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Unverkennbar die Vorliebe fürs Schwermütige, und doch herrlich hoffnungsvoll zugleich: Songtitel wie "Death" oder "To Lose My Life" lassen Unheimliches vermuten und erinnern bisweilen an Joy Division und Co. Klanglich geht es bei White Lies bei genauerer Betrachtung aber um einiges freundlicher, kraftvoller und vor allem erbaulicher zu, als es Texte oder Cover auf den ersten Blick vermuten ließen. Harry McVeigh, Charles Cave und Jack Brown spielen lediglich mit Klischees und Etiketten.
Mit ihrem Debüt traten sie eine schier unaufhaltsame Hype-Lawine im UK los. Dass die Zeilen aus Caves Feder oft von den dunkleren Seiten des Lebens erzählen, heißt nicht, dass hier ein Hang zum Morbiden zelebriert wird. Als "emotional und intensiv" beschreibt der Bassist den Erstling, mit "deprimierend" könne er sich dagegen ganz und gar nicht anfreunden, heißt es im Interview. Stücke, wie "Death" oder "A Place To Hide" stützen diese Ansicht, indem sie mit großen, perfekt gesetzten Melodien triumphieren. Harry McVeighs eindringliche und warme Stimme tut ihr Übriges.
Bass und Gesang buhlen um die Aufmerksamkeit des Hörers, bis sich Synthesizer-Wellen unaufhaltsam und gewaltig dazwischen schieben. "Unfinished Business", das den musikalischen Reifeprozess markiert, eröffnet mit theatralischem Keyboardspiel, baut sich bedächtig auf und entfaltet ab der Mitte volles Potenzial. White Lies lassen ihre Stücke kontinuierlich wachsen und spielen so gekonnt mit Spannung und Neugier.
Spätestens ab dem Refrain wickeln die im New Wave, Pop und Alternative fußenden Nummern dann aber ganz um den Finger. Bestes Beispiel: "Farewell To The Fairground", das Anfangs eher zurückhaltend scheint, sich alsbald aber zum heimlichen Highlight der Platte mausert. "Nothing To Give" schließt hier an, stimmt sphärisch ein und dreht die Instrumentierung erst im letzten Viertel voll auf. Dass auch die ruhigeren Passagen wahrlich pompös wirken können, stellt dieser Track einmal mehr unter Beweis.
Gelegentlich geraten die Lyrics etwas zu kitschig, siehe "Fifty On Our Foreheads": "The moonlight licked the face of danger". Dafür entschädigen dramatisch angelegte Liedstrukturen und prächtige Melodieführungen. Manch einer mag den Briten mangelnden Variantenreichtum vorwerfen. Man kann "To Lose My Life" aber auch einfach für eine Kohärenz und Dichte loben, die schon jetzt Vorfreude auf den Zweitling schürt. Sicher keine musikalische Revolution, aber ein würdiges Hype-Thema.
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