laut.de-Kritik

Der ganze Hype ist das eigentliche Scheißproblem.

Review von

"Wer weiß, vielleicht wars das", sinniert Weekend am Ende seines Album-Debüts. "Wenns so ist, hat es Spaß gemacht." Eine durchaus gesunde, zugleich seltene Einstellung im überkandidelten Rap-Zirkus. Recht so.

Zweiter Pluspunkt: Christoph Wiegand serviert seine Pfeif'-auf-den-Trend-Haltung durch und durch glaubwürdig. Zwar spülte auch ihn der Hype aus dem VBT-Untergrund ins Rampenlicht. Die Verwunderung darüber, quasi versehentlich zu Ruhm und Ehren gekommen zu sein, spricht aber noch aus manch einer Zeile.

"Ich bin kein Rapper, ich bin jemand wie ihr", wird Weekend nicht müde, zu betonen. "Ich bin nicht so der Karrieretyp." "Ich bin ein schlechter Star." "Ich bin nicht cool und hart." "Oh, mein Gott. Ich bin leider nicht hart." Nein, wirklich nicht. Das macht ja nichts. "Kuck auf den Brustbeutel!" Weekend bleibt sympathisch unaufgeregt.

Statt in den Aufmerksamkeitswellen, die über ihn hinwegbranden, abzusaufen und ein so übertriebenes wie lächerliches Rapstar-Ego zu nähren, wie sie schockweise durch die sogenannte Szene taumeln, nimmt er diesen Typus lieber munter aufs Korn und auf die Schippe. Die abgedroschene Phrase "Life Is A Bitch" beäugt er nur kurz, um sie dann vom Tisch zu wischen: "Mag ja sein. Meins aber nicht." Weekend beschimpft seine Kontrahenten als "Sohn deiner Mutter", macht bestenfalls ein "Praktikum Als Gangster" und nimmt eine "Geheime CD" nur für sich und seine Jungs auf.

Seine Jungs: gleich das nächste Thema. Statt sich mit der neu gewonnenen Popularität in die Mühlen des Geschäfts zu stürzen und die neu gewonnenen Möglichkeiten auszuloten, hält Weekend an alten Weggefährten fest. Die Beats baut Peet. Seinen Backups Emkay und Dobbo widmet er einen Track: "Alle Für Einen". DJ Upset erfährt seine leicht despektierliche Huldigung in "Rolf".

In Weekend steckt offenbar eine treue Seele. "Ich hab' die Hälfte meiner Jugend in den Scheiß investiert, und bis vor einem Jahr hat es keinen interessiert." Den unerwarteten Erfolg möchte er nun dann auch mit denen teilen, die über Jahre hinweg daran mitgewirkt haben.

Das mag Sinn ergeben und von Anstand zeugen, dem Soundbild auf "Am Wochenende Rapper" tut es trotzdem nicht besonders gut. Peets Produktionen pumpen zwar durchweg mit sattem, teils schön schrappendem Bass. Der Synthie-Überbau darüber tönt aber oft zu schwachbrüstig, zweidimensional und einfallslos. Zudem gleichen sich die Beats in Konstruktion und Stimmung. Abwechslung oder gar Überraschungen? Fehlanzeige.

"Auf einen Hip Hop-Track gehören Cuts? Ja, meinetwegen. Da am Ende ist noch Platz." DJ Upset macht einen ordentlichen Job. Auch seine Scratches ähneln einander aber zu stark, um wirklich für Variantenreichtum zu sorgen.

Von außen holt sich Weekend lediglich den Münchener Kollegen Edgar Wasser ans Mikrofon und erfüllt sich mit Gastbeiträgen der Veteranen Mach One und Lakman vermutlich den einen oder anderen Kindheitstraum.

Das einzige nicht von Peet beigesteuerte Instrumental unterlegt "Ich Weiß Wie Das Ist". Hier schiebt Rooq die Regler und lässt die Atmosphäre gleich in merklich düstere Gefilde kippen. Lakman schmäht treffend die "Hampelmänner und Hantelstemmer", die das Rap-Geschäft zu dominieren versuchen und dabei erwarten, wie es Mach in "Applaus" skizziert, für jeden lauen Darmwind Begeisterungsstürme zu ernten.

Eine Feststellung unterschreibe ich sofort: "Der ganze Hype ist das eigentliche Scheißproblem, und reine Skills will keiner mehr sehen." Das Scheißproblem wiederum hieran: Ginge es, ganz ohne Hype, tatsächlich um reine Skills, bewegte sich Weekend vermutlich bestenfalls im vorderen Mittelfeld. Mehr als das Prädikat "okay" lässt sich seinem eintönigen, immer gleichen, nöligen, verschlafenen Vortrag bei aller Sympathie für Haltung und Ansatz echt schwer verpassen.

Weekend geht derlei Kritik hoffentlich gepflegt am Arsch vorbei. Warum sollte sie auch nicht? "Ich hab' gemacht, was ich seit Jahren mach', und hab schon jetzt viel mehr bekommen, als ich erwartet hab'", feiert er in "Sommer Meines Lebens". "Und wenn es doch nicht klappt, dann hat es Bock gemacht und wir gehen dahin zurück, wo es begonnen hat." Von so viel Bodenhaftung dürfte sich der eine oder andere Kollege gerne eine Scheibe abschneiden.

Trackliste

  1. 1. Zurück Dahin
  2. 2. Geheime CD
  3. 3. FCKWKND
  4. 4. Schlechter Star
  5. 5. Life Is A Bitch
  6. 6. Z.B. feat. Edgar Wasser
  7. 7. Schautz, Du Arschloch!
  8. 8. Praktikum Als Gangster
  9. 9. Einer Für Alle feat. Emkay & Dobbo
  10. 10. Muskeln Sind Hässlich
  11. 11. Unbedacht
  12. 12. Applaus feat. Mach One
  13. 13. Rolf
  14. 14. Ich Weiß Wie Das Ist feat. Lakman
  15. 15. Sommer Meines Lebens

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9 Kommentare mit 16 Antworten

  • Vor 11 Monaten

    Keine Sorge, er weiß auch nicht wer Du bist.

    • Vor 11 Monaten

      aha, ja und? der typ soll sich n job suchen und nicht mit solcher rotze nerven. thats it

    • Vor 11 Monaten

      Sodi.. er nervt doch gar nicht, Du suchst nur was zum reiben. Chill und geh in die Moschee, bete für den moralisch verfallenen Westen und motiviere Deine Glaubensbrüder die Ungläubigen zu Rechtgläubigen zu machen, notfalls mit dem Schwert, yo.

    • Vor 11 Monaten

      er hat n job
      is sozialpädagoge und eben nur "am wochenende rapper"^^

    • Vor 11 Monaten

      Sodi blubbert halt gerne mal unqualifiziert los.. :)

    • Vor 11 Monaten

      reiben? ich bin einfach gegen wacken rap. das hier ist definitiv wack, auch wenn ich noch nie was von dem typ oder dem album gehört habe.

    • Vor 11 Monaten

      Natürlich, Sodi - Du willst Dich seit jeher ständig reiben, provozierst und stellst teils hirnrissige Thesen auf (moralischer Verfall im Westen, lol), jetzt bestreite bitte nicht, dass Du das hier zum reiben brauchst!

    • Vor 11 Monaten

      jemanden als wack zu bezeichnen den man noch nicht mal gehört hat naja also das fällt entweder in die kategorie sinnloses rumgetrolle oder drollige verstandlosigkeit... oder aber auch einfach nur grenzenlose dummheit gepaart mit vorpubertärer trotziger pseudo-rebellenhafter sturheit... man weiß es nicht so ganz genau... weekend ist auf jeden fall ein talentierter rapper ohne frage und mit wack hat das natürlich nicht das geringste zu tun... das weiß wohl jeder der nur etwas ahnung hat

    • Vor 11 Monaten

      Bei Sodi fällt das einfach unter Geltungssucht. Genau wie sein dauerndes "westliche Unmoral"-Geblubber.. Er will verkrampft eine erhabene Außenseiterposition einnehmen um ja nicht mit dem ganzen Unrat der tumben Masse in einen Topf geschmissen zu werden.
      Dabei hat er das gar nicht nötig, ich weiß, dass Sodi eigentlich ein doper Kerl ist..

    • Vor 11 Monaten

      eigentlich ist hier das stichwort...

    • Vor 11 Monaten

      Ach ja.. wenn Du cool bleibst dann wird er sich öffnen nach und nach und Du blickst dann auch dahinter. Lass es Dir gesagt sein: er ist ein feiner Kerl der nur hier einen auf großen Zampano macht. Und das auch nur des Humors wegen. Selbst Garri kann ein feiner Kerl sein. .naja.. zumindest war er das früher mal, mittlerweile ist er schon seit längerem auf einem sonderbaren Holzweg und mich dünkt es wird immer schlimmer mit ihm. Er hat einen Hang zu unsinnigen und dummen Teenie-Spielchen. Vielleicht zwickt aber auch der Fake-Bling..

    • Vor 11 Monaten

      ich brauch die mukke nicht zu hören. mir reicht das cover und die visage von dem typen um zu wissen das einen hier die pure wackness anspringt. aber trotzdem lustig wie lauti hier mit seinen eigenen fake-accounts kommuniziert

    • Vor 11 Monaten

      Sodi, es gibt keine Fakeaccounts, hoer auf Dir die Welt so vorzustellen wie Du das gern hättest! Deine Mama springt mich wack an..

  • Vor 11 Monaten

    Finde die Raps zwar monoton,aber nicht in dem Maße wie hier dargestellt.

  • Vor 11 Monaten

    Finde den Grottenschlecht. So richtig.