laut.de-Kritik
An Einfältigkeit werden die flachen Reimchen nur von der "Musik" übertroffen
Review von Joachim Gauger
Noch einmal Zlatko. "Ich bleibe wer ich bin" heißt seine dem ganzen (schon etwas abgekühlten) Big Brother-Rummel nachgeschobene Scheibe. "Verdammt - Ich bleibe wer ich bin, denn ich mag mich so": die Thematik zieht sich wie ein roter Faden durch das Album.
"Scheißegal was andere sagen, ich geh einfach geradeaus" beteuert Zlatko mit dünnem Stimmchen und das muss er auch. Schließlich mag das Publikum den knorrigen Kerl so wie er ist. Beziehungsweise war, denn auf der hastig zusammengeschusterten Scheibe ist von Zlatkos überschäumender Naivität und seiner durchaus amüsanten Originalität nicht mehr viel übrig.
Das deutete sich schon auf der Single an, nie würde ein Zlatko Trpkovski ein so schwieriges Wort wie "homogen" in den Mund nehmen ("Jetzt sitzt ich hier und mein Kopf ist leer/Nichts ist mehr homogen/Hab die Schnauze voll von dieser Achterbahn/Ich muß dich wiedersehn"). Wie an vielen anderen verschnarchten Stellen hat hier der Texter schlicht gepennt.
An Einfältigkeit werden die flachen Reimchen nur von der "Musik" übertroffen. Unglaublich. Ach hätte man Zlatko doch irgendwelche Coverversionen singen lassen. Oder was ihm selber eingefallen wäre, Hänschen klein, alle meine Entchen, schlaf Kindchen schlaf oder so ähnlich. Vielleicht hätte dann der originale Zlatko noch einmal Auferstehung gefeiert und das Album hätte geheißen: "Ich bleibe der wo ich bin".