunkt der Platte stellt jedoch "Meilenweit" dar, aufgenommen mit der aufstrebenden deutschen Reggae-Künstlerin Zoe. Das Stück projeziert das Fernweh mit Karibik-Vibes direkt ins Herz. Angesichts dieser Kreativität stößt einem ein einschläfernder Aussetzer wie "Farbe deiner Stimme" jedoch besonders übel auf.

Insgesamt besticht "Für Alle" aber sowohl mit seinen langsamen, schwer zu verdauenden Stücken als auch mit den schnelleren Rock-Tunes. Und trotz der relativ großen Unterschiede zieht sich Al-Deens sentimentale Stimme wie ein roter Faden durch die Songs, so dass die Harmonie immer gewahrt bleibt. Ein in sich stimmiges Machwerk, das sich auf keinen Fall hinter seinem Vorgänger verstecken muss.

Laith Al-Deen beweist, dass er in die richtige Richtung geht und sich langsam aber sicher zur Elite der deutschen Pop-Riege zählen darf. Von der Bezeichnung German Soul distanziert er sich inzwischen. Er empfinde es als Schublade, in die er "zusammen mit anderen deutschen Kollegen aus Marketinggründen geworfen werden sollte". Hat man da gerade einen Seitenhieb gegen Naidoo raushören können?

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