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Ein neues ZZ Top-Album ist eigentlich immer zu begrüßen. Von dem rotzigen Bluesrock, den die drei mittlerweile spielen, kann es nicht genug geben. Auch wenn sie seinerzeit mit "Recycler" das Motto für ihre weitere Karriere vorgegeben haben, begeistert ihr Sound immer wieder aufs Neue. Das ist auch auf "La Futura" nicht anders. Trotz einiger ungewohnter Zutaten hört man dem Album zu jeder Zeit an, wer da am Werke ist.
Bei einer Spielzeit von nicht einmal 40 Minuten sollte dann aber bitteschön gehörig die Post abgehen. Und ja, der Einstieg mit dem an den alten Hip Hop-Klopfer "25 Lighters" angelehnte "I Gotsta Get Paid" gelingt dem Trio fulminant. Dreckig grooven ZZ Top hier wie Jungspunde und gleichzeitig klingt das schön abgehangen.
Wo sich die Herren allerdings den Albumtitel zusammen fabuliert haben, erschließt sich nicht wirklich. So grandios futuristisch ist das Klangkostüm nicht, in das sich die Herren da zwängen. In homöopathischen Dosierungen kleine Elektro-Spielereien einstreuen, macht noch keinen Dubstep.
Den wollen wir im Zusammenhang mit den Bärten aber auch nicht hören. Was wir viel eher hören wollen, wäre doch ein Klon aus "Sharp Dressed Man" und "Tush". Und genau das gibts bei "Chartreuse" auf die Ohren. So altbacken und selbstplagiiert das auch klingen mag, wenn nach dem Eingangsriff Beard den Shuffle vorgibt, rockt das die Bude fett.
Die wummernde Groove-Bombe "Consumption" rundet den starken Beginn ab, ehe "Over You" das Tempo rausnimmt. Im balladesken Stil ziehen Gibbons, Hill und Beard alle Klischee-Register, um Feuerzeug-Fetischisten Futter zu geben. So richtig berührend klingt das zwar nicht, aber wers braucht ...
So richtig oldschoolig benimmt sich "Heartache in Blues" mit wunderbar quengelnden Mundharmonika-Einschüben von James Harman. Etwas außergewöhnlich daher kommt der waschechte AC/DC-Rocker "Flyin' High", in dem die Rhythmus-Gitarren so dermaßen nach Angus und Malcolm anmuten, das man sich fragt, wieso sie nicht gleich die Young-Brüder ins Studio luden. So wenig ZZ Top gab es wohl noch auf keiner Platte. Entsprechend deplatziert wirkt die Nummer auch, zumal sich Gibbons im Refrain seltsam eierlos präsentiert. Komisches Ding.
Damit hat es sich mit den Abweichungen vom bisherigen Konzept aber auch schon. Schade aber, dass das Trio die stimmlichen Fähigkeiten von Dusty Hill außen vor lässt. Sein klares souliges Organ stünde dem ein oder anderen Track sehr gut zu Gesicht. So taucht er leider nur im Background auf.
Dennoch darf sich der geneigte Bartfetischist freuen, wieder neues Material auf die Ohren zu bekommen. Das klingt retro im besten Wortsinne, aber vielleicht ist ja genau das "La Futura"?
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...alles mehr oder weniger wie in den letzten jahrzehnten.
guter und interessanter bluesrock - aber leider scheiss macho gehabe und triviale bis dümmliche texte. wenn die das in deutsch singen würden, wären sie schon längst nach texas verschickt worden.
"Ein neues ZZ Top-Album ist eigentlich immer zu begrüßen. Von dem rotzigen Bluesrock, den die drei mittlerweile spielen, kann es nicht genug geben."

also ich bin ein großer bluesfan und hab schon ein gewisses gespür für stimmige texte.
in den neueren texten nach " well dressed man" habe ich leider keine wesentlichen fortschrite entdeckt.
mich stört das beim hören der guten musik sehr.
ich habe nichts dagegen, wenn es anderen weniger ausmacht.
Übersetz´mal "Pearl Necklace" 
Frauen, Autos, etc. gehören zu ZZ Top wie die Bärte, obwohl: Jesus just left Chicago...
Was ich ihnen, und vielen anderen Bands ankreide, ist der Rotz, den sie mit der Verpackung anstellen! KEIN Booklet, eine CD-verschrammende Papphülle. Das ist eine Frechheit! Billy Talent, Tenacious D., Tom Petty, die Liste wird immer länger! Wenn ich mir den Ranz schon legal kaufen soll, dann schafft mir Anreize! Ich bin nun schon seit x Jahren Sammler und habe mir auch La Futura gekauft, allerdings ärgere ich mich etwas über mich selbst...
Ich find die Scheibe nicht schlecht; Billy Gibbons ist einfach ein klasse Gitarrist mit einem guten Timing. Die Texte sind da wirkich nur zweitrangig (liegt vielleicht auch daran, das ich selbst Gitarre spiele) Auch die CD-Hülle ist mir wurscht, hauptsache die CD verkratzt nicht. Auf Bilder und so'n Schnickschnack kann man doch eh verzichten und wen's interessiert kann doch auf myspace schauen...
Wenn ich den vollen Preis bezahlen soll, will ich auf nichts verzichten!
Bei der Aufmachung können die das Teil für 7.99 verticken.
ich find den shuffle in chartreuse überhaupt nicht rockig, sondern ziemlich langweilig. blues ist übehaupt noch einfallsloser geworden als alles andere.
@ TheBeast666
das hast du gut erläutert. nur ich sehe für mich keinen grund, texten zuzuhören, die mir die gute musik verderben. das ist alles was ich sagen will. hab ja oben schon mal geschrieben, dass ich es jedem gönne, der das mit den versen anders sieht und bewertet.hab nicht vor zz top zu ändern.
den vergleich mit slime z. b. kann ich aber nicht nachvollziehen.
Kann verstehen, dass man bei Musik viel Wert auf die Texte legt; mir hat auch schon so mancher dämliche Text den Genuss eigentlich handwerklich guter Lieder verdorben... Aber bei ZZ Top drücke ich da gern mal ein Auge zu.
call it rocknroll....
....und falsch isses ja nun auch nich'....der gegenbeweis steht aus 
Die Diskussion mit dem Wal erinnert mich an die Simpsonsfolge im Rock n´ Roll Trainingscamp als Tom Petty versucht zu erklären dass es beim Texte schreiben darum geht künstlerisch wertvolle Dinge zu schreiben und er dann von allen ausgebuht wird da es im Rock nur um Weiber und Party geht 
Sie wirds auch noch lernen 
Mein Gott die Typen haben einfach ein fett groovendes Riff geschrieben und darauf einen Text gesetzt, der darum handelt, dass gut angezogene Typen halt die Kings sind. Wer hier tatsächlich versucht was tiefsinnigeres zu sehen hat Rock n´Roll anscheinend nicht kapiert.
@this beautiful creature:
Nun ja - wer spricht denn konkret von "Misogynie"? Soweit ich das beurteilen kann, haben ZZ Top stets sich selbst und ihr Image mit einem Augenzwinkern versehen. Ich denke, ab einem gewissen Punkt kann man auch als Interpret nicht mehr den eigenen Kartoffelbestand zelebrieren, ohne als Bauer oder Angeber bezeichnet zu werden. Und solange das Augenzwinkern auch vom anderen Geschlecht wahrgenommen wird, ist doch noch alles in Ordnung ...
Warum zum Teufel denke ich eigentlich gerade an "Ein frauenfeindliches AC/DC-Stück" von den Rodgau Monotones?
Gruß
Skywise
Jedenfalls traue ich den Jungs von ZZ Top durchaus soviel Selbstironie- und reflexion zu, dass sie nicht alle ihre Texte so meinen, wie sie da stehen. Ein Haufen alter Säcke, die über ihre Aufreißkünste schwadronieren: Chauvinismus oder selbstironisches Augenzwinkern, oder beides und noch mehr, wer weiß das schon? Für das, was beim Hörer ankommt, sind sie jedenfalls nicht allein verantwortlich.
Jedenfalls traue ich den Jungs von ZZ Top durchaus soviel Selbstironie- und reflexion zu, dass sie nicht alle ihre Texte so meinen, wie sie da stehen. Ein Haufen alter Säcke, die über ihre Aufreißkünste schwadronieren: Chauvinismus oder selbstironisches Augenzwinkern, oder beides und noch mehr, wer weiß das schon? Für das, was beim Hörer ankommt, sind sie jedenfalls nicht allein verantwortlich.Boah, jetzt komme ich langsam nicht mehr mit...
P.S. Noch mal zur Klarstellung: Entsteht hier gerade eine (pseudo)-theoretische Diskussion um den Inhalt von ZZ Top-Texten?
Ich möchte auch mal was konstruktives beisteuern:
\m/
It´s only rock´n roll...
Man braucht doch nicht in alles etwas hineininterpretieren!?!

Allgemein: Die Kommentar-Funktion kann man zu allen möglichen Dingen verwenden, insofern würde ich meine Posts nicht als pauschal problematisch verstehen. Wenn es andere stört, kann ich das gerne auch unterlassen, ich möchte nicht, dass manch einer laut.de genervt öffnet und denkt: hoffentlich schwätzt die Kreatur nicht schon wieder. Naja, auf theBeasts Kommentar will ich dennoch eingehen. Allein schon, weil es m.E. ein interessanter Diskussionsstrang ist und es auch doof wäre, das jetzt so abzuwürgen.
Nun, denn.
Du zitierst Baudrillard... Das ist die These vom Simulacrum: die Kopie wird das Original. Ich sehe immer noch keinen Zusammenhang zu ZZ-Top. Du fragst nach meinem Realitätsbegriff... Ich selber habe nun nur den Baudrillards referiert; ich spar' mir jetzt mal, zu erläutern, was ich unter Realität begreife, kann Dich aber, so hoffe ich doch, beruhigen, wenn ich keineswegs Rationalist bin (angesichts meiner Volten gegen den Positivismus erstaunt mich diese Einordnung auch). Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob Konstruktivismus und Rationalismus die passende différance ist, allerdings würde ich das Selbst nicht als prädiskursiv verorten, sondern Aspekte wie Sprache (hermeneutische Welterschließung), Ideologie, Beschaffenheit des Diskurses (Grenzen des Denkens) u.ä. als entscheidend prägende Faktoren hervorheben. Zugegeben, zu behaupten, ZZ Top sei "ganz einfach" zu verstehen ist anmaßend.
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Ich weiß, dass Du nicht von Ideologie gesprochen hast; habe ich das behauptet? Du siehst den Diskurs offensichtlich als Medium, der nur durch Strukturen, nicht aber durch Partikularitäten beeinflusst werden kann. ZZ Top werden abendländisch breit rezipiert im Massen-Diskurs (deutlich stärker als Foucault oder Derrida) und haben damit Einfluss. Nun singen sie auf Englisch, das stimmt. Es bleibt m.E. dennoch ein Beitrag zum Massen-Diskurs, vielleicht eher in den USA, natürlich nur in Kreisen, aber m.E. kann es Ideologie durchaus ein wenig erhalten/verstärken. Ich würde den Einfluss von konkreten Dingen nicht unterbewerten. ZZ-Top kann man Selbstironie unterstellen, mag sein; aber erkennt das jede/r? M.E. hat ein Mensch auch für das Verantwortung, was er vielleicht fälschlicherweise implizieren kann. Im konkreten Kontext ist das natürlich sehr, mhm, etepetete, da ZZ Top wohl nicht durch ihr neues Album der Tea Party die entscheidenden Anhänger spendieren, damit diese 2016 die Wahl gewinnen, insofern ist es fraglich, ob ich ein Album gleich hinsichtlich seiner ideologischen Komponente untersuchen und kritisieren. Ich würde sagen, eigentlich ist es albern. Du hast diesbzgl. Recht.
würde man sich beim schreiben eines nichtpägdagogischen textes gedanken machen, wer alles zu doof ist, differenziert zu denken oder keine ironie/selbstironie nicht erkennt, wenn sie beißt.....dann würde man ja weder eine herausforderung sein noch kopfscherenfrei formulieren können....nein, nein....jeder terxt steht im raum. für den leserhorizont muss jeder selbst sorgen....die armen zztop
....
Ist doch alles nur der Wal Schuld weil sie so spiessig ist und in jedem Musiktext ne Abwandlung von Hamlet lesen will.
Hab gestern nochmal Bobby Brown gehört. Man bei dem Text haust du dir doch bestimmt den Kopf gegen die Wand oder?
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