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Portishead haben ihren Vertrag mit Universal erfüllt. Nun bitten sie ihre Anhänger um kreative Mithilfe: Wie soll das Trio aus Bristol in Zukunft seine Platten verkaufen?
Brtistol (thk) - Quo vadis, Musikindustrie? Mit dieser Frage beschäftigen sich aus aktuellem Anlass auch Beth Gibbons, Adrian Utley and Geoff Barrow. Da sich Portishead mit der Veröffentlichung ihres Albums "Third" von allen vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Universal freigeschwommen haben, suchen die Pioniere aus Bristol nach neuen Vertriebsmöglichkeiten.
"Habt ihr eine geniale Idee?"
"Da die Welt nun mal so ist, wie sie ist, stehen uns eine Menge Optionen offen ... aber wenn ihr irgendwelche genialen Ideen habt, wie wir zukünftig unsere Musik verkaufen sollen, lasst es uns wissen – warum auch nicht!", so Barrow im aktuellen MySpace-Blog.
Auch der Swimmingpool will beheizt sein
So kommt etwa die freie Download-Variante, die Radiohead mit "In Rainbows" erprobten, für Portishead nicht in Frage. "Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass wir bereit sind, unsere Musik kostenlos herzugeben" stellt der Chefarrangeur grundsätzlich klar.
"It fuckin' takes ages to write and we have to heat our swimming pools!" Ein durchaus stichhaltiges Argument - zumindest wenn man findet, dass Portishead sehr bedächtig und konzentriert arbeiten. Zwischen den beiden letzten Studioalben lagen ganze elf Jahre.
Barrows Ausgehtipp
Die Koordinaten sind so grob abgesteckt, und das Trio erwartet die Fanvorschläge mit Spannung. Um die Oberstübchen der amerikanischen Anhänger zusätzlich zu stimulieren, gibt Barrow gleich noch einen musikalischen Tipp mit auf den Weg. Zur Inspiration empfiehlt er, eines der anstehenden Konzerte der befreundeten Band Crippled Black Phoenix zu besuchen, die im April durch die USA touren.
Wie soll das gehen? Fans finanzieren die Plattenproduktion, dafür bekommen sie die Musik - soweit OK. Jetzt gehe ich mal nicht davon aus, dass du mit "Gewinn" den ideellen Gewinn durch die Musik selbst meinst, sondern Materielles. Fans zahlen also für die Produktion und bekommen nachher das Geld wieder zurück, durch Platten die sie selbst kaufen? Hä? Perpetuum Mobile, oder was?
Nun ja, das haben Marillion im Prinzip auch schon vorgemacht: erst mal mit dem Hut bei den Fans durchgehen, die dann das Album vorfinanzieren, für die edlen Spender gibt's dann 'ne Super-Special-Sonder-Exklusiv-und-leck-mich-am-Arsch-wie-toll-Edition mit zusätzlichem Material, der Rest der Menschheit bekommt nur die Gelegenheit, über die üblichen Vertriebswege das Standard-Album käuflich zu erwerben. Mittlerweile gehen Marillion auch den Weg, selbst eine Vorab-Version des neuen Albums kostenlos in die Tauschbörsen zu setzen und auf diesem Weg auf Kundenfang zu gehen. Die Ideen sind grundsätzlich nicht dumm, aber eben auch nicht unumstritten.
Gruß
Skywise
Methode Jill Sobule:
"Für die Produktionskosten eines neuen Studioalbums, das im Laufe des Jahres 2008 erscheinen soll, hat Jill Sobule in den ersten Wochen des Jahres 2008 über ihre Webseite Spenden ihrer Fans gesammelt. Die nötigen Geldmittel von rund 80.000 US$ stehen seit Anfang März bereit. Für gestaffelte Spendenbeiträge erhält der Spender mindestens ein Vorab-Exemplar des neuen Albums (für 25 US$) bis hin zu einem persönlichen Hauskonzert von Jill Sobule (für 10.000 US$). Insgesamt wurde drei Hauskonzerte "erspendet", wovon eines nach Aussagen von Jill Sobule in Deutschland stattfinden wird.
Die Spendenaktion erregte großes Interesse der Fachpresse, da hierin ein weiterer Schritt in Richtung neuer Geschäftsmodelle für die Produktion und den Vertrieb von Musik gesehen wird. Zudem erhöht sich hierdurch die Unabhängigkeit der Künstler von Vorgaben durch Plattenfirmen und Produzenten sowie die Partizipation des Konsumenten am künstlerischen Schöpfungsprozess."
ich denke, produktionskostenerspanis durch die beteiligung dritter am gewinn ist eher für unbekannte bands interessant. bands vom schlage portishead oder gar radiohead würden sich ja selber ins knie schießen, würden sie andere am gewinn beteiligen, (nur) um produktionskosten zu sparen. hauptziel neuartige vertriebswege ist es, meiner meinung nach, die erträge für die band konstant zu halten (vllt. sogar zu verbessern) und die preise für ein album zu reduzieren. bei radiohead scheint dies mit in rainbows funktioniert zu haben, nur ist nicht jede band so populär und radioheadfans sind meiner meinung nach für ein "zahl-was-es-dir-wert-ist-konzept" sehr empfänglich.
ich denke das radioheadkonzept und ein mindestpreis für den download, jenseits vom applestore oder beatport sind keine schlechte vorgehensweise. nur finde ich es ganz wichtig, dass auch ab dem release eine cd angeboten wird. wer bestellt schon drei monate später die passende cd zum album.

[quote:f6e7b81feb="Vicious!"]DAS ist jetzt nicht dein Ernst?Nur, weil ich mir keine Alben aus dem Netz ziehe, muß ich ja noch lange nicht so tun, als gäbe es diese Denke nicht 
Ich denke man wird bald merken, dass man auf Labels nicht wirklich verzichten kann. Zumindest schein mir diese ganzen neuen Ideen nur als Einzelprojekte und nur mit innovativer Fangemeinde zu funktionieren. Dazu nur einige Gedanken ..
.. was ist wenn einem von Fans vorfinanziertem Künstler die Kreativität ausgeht und das Album nie erscheint (oder vielleicht nach 12 Jahren)
.. wie lange wird es dauern, bis ein Supporter für seine 1000 EUR mitreden will (und wie unterscheidet sich das dann noch vom Label-System)
.. wo und wie viele Supporter hätten die Einstürzenden Neubauten 1981 für ihr Album Kollaps gefunden
.. wie lange werden nur Fans ein Album finanzieren, wenn sich das als finanzieller Erfolg erweisen sollte
.. wie viele Newsletter soll ich beziehen, um zu merken wo welche Band zu welchem Preis welches Album anbietet (das ist mir jetzt schon zu viel - bonus bei i-tunes, LP mit single und CD mit DVD - ein Grund die derzeitige Politik der Labels um Verkäufe zu generieren nicht gut zu finden)
.. wie soll meine 13jährige Nichte, die anfängt sich für Musik zu interessieren, das alles begreifen
.. was macht ein Musiker, der nicht zum Kleinunternehmer werden will (Rechteverwaltung, Verlag, Promotion, Radiosender kontaktieren, Konzerte buchen, Karten verkaufen, denn die Konzertveranstalter sind die nächsten Bösen, Cover entwerfen, Presswerke kontaktieren usw.)
.. was wäre aus Elvis geworden, wenn er nicht die Chance gehabt hätte irgendwo seiner Mama eine single aufzunehmen
kein problem.Mein Vorschlag: Schlechte MP3 Qualität ins Netz stellen und nur Vinyl-LPs verkaufen. Menschen die CD's kaufen, haben eh keine Ahnung von Musik :-)
Achja: Portishead spielen defintiv in der gleichen Klasse wie NIN und Radiohead, was den Bekanntheitsgrad angeht.
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