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Mach die Pathos-Maschine an und die Menschen kommen in Scharen, magisch angezogen, wie von einem Magnet. Trotz aller überaus bedenklicher Vorkommnisse in der jüngeren Geschichte funktioniert diese Masche auch im Jahr 2013 einwandfrei. Und so wundert es nicht, dass der YouTube-Hit "Iron" des französischen Multitalents Yoann Lemoine, alias Woodkid, mittlerweile knapp 20 Millionen Views hat. Zumal dieser vor soldatischen Metaphern triefende Song mitsamt martialischem Video dem Nazi nebenan sicher genauso gut gefällt wie dem in mir.
"Iron" bildet auch auf Woodkids Debüt-Album den wagnerianischen Höhepunkt, bis dahin muss man allerdings zwölf ziemlich ähnliche Schmacht- und Schlachtfetzen erdulden. Das erste Stück und Titelsong "The Golden Age" gibt die Richtung vor: sehnsüchtiges Klavier, wehleidige Streicher, aufrührerische Hörner und Trompeten und ein apokalyptisches Schlagwerk-Trommelfeuer. Dazu Lemoines fragiler Gesang, fertig ist die Tüte große Gefühle. Dabei könnte die Message - "Boys are meant to flee/ And run away one day" - nicht banaler sein.
Wo Mumford & Sons sich die Finger auf dem Banjo wund spielen, lässt Woodkid die Schlägel seiner (live gleich zwei) Schlagwerke bis zur völligen Erschöpfung wirbeln. Das soll dann Intensität vorgaukeln, die ganze Tiefe der Empfindungen, die vermeintliche Erhabenheit des in Kunst überführten Schmerzes.
Und weil der 30-Jährige offensichtlich in jedem Song den, so der Promo-Zettel, "Sturm und Drang der Gefühle" seiner Pubertät und Adoleszenz nach diesem Baukasten-Prinzip in Musik verwandelt hat, verlassen uns die um ihr Leben trommelnden Schlagwerke mitsamt ihrem kitschig-bombastischen Klavier-, Cello-, Trompeten und Blockflöten-Tand das ganze Album über nicht mehr. Wie in seinen Videos für Lana Del Rey und Katy Perry, die in großen sentimentalen Hollywood-Bildern baden, möchte Woodkid uns auch mit seiner Musik regelrecht überwältigen.
Auch das vorab bekannte "Run Boy Run" will mit möglichst viel Getrommel möglichst dramatisch wirken, schließlich gehts auch hier um die schwierige Zeit der Pubertät. Mag ja tatsächlich nicht die leichteste Phase sein, in der man vom "boy" zum "man" wird. In all der Verwirrung identifiziert man sich am Ende sogar mit so platten Zeilen wie "Run boy run! This world is not made for you/ Run boy run! They're trying to catch you". Ein paar Jahre später wird man sich daran aber nur sehr ungern oder peinlich berührt erinnern.
Wo es stürmt und drängt muss es aber auch immer wieder mal ruhige Momente geben, und so hat Woodkid auch ein paar wehleidige Klavier-Balladen ("Boat Song", "The Shore") und versöhnliche Streicher-Instrumentals ("Shadows") unters Album gemischt. Den Balladen könnte man dank der manchmal an Antony Hegarty erinnernden Zerbrechlichkeit von Lemoines Gesang unter Umständen sogar etwas abgewinnen. Aber auch sie ertränkt der Waldpimpf in orchestralem Schmalz.
Würde man all zu viel auf nationale Eigenheiten geben, könnte man sich wundern, dass diese stark nach deutschem Wald, deutschem Stahl und deutschem Tiefsinn riechende Erbauungsmusik und -Lyrik aus dem doch vermeintlich so lockeren französischen Nachbarland kommt. Aber Bombast und Schmalz kennen eben keine Ländergrenzen. Und deswegen wird sich "The Golden Age", ganz gleich wie abwechslungsarm und banal, auch bestens klicken, downloaden, streamen und verkaufen. Woodkid hat seine Pathos-Maschine eben bestens geölt.
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hätte nie im leben mit so einem verriss gerechnet, mir gefällt das album ausgesprochen gut (vor allem ghost lights und golden age).
Ich bitte euch! Da mag wohl der Rezensent den Herr Woodkid eben nicht. Ist ja auch OK, aber so einen Verriss hat sich das Album nicht verdient. Für mich ist es ein gutes Album, das sich einfach zu oft wiederholt. Aber das kann man auch zB. von Antony Hegarty sagen, vor allem aber von Mumford Sons, die hier 5 Punkte bekamen. Die gleiche Kritik könnte man auch für sie schreiben (schlechte Lyrics, repetitiv, Schmalz). Aber natürlich, Mumford, Biffy Clyro, Gaslight Anthem usw. singen den gleichen Mist mit Zitaten aus der Bibel. Nur ein Zufall, liebes laut.de?? Woodkid ist halt schwul und gibt das auch offen zu. Viele seiner Song handeln von der Angst die er als Teenager hatte. Das hier als Schwachsinn verrissene "run boy run, they are trying to catch you" muss man halt den Kontext verstehen. Es geht darum wie er täglich von homophoben Schlägern vegrennt. In dem Sinn kann man den Text nicht als peinlich ansehen, sondern als verstörend.
ich finde das gesamtpaket einfach beeindruckend:
http://www.youtube.com/watch?v=12YTVPt-z7s
"Das soll dann Intensität vorgaukeln, die ganze Tiefe der Empfindungen, die vermeintliche Erhabenheit des in Kunst überführten Schmerzes."
Sehr gut. Ein bisschen Objektivität erwarte ich schon von einer Rezension. Nur weil es beim Rezensenten offensichtlich nicht funktioniert, heißt es nämlich nicht, dass die Musik bei niemandem ankommmt.
Die Aufgeführten Kritikpunkte sind leider vollkommen haltlos und können beliebig auf jedes Album und Musikstück der Welt angewendet werden.
Ich bezweifle ernsthaft, dass man der klassischen Musikrichtung "orchestralen Schmalz" vorwerfen will.
Fazit: Absolut sinnleere Review, die Zeit hätte der Herr besser verwenden können
Nach dem ersten Probehören finde ich das Album zwar durchschnittlich, aber bei weitem nicht so schlimm, wie es in der Rezension dargestellt wird. Nicht mein Ding, aber m.E. auch nicht dem rechten Lager zuzuordnen. Der Veriss hätte nicht sein müssen, aber das bleibt letztendlich Geschmackssache. Immerhin weckt so eine Bewertung Neugier, folglich kann man sich selbst ein Bild machen. 2 Sterne von 5 gehen dennoch in Ordnung - auch für mich.
Der einzige Song, der die 2-Sterne-Wertung bei mir überschreitet, ist Run Boy Run.
Der Rest ist für mich tumbes Glocken-Marschmusik-Gesäusel. Ich kann mit so etwas einfach gar nichts anfangen.
Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass Liebhaber dieser Depri-Stimmung in der (vermeintlich) düsteren Atmosphäre des Albums aufgehen.
Vielleicht liege ich mit dieser Ansicht derbe daneben. Ich habe keine Ahnung, worum es in den Texten geht, kümmere mich aber auch nicht drum, denn wenn mich die Musik nicht anspricht, was sollen mich dann noch die Texte scheren?
Bin sehr enttäuscht von dem Album. Ich glaube das ist das erste Mal, dass ich mir gewünscht habe nur eine instrumentale Version der LP zu bekommen.
Seine Stimme wird mit der Zeit so grausam und nervtötend. Ich weiss nicht wie man es nennen soll; singen? einfach nur n bisschen rumlabern und zwischendurch Töne ausm Mund quetschen? Kein Plan, ich finde es schrecklich. Viel heiße Luft um nichts. No Buy
Mutige Rezension eines aktuell sehr gefeierten Albums.
2/5?! Unter der Kritikerkaste hat Hardy Funk diese Meinung wohl exklusiv.
Habe lediglich die Iron EP, die gefällt mir ganz gut. Ins Album muss ich bei Gelegenheit mal reinhören.
Finde es mehr als bedenklich, einen solchen "Rezensenten" bei euch arbeiten zu lassen, liebe Laut.de Menschen. Dass keine omnipotente Objektivität zu erwarten ist, ist vollkommen klar. Aber die Rezension ist nicht nur, wie schon oben öfters angemerkt, sinnentleert sondern auch noch homophob im höchsten Maß. Ich mag die Platte. Ich mochte auch schon die IronEP vor knapp 2 Jahren. Aber selbst wenn sie nicht so gut wär, wie ich sie finde ist es eine große Farce, was der Kollege hier abliefert. Aber sich als derart blinde Person das recht herauszunehmen, Musik zu bewerten grenzt an große Frechheit. Was soll dieses ganze Getue von wegen deutscher Wald und deutscher Stahl? Ich sehe keine einzige Referenz auf dem Album, die auch nur den geringsten Nationalismus erahnen liesse. Herr Funk begibt sich hier auf politisches Glatteis. Prinzipiell unerwähnt bleibt zum Beispiel die Tatsache, dass das musikalische Gerüst mit durch und durch klassischer Instrumentierung errichtet wurde. Und dass das heute eigentlich ziemlich selten vorkommt. Der Vergleich mit Mumford und Co. ist daher schon von vorn herein vollkommen hohl. Nur weil einer 2mio Klicks im Netz hat ist seine Musik nicht redundant per se. Die Review ist es allerdings schon.
Wo hört man aus dieser Musik "deutschen Wald", "deutschen Stahl" und "deutschen Tiefsinn" heraus? Was hat diese CD generell mit dem adjektiv "deutsch" zu tun? Nichts!
Diese Rezension ist eine Frechheit, allein schon deshalb, weil sie kaum Inhalt hat.
Rezensionen dürfen ja gerne subjektiv sein und es können mitunter auch Verrisse vorkommen. Aber sie sollten dem Leser auch einen Eindruck über das rezensierte Werk abliefern. Ich lese hier nur irgendwas von "Pathos" und "deutsch". Auf die einzelnen Songs wird allerhöchstens mal mit einem Satz eingegangen.
Zumal ich von einem, der für ein virtuelles Musikmagazin rezensiert, auch erwarte, dass er zu dem Album auch recherchiert. Warum erfahre ich zum Beispiel von dem Hintergrund des Songs "Run, Boy, Run" erst hier in den Kommentaren?
Von der Frechheit, wie man hier über Leute schreibt, denen diese Platte gefallen könnte, möchte ich gar nicht erst anfangen.
@ keine Ahnung:
Das ist doch mal überhaupt keine 'Hipster-Musik'! Das wäre einem solchen doch viel zu bombastisch instrumentiert. Aber irgendwie gilt inzwischen fast alles als 'Hipster-Musik'.
Ich finde das Album durchaus solide aber manchmal wäre schon etwas mehr Abwechslung gut gewesen.
Übrigens sollte man sich über die die Bewertungen bei laut.de nicht aufregen, denn die haben da einen speziell angefertigten Würfel, der die Zahlen von 1 bis 5 umfasst und dann wird eben gewürfelt 
Klingt nach DEUTSCHEM WAS?????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????? Allah - da klingt gar nix deutsch..
Nettes Album, auch wenn ich keine Stimmung für sowas habe gerade - nach einem Schnelldurchgang vergebe ich 3/5.
Zu dem Album kann ich nichts sagen, aber:
"In all der Verwirrung identifiziert man sich am Ende sogar mit so platten Zeilen wie "Run boy run! This world is not made for you/ Run boy run! They're trying to catch you". Ein paar Jahre später wird man sich daran aber nur sehr ungern oder peinlich berührt erinnern."
Peinlich eher, dass der Rezensent sich nicht im Vorfeld über den Musiker informiert hat und so suggeriert, die Texte wären wirr und ohne Sinn.
My friends keep telling me not to answer comments but I just can't resist...
Vorweg: There is no such thing as objectivity. Und möglichst "objektive" Kritiken wären einerseits notwendigerweise verlogen, andererseits das langweiligste ever zu lesen. In etwa so wie die Beschreibung der Innenausstattung des neuen VW Passat. Angeblich "objektive" Kritiken sind überdies meist die, die sich am unauffälligsten mit Zeitgeist und der gerade angesagten Ideologie decken.
Zum Bewertungswürfel von laut.de: Erstmal: Schöne Idee, haben wir früher auch bei unseren Lehrern und ihren Noten vermutet.. Bei laut gibt es aber beinahe genau so viele verschiedene Meinungen, wie Rezensenten und Rezensentinnen. Auf gewisse Sachen können sich natürlich fast alle einigen, anderes finden fast alle Scheiße. Von daher hätten Mumford Sons (wie ich im Text kurz andeute) von mir ebenfalls nur zwei Punkte bekommen, andererseits Woodkid von der sehr geschätzten Kollegin Katona vielleicht ebenfalls volle Punktzahl. Und bei Palma Violets und Beach House treffen wir uns wieder. And that's okay!
Dass ich nicht erwähnt habe (und nicht wusste), dass Woodkid homosexuell ist, ist mir wirklich peinlich. Es wird nun aber auch nicht an jeder Ecke erwähnt. Genau genommen habe ich nur eine einzige Quelle gefunden: Wikipedia. I know: Duh?!
Andererseits: Was ist eigentlich so schlimm daran, wenn die Homosexualität eines Künstlers nicht extra erwähnt wird? Schreibe ich bei einem Hetero doch auch nicht extra hin? Ist doch auch schön, dass Demoines Homosexualität nicht überall Gesprächsthema Nummer eins ist. Jup, "boy" kommt schon ganz schön oft vor in Lemoines Texten, aber mich freut es eher, wenn mein Hirn deswegen nicht gleich die Homo-Schublade aufmacht. Eine Zeile wie "Run boy run/ They're trying to catch you" bleibt platt, egal ob sie ein Homo- oder Heterosexueller oder ein Zwitterwesen äußert.
Warum aber tönt es so "deutsch" aus Woodkids Album?
"Der 'Deutsche Wald' wurde als Metapher und Sehnsuchtslandschaft seit Anfang des 19. Jahrhunderts in Gedichten, Märchen und Sagen der Romantik beschrieben und überhöht. Historische und volkskundliche Abhandlungen erklärten ihn zum Sinnbild germanisch-deutscher Art und Kultur oder wie bei Heinrich Heine oder Madame de Staël als Gegenbild zur französischen Urbanität. Dabei wurde auch auf historische oder sagenhafte Ereignisse in deutschen Wäldern Bezug genommen, so auf Tacitus? Beschreibung der Schlacht im Teutoburger Wald oder auch auf die Naturmystik des zum deutschen Nationalmythos stilisierten Nibelungenliedes, wie dessen vielfältige Rezeptionsgeschichte zeigt"
Schreibt: Wikipedia.
Vielleicht erwähnt Woodkid (Holzkind? Waldbalg?) in seinen Liedern nicht explizit Wälder. Für ihn ist aber - wenn auch nicht der Wald, so doch eine romantisch verklärte, gewaltige und gewalttätige, überwältigende Natur - genau die "Metapher und Sehnsuchtslandschaft", die der deutsche Wald (zumindest) einst für "die Deutschen" war. Demoines Alter Ego sucht Trost und Schutz in der Natur, gleichzeitig ist die Natur auch gefährlich und übermächtig. Ihr gegenüber erfährt er so sein Menschsein. Das ist die ganz klassiche Wälder-, Berg- und Meeresromantik. Gähn...
Mit "deutschem Wald" wollte ich diese Tendenzen salopp und knapp andeuten, inklusive dieser Sehnsuchts-Ebene. Tendenzen, denn es "riecht" ja nur so. Obwohl man diese Bezüge in einer Seminararbeit wahrscheinlich ziemlich exakt herausarbeiten könnte. "Waters freeze, the wind blows" (The Golden Age), "Run boy run! And disappear in the trees" (Run Boy Run), "If storms are breaking over great escapes/ Boy, we'll find how to make it with the rain" (The Great Escape) und so weiter und so weiter... Ja, es gibt auch einige Stadt-Metaphern, aber ich werd's nicht extra auszählen...
Wenn man so will, ist Woodkid ein auf Schallplatte gepresster Caspar David Friedrich. Dessen Bilder gehen wegen mir ja in Ordnung, im damaligen Kontext. Genaugenommen wahrscheinlich doch eher nicht. Aber wir leben ja nun nicht mehr im 19. Jahrhundert. Malt doch auch heute keiner mehr derartige Bilder, außer Touristen- und Sonntagsmaler, und zwar aus gutem Grund. Ausnahmen gibt es natürlich immer. Der Gerhard Richter-Vergleich kommt aber erst gegen Ende.
Musikalisch sind Hörner und Trompeten klassische Jagdmotive. Das archaische Getrommel lässt an die lokale Percussion-Gruppe denken, genauso gut aber an große Schlachten in mythischen Zeiten, wie zum Beispiel dem berühmten Gemetzel im Teutoburger Wald.
Stahl verweist auf die ganze Kriegs-, Waffen- und Soldatenromantik in Demoinse Texten. Auch auf seine Sprache die darin geäußerte Ideologie der Härte. Das Spannendste an Woodkid finde ich deswegen auch die eher zarte und zerbrechliche Stimme, die dieser ganzen Härte etwas von ihrer langweiligen Eindeutigkeit nimmt.
Die deutsche Kultur hat sich - gerade gegenüber der französischen - traditionell immer dadurch abgegrenzt, dass sie angeblich eine Tiefe besäße, wo die französische nur Oberflächlichkeit kenne, eine Schwere des Gefühls, wo die französische nur die Leichtigkeit des Fleisches kenne. Ergo "deutscher Tiefgang".
Ich hoffe, ich habe im letzten Absatz der Kritik ausgedrückt, dass ich diese Vorstellungen allesamt für Klischees halte. Als Klischees und als Topoi in Literatur und Kunst (und auch noch im Alltag) existieren sie aber durchaus. Wenn man so will, ist Woodkid auch der auf Schallplatte gepresste Gerhard Richter. Er gibt uns etwas von der großen, reichen, bewegenden, tiefen Kunst zurück, die erst der Rock 'n' Roll, und als der dann selbst zu Kunst geworden war, Punkrock, Postpunk, Postrock, Hip Hop, Techno und viele andere schöne Musiktraditionen zerstört haben.
Geschmack ist natürlich Geschmack und man muss natürlich nicht, aber man kann seinen Geschmack auch hinterfragen. Insofern mein ich den "Nazi in mir" schon ganz wörtlich. Auch ich habe schon Mist erlebt in meinem Leben und könnte mich mit der aufwühlenden, emotionalen Musik von Woodkid trösten und groß, stark und mißverstanden fühlen. Oder einfach nur darin "schwelgen". Allein oder zu zweit gegen den Rest der Welt. Ich möchte das auch niemandem absprechen.
Ich kann aber auch fragen, warum ich das so toll finde. Zumindest als Kritiker versuche ich das, wenn die Zeit reicht und der Kopf frei ist. Und da lande ich bei Woodkid ganz schnell bei Narzissmus und Sehnsucht nach großen Taten und Geschehnissen. Und da sind wir psychologisch ganz nah dran am Nazi. Und im gleichen Moment kippt die ganze Emotionalität dieser Musik in Lächerlichkeit.
Das muss natürlich nicht jeder so sehen, das muss nicht jedem so gehen. Meine Kritikpunkte - unnötiger Pathos und zu viel Banalität - stehen auch in einer langen Tradition der elitaristischen, bürgerlichen und konservativen Verachtung gegenüber allem Leichtem und Einfachen. Vielleicht stehe ich also doch auf der falschen Seite? Andererseits behauptet Woodkid ja gerade keine beschwippste Fröhlichkeit, sondern Tiefe und Ernst durch und durch. Schwer zu sagen. Klar ist nur: There is no such thing as objectivity. Zum Glück. Sonst hätten wir doch auch den ganzen Fun hier nicht, oder?
@Hardy Funk: ihr Kommentar war sehr lesenswert und hilfreich. Besser als die Kritik selber.
Jetzt verstehe ich ihre Kritik bisschen mehr. Die deutschen Mythen, Sagen Vergleiche sind auch gut getroffen. Ich muss sagen das es mir persönlich auch zu repetitiv ist. Trotzdem ist es ein gutes Album. Und was bitteschön ist schlecht an Caspar David Friedrich ??? Er zählt zu recht zu den Romantik (und Allzeit) Größen! Hier noch eine Kritik von plattentests.de: http://plattentests.de/rezi.php?show=10156
Sie gaben eine 8/10.
Da hat mir wohl das nötige Hintergrundwissen gefehlt, um die Platte zu hassen und die Texte so martialisch auszulegen 
Ich find sie recht geil, selbst wenn sie - und das blieb mir ja auch nicht verborgen - offensichtlich einschmeichelnd komponiert ist. Aber allein diese Stimme! Klar, dass da bei einigen das Mainstream-O-Meter sturm klingelt.
@hardy (haha @ hardy, hahaha) "Eine Zeile wie "Run boy run/ They're trying to catch you" bleibt platt, egal ob sie ein Homo- oder Heterosexueller oder ein Zwitterwesen äußert."
Du bist ganz offensichtlich kein Laufsport-Enthusiast.
Wer träumt nicht davon, bewaffnet mit einem Schulranzen, einem Wikingerhelm und knuffigen Fellmonstern die Gesellschaft zu attackieren? 
"Und da lande ich bei Woodkid ganz schnell bei Narzissmus und Sehnsucht nach großen Taten und Geschehnissen. Und da sind wir psychologisch ganz nah dran am Nazi."
Ich weiß nicht, wie gut Hardy Funk sich in der tatsächlichen Psychologie auskennt, aber das hier ist ein klassischer Beobachterfehler. Implizite Zusammenhangsannahmen ohne empirische Verankerung. Psychologisch "ganz nah dran" wären wir mit Narzissmus und Wunsch nach Großem nämlich je nach Individuum auch bei Politikern, Managern, Wissenschaftlern, Schriftstellern...
Die Rezension an sich geht aber in Ordnung. Everyone is entitled to his own opinion.
Ein schwuler Franzose, der in New York den Pop aufsaugt und daraus mit rein klassischen Stilmitteln Songs baut, denen man den ausdrücklichen Willen zum Artifiziellen deutlich anhört - und der Rezensent hört den deutschen Nazi-Wald rauschen? Aua... Schwarzweißfilm=Riefenstahl=Hitler, so oder so ähnlich geht da der Kurzschluss. Schön, dass diese Rezi so gut durchdacht wurde. Wenn man eine Sache einfach mal persönlich Scheiße findet ist das doch völlig okay. Mir läuft auch vieles einfach nicht rein, z.B. RHCH oder sagen wir Volbeat. Find ich totlangweilig. Aber mir da nun eine wissenschaftliche Begründung zu schnitzen, dass das dumme, untalentierte Bands sein MÜSSEN ist ja wohl mehr als albern. Man muss dieses (für mich großartige) Album wirklich nicht mögen, dafür ist es einfach auch zu speziell. Aber diese Rezi hier ist Hirn-Eiter, sorry!
Also erstmal find ichs gut vom Hardy, dass er nochmal Stellung bezieht. Die ergänzenden Ausführungen sehe ich mal als erneute Auseinandersetzung mit der Platte. Mir ist prinzipiell wurst, wieviele Punkte vergeben werden (bei 1-5 Punkten ist das sowieso immer nur ein Richtwert.) Meine Kritik, dass sich nicht ausreichend mit der Musi beschäftigt wurde, wurde damit voll und ganz genüge getan, auch wenn ich nach wie vor mit der Narzissmus-Deutschtum-Romantik-Ding nicht d'accord gehe. Aber was solls. Die Kritik selbst bleibt Schrott (Sorry, Hardy) aber es ist gut, dass in den Kommentaren auch mal ein echter Austausch stattfindet...von daher...lasst es gut sein, kauft euch die Bude (weil sie rockt) oder lasst es bleiben. Und by the way: Bei Plattentests.de arbeiten auch genug, die besser schreiben als hören können...
Im Nachhinein macht mich die Rezension hier echt wütend.
Da knackt einer vor Schreck Nüsse mit den Pobacken, weil er fürchtet, die Melodien könnten auch seiner Mamma gefallen.
Und was macht man dann am besten? Klar, Leute, denen das gefällt, als mindestens latente Nazis bezeichnen. Das ist nicht billig. Womöglich sind das sogar Kinderschänder, is doch ein Kind in dem Video! BAM. Verdammte französiche NewYorker-Homo-Nazis.
Dass die Riefenstahl-artigen Bilder im Video absolut eindeutig als Symbol für Bedrohung und Unterdrückung dienen, scheint auch über der Auffassungsgabe von Hardy zu liegen.
Geh halt noch mal die The Seer von Vinyl hören und geb Platten wie diese das nächste Mal irgendwem weiter, der nicht sofort die verkackte Godwin-Keule auspackt.
Das mit dem deutschen Wald verstehe ich nicht... Ansonsten sind Pauken und Trompeten generell Geschmackssache. Die Mischung mit Woodkids spezieller Stimme ist bislang recht einzigartig und klingt irgendwie neu. Pathos und Emotionen sind nicht jedermanns Sache. Ob das musikalisch perfekt ist, liegt doch im Ohr des Hörers. Hipster hin oder her ist doch eigentlich Wurscht. Und die Videos sind einfach großes Kino. Woher kommt all der Hass auf diese Platte?
Vor 5 Jahren haben wir uns über die "Gangstas" lustig gemacht, vor 2 Jahren wurden die "Emos" zur Zielscheibe für Spott und Gelächter. Heute sind es die "Hipster" die man überall reinsteckt, wenn es einem mal an Fachwissen fehlt. Allein schon beim ersten Absatz dieser sogenannten Kritik hat mich die Übelkeit gepackt. Da heißt es bezüglich Iron "dieser vor soldatischen Metaphern triefende Song." Was zur Hölle erwarten die Leute bei dem Titel Iron (EISEN), Gänseblümchen und regenbogenscheißende Einhörner? Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten und die schreiben lassen die sie haben.
Hm... irgendwie trau mich fast gar nicht mehr zu sagen, dass mir das Album einfach nur gefällt ;-) Und ich zähle mich weder zu den Nazis, den Hipsters oder sonst wem... Ich bin einfach nur jemand, der auf schöne Musik steht. Egal, ob da Antony, Steve Earle oder Amon Amarth dran steht.
Man möge mir verzeihen diese wall of text übersprungen zu haben, dennoch will ich einen Kommentar loswerden.
Videos dieses Franzosen sind wirklich künstlerisch einzigartig, der Stil ist sehr schön, ich empfinde es als würde er jedem Song eine Extravaganz wie mit einem Vorschlaghammer aufdrücken können.
Dennoch, gebe ich dem Rezessenten Recht, Woodkid versucht uns über die gesammte Länge der Platte eine Intensität und Oppulenz vorzugaukeln, die weitestgehend gekünstelt wirkt, es fühlt sich so heterogen an. Anstrengend, er erreicht mit seinen Songs leider nie das Niveau seiner Videos.
Mach nen Film Kerle.
Man möge mir verzeihen diese wall of text übersprungen zu haben, dennoch will ich einen Kommentar loswerden.
Videos dieses Franzosen sind wirklich künstlerisch einzigartig, der Stil ist sehr schön, ich empfinde es als würde er jedem Song eine Extravaganz wie mit einem Vorschlaghammer aufdrücken können.
Dennoch, gebe ich dem Rezessenten Recht, Woodkid versucht uns über die gesammte Länge der Platte eine Intensität und Oppulenz vorzugaukeln, die weitestgehend gekünstelt wirkt, es fühlt sich so heterogen an. Anstrengend, nicht überzeugend. Er erreicht mit seinen Songs leider nie das Niveau seiner Videos.
Mach nen Film Kerle.
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